Kunst Made in USA

18. Februar 2012 22:45; Akt: 18.02.2012 22:45 Print

Grösser ist eben doch besser

Sie denken, Ihre Digitalkamera sei nicht zu übertreffen? Falsch gedacht! Der US-Fotograf Dennis Manarchy hat eine zehn Meter lange Kamera gebaut. Sie schiesst unglaublich scharfe Bilder.

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Vielleicht liegt der Grund für sein Handeln im Nachnamen verborgen. Dennis Manarchy muss ein kleiner Anarchist sein. Während alle Welt immer kleinere Kameras benutzt, baut er ein Riesengerät, das Fotos in der guten alten Analogtechnik schiesst. Mehr als zehn Meter lang ist die Balgenkamera.

Mit seiner Kamera will Manarchy quer durch die USA tingeln. Sein Vorhaben ist es, Vertreter von verschwindenden Kulturen zu portraitieren: Indianer und Inuit, aber auch Weltkriegs-Veteranen oder die letzten Cowboys. «Vanishing Cultures» nennt er sein Projekt und er könnte auch sich selber ablichten, schliesslich gehört er als Analogfotograf ebenfalls zu einer aussterbenden Spezies.

Bilder, die schärfer als scharf sind

Von den gezeigten Menschen wird jede Hautpore und jede Augenwimper gestochen scharf zu sehen sein. Denn Manarchys aussergewöhnliche Kamera stellt Negative her, die eine Grösse von 1,8 x 1,3 Meter haben. Das ergibt eine Fläche, die der von 2700 herkömmlichen Negativen der mittlerweile praktisch ausgestorbenen Analogfilme entspricht. Die Portraits können so in einer den Betrachter schier erschlagenden Dimension von 7,80 Meter Höhe und 4,80 Meter Breite ausgestellt werden.

«Die Schärfe der Bilder ist unglaublich», schwärmt Dennis Manarchy im Gespräch mit dem Blog «Film's Not Dead». Ihn begeistere besonders, «wie ehrlich diese Bilder sind. Mit Photoshop und der Digitaltechnik ist nichts echt.»

Ein Bild, zwei Fotografen

Damit das Projekt wirklich starten kann, benötigt der Fotograf noch mehr Geld. Bisher sind in einer Online-Sammlung rund 8000 der erhofften 50 000 Dollar zusammengekommen.

Von der Kamera existiert bislang erst ein Prototyp, es ist bereits der dritte. Seit Jahren arbeitet Manarchy an «Vanishing Cultures», alleine hunderte Linsen hat er geprüft, bis er die richtige gefunden hat.

Bedienen kann der Fotograf sein Monstrum nicht alleine. Während er selber vor der Kamera für die richtige Beleuchtung sorgt, stellt ein Gehilfe im Inneren des Apparats die Bilder scharf. Die beiden stehen mit einem Funkgerät miteinander in Verbindung, um den richtigen Moment zu finden, um abzudrücken.

Ein Geschenk zum 200. Geburtstag

Die XXL-Kamera wird auf einen fahrbaren Untersatz montiert, damit Manarchy mit ihr durch die USA reisen kann. Mindestens dreissig verschiedene Regionen und ihre Bewohner wollen er und sein Team besuchen. Sie hoffen, ihre Reise bis im Jahr 2014 abschliessen zu können, rechtzeitig zum 200-jährigen Bestehen des Fotoapparats.


Fotograf Dennis Manarchy über sein Projekt «Vanishing Cultures» (Quelle: thefpac.org)

(rme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner Ebneter am 19.02.2012 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Photoshopfreie Zone ;-)

    Ansel Adams würde sich freuen. Oder auch Ernst Haas. Endlich mal wieder einer der nicht mit dem Mainstream mit schwimmt. Einer der was wagt und viel gewinnt. Die Welt kommt nur durch solche Menschen weiter. Bin auf die Resultate gespannt.

  • Pierre Kava am 19.02.2012 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschichte !

    Megapixels hin oder her ! Schon vor über 150 Jahren wurde mit solchen Riesenkameras experimentiert ! Ein 6x6 cm Negativ brachte bei Vergrößerungen schärfere Fotos als die üblichen 24x36 mm Negative ! Profis arbeiteten mit 18x24 cm Platten ! Je größer das Negativ desto schärfer das Foto oder Poster ! Aber wer kennt das noch Heute in der digitalisierten Welt ?

  • Kranich Rome am 19.02.2012 05:53 Report Diesen Beitrag melden

    wenn man(frau) bedenkt...

    ...habe mal gelernt, das ein "analoger" Film etwa 16mio. Pixel entspricht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr.dbase am 20.02.2012 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Bildschirm 7,8 x 4,8 m

    Wann kommt der Bildschirm mit Röhre 7,8 x 4,8 Meter, so dass man das Bild auch mit Photoshop noch bearbeiten kann ohne es immer herunter zu rechnen? wie gross wäre da ein Pixel? bei 2560 x 1600 Pixel ?Also taschenrechner hervornehmen und Rechnen.

  • Ludwig Büchel am 20.02.2012 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Hier zählt der Augenblick nicht die Technik, die Wahrnehmung und keine PixelMonster

  • Josha Kuhn am 20.02.2012 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe Analogtechnik

    Ist doch toll zu sehen, dass es Leute gibt, die die Professionalität der alten Schule den heutigen Erdenbürgern weitergeben möchte... Kommt man vom Fach, weiss man dass in vieler Hinsicht die alte analoge Technik einfach besser ist - nicht in der Hinsicht des Preiswerten oder der Geschwindigkeit, sondern in der Qualität -... Jeder der noch einen guten, teuren Röhrenverstärker besitzt, pflichtet mir bei...

  • A. Schwab am 19.02.2012 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Pickel und Falten

    Ich liebe es, Pickel und Falten ganz scharf zu bewundern, vor allem, wenn es meine eigenen sind =)

  • Werner Ebneter am 19.02.2012 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Photoshopfreie Zone ;-)

    Ansel Adams würde sich freuen. Oder auch Ernst Haas. Endlich mal wieder einer der nicht mit dem Mainstream mit schwimmt. Einer der was wagt und viel gewinnt. Die Welt kommt nur durch solche Menschen weiter. Bin auf die Resultate gespannt.

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