Stuhl-Aktion im Letzigrund

30. August 2010 16:55; Akt: 30.08.2010 17:47 Print

Fans tanzen Letzi-Boss auf der Nase herumFans tanzen Letzi-Boss auf der Nase herum

von Ronny Nicolussi - Die Südkurven-Fans des FC Zürich führen Stadionmanager Peter Landolt vor. Statt die demontierten Stühle anzuschrauben, wollen sie eine Fristverlängerung.

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Bleiben vorerst demontiert: Sitze im Letzigrund. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Innert kürzester Zeit entfernten FCZ-Fans am Samstag während des Spiels gegen den FC St. Gallen über 2000 Stühle aus dem Zürcher Letzigrund. Hintergrund der Aktion war die alte Forderung der Fans, nach Stehplätzen im Stadion. Letzigrund-Manager Peter Landolt bezeichnete die für das Management peinliche Situation als «originelle Idee» und als «Lausbubenstreich». Deshalb wollte er den Fans bis Montag um 12.00 Uhr Zeit geben, ihm mitzuteilen, ob sie die Sitze wieder montierten.

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Die Fans liessen Landolt jedoch im Stich. Bis Montagnachmittag tat sich auf dem Letzigrund nichts. Laut Informationen von «Radio 24» haben die Fans das Ultimatum des Stadionmanagers verstreichen lassen. Statt Härte zu zeigen habe er ihnen sogar bis Dienstagvormittag Zeit gegeben, es sich nochmals zu überlegen. Andernfalls wolle er eine externe Firma mit der Montage der Sitze beauftragen. Die Rechnung ginge an den FCZ. Landolt war für 20 Minuten Online nicht zu sprechen.

Der FC Zürich wollte sich zum weiteren Vorgehen vorerst nicht äussern. FCZ-Sprecher Giovanni Marti sagte, der Club wolle zuerst mit Landolt das Gespräch suchen. Präsident Ancillo Caneppa will am späteren Nachmittag im FCZ.TV Stellung nehmen.

Stadtrat findet Aktion nicht unsympathisch

Gar Sympathien für die Aktion der Fans äusserte der zuständige Stadtrat Gerold Lauber. Er sass am Samstag im Stadion. Auf Anfrage sagt er: «Die Fans hatten offenbar sorgfältig geplant, sich gut organisiert und das Ganze perfekt durchgeführt. In diesem Sinne fand ich diese ‹gewaltfreie› Protestaktion nicht unsympathisch.» Die Fans hätten mit dem enormen Aufwand gezeigt, dass ihnen die Stehplätze ein ernsthaftes Anliegen seien.

Vorgeführt haben die Fans aber nicht nur eine Aktion für ihr Anliegen, sondern auch mit welcher Leichtigkeit eine grössere Menge Werkzeuge während eines Ligaspiels ins Stadion geschmuggelt werden können. Schraubenschlüssel aus Metall in Bereichen, wo PET-Flaschen nicht zugelassen sind. Das ist ein Sicherheitsproblem. Offenbar sollen die Werkzeuge nicht am Spieltag selbst, sondern im Vorfeld ins Stadion gebracht worden sein.

Personenkontrollen verkommen zu einem Witz

Damit verkommen die Personenkontrollen vor den Spielen zu einem Witz. Stadtrat Lauber verweist auf einen Entscheid des Zürcher Stimmvolks. Dieses habe ein offenes Stadion gewollt, das ausserhalb von Konzert- oder Spielbetrieb für die Bevölkerung geöffnet sein soll. Will heissen: jeder kann verbotene Gegenstände im Vorfeld eines Spiels im Stadion verstecken. «Auch rigide Sicherheitskontrollen können daher kaum verhindern, dass sich ‹verbotene› Gegenstände im Stadion befinden», sagt Lauber und ergänzt: «Wer wirklich etwas Verbotenes ins Stadion schmuggeln will, der schafft das auch!» Ob die Gelassenheit bei den Verantwortlichen endet, wenn wie vor neun Jahren im San-Siro-Stadion in Mailand ein Scooter die Tribüne hinunter geschleudert wird, wird sich weisen.


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  • Showtime am 31.08.2010 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Saubere Aktion!!! 1904% Zustimmung

  • Hans Meier am 31.08.2010 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Das Niveau dieser FCZ Fans ist bedenklic

    Wo ist der Fussball angelangt - das Niveau dieser Fans ist einfach bedenklich und ich frage mich, ob das ganze noch mit Sport zu tun hat. Die Leute benehmen sich einfach lächerlich. Für mich hat es so oder so zu viel Sport!

  • Peter Suser am 31.08.2010 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ha ha ha

    Wer geglaubt hat, dass die Fans sich freiwillig zeigen um die Sitze anzuschrauben, der lebt im tralala Land. So gesehen war diese Aktion nur dämlich. Feige Fans, wie immer.