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Flug AF447
08. Juni 2009 07:43; Akt: 08.06.2009 13:18 Print
Schon 17 Leichen aus dem Atlantik geborgen
Gut eine Woche nach dem mysteriösen Airbus-Absturz über dem Atlantik sind sich die Suchmannschaften jetzt sicher, das Unglücksgebiet lokalisiert zu haben. Insgesamt 17 Leichen wurden nach Angaben der brasilianischen Luftwaffe am Wochenende aus dem Meer gezogen.
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228 Verschollene
Ausserdem seien mehrere Wrackteile des abgestürzten Airbus geborgen worden, sagte Oberst Henry Munhoz am Sonntagabend (Ortszeit). Es gebe «keine Zweifel mehr», dass es Trümmer des Air-France-Fluges 447 seien, sagte Munhoz.
Nicht immer tauchen Leichen an die Wasseroberfläche aufOb eine Leiche im Meer wieder auftaucht oder nicht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Ein menschlicher Körper geht im Wasser zunächst einmal unter und erhält erst später durch Gase, die sich bei der Verwesung bilden, wieder Auftrieb.
Die Bildung dieser Gase wird von einer niedrigen Wassertemperatur gebremst, von warmem Wasser beschleunigt. Ob das Meer oder ein See den Körper jedoch freigibt, wird auch durch die Tiefe bestimmt. Je tiefer eine Leiche gesunken ist, desto höher ist der Wasserdruck, der ein Auftauchen verhindert.
Falls eine Wasserleiche durch reinen Gasdruck wieder an die Oberfläche treibt, ist bei der Bergung Eile geboten. Sind die Gase entwichen, geht der Körper wieder unter. Die Identifizierung von Wasserleichen stellt Ermittler und Pathologen vor eine schwierige Aufgabe. Oft gelingt sie nur durch DNA-Analyse.
(SDA)
In welchem Zustand die Leichen waren, wollte er nicht bekanntgeben, da dies zu schmerzlich für die Angehörigen sei. Munhoz zufolge bargen die brasilianischen Rettungskräfte neun Absturzopfer: vier Frauen, vier Männer und eine Leiche, bei der das Geschlecht nicht mehr zu bestimmen gewesen sei. Acht weitere Tote seien von französischen Militärhubschraubern geborgen worden, sagte Munhoz. Nähere Informationen zu diesen Leichen habe er nicht.
Alle Leichen und Trümmerteile wurden in einer Gegend gefunden, die rund 70 Kilometer entfernt von der Stelle liegt, von der aus das letzte Funksignal der Maschine geschickt wurde. «Wir navigieren durch ein Meer von Trümmern», erklärte Kapitän Giucemar Tabosa Cardoso von der brasilianischen Marine.
Die Maschine verunglückte vor einer Woche rund 1000 Kilometer vor der brasilianischen Küste. Bei dem Absturz kamen 228 Menschen ums Leben. Die genaue Unglücksursache kann wahrscheinlich erst geklärt werden, wenn der Daten- und der Stimmenrekorder der Maschine gefunden werden, die vermutlich tief auf dem Boden des Meeres liegen. Die US-Marine wollte am Montag zwei Ortungssonden nach Brasilien schicken, die Signale aus einer Tiefe von bis zu 6100 Metern empfangen können.
Vereiste Sensoren
Unterdessen wurden technische Probleme bekannt, die beim Absturz der Air-France-Maschine in der Nacht zu Pfingstmontag die entscheidende Rolle gespielt haben könnten: Das Unglücksflugzeug war mit Sensoren unterwegs, die in grosser Höhe schnell vereisten und deswegen mehrfach widersprüchliche Informationen zur Fluggeschwindigkeit lieferten.
Der Flugzeugbauer Airbus hatte seinen Kunden empfohlen, bei allen Maschinen vom Typ A330 die Geschwindigkeitssensoren auszutauschen. Die Airbus-Empfehlung stammt vom letzten September, Air France begann nach eigenen Angaben aber erst Ende April, seine Maschinen umzurüsten. Laut dem französischen Ermittlungsleiter Paul-Louis Arslanian muss das Flugzeug trotz der mangelhaften Technik nicht unsicher gewesen sein.
Allerdings empfing die Maschine den Ermittlern zufolge widersprüchliche Geschwindigkeitsinformationen, als sie durch ein schweres Unwetter flog und abstürzte oder bereits in der Luft auseinanderbrach. Schon eine Abweichung um 50 Stundenkilometer reicht nach Einschätzung von Experten aus, um Flugzeuge unkontrollierbar zu machen.
(dapd)


























