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Wikileaks-Gründer
01. September 2010 14:22; Akt: 01.09.2010 14:45 Print
Ist Assange doch ein Vergewaltiger?
Schwedens Justiz ermittelt erneut gegen den Internet-Aktivisten Julian Assange wegen Verdachts auf Vergewaltigung. Gegen den Australier wurde eine Voruntersuchung eingeleitet.
Wie die Staatsanwaltschaft in Stockholm am Mittwoch mitteilte, gibt es aufgrund der aktuellen Faktenlage Anzeichen dafür, «dass ein Verbrechen begangen wurde». Aus ihrer Sicht handle es sich bei dem möglichen Verbrechen um Vergewaltigung, erklärte die Leiterin der Staatsanwaltschaft, Marianne Ny.
Julian Assange erneut im Zwielicht.(Bild: Keystone)
Es geht um den Verdacht auf Vergewaltigung in einem Fall sowie sexuellen Zwang und sexuelle Belästigung in einem zweiten Fall. Assange bestreitet alle Vorwürfe. Er vermutet, die Vorwürfe könnten als Rache für die Veröffentlichung der geheimen US-Unterlagen zum Afghanistan-Einsatz auf der Webseite Wikileaks lanciert worden sein.
Kurswechsel der Staatsanwaltschaft
Mit der neuen Einstufung haben die schwedischen Behörden zum zweiten Mal seit der Aussage von zwei Frauen gegen Assange vor knapp zwei Wochen ihre Bewertung des Falls komplett geändert. Erst stellte die zuständige Staatsanwältin gegen den 39-jährigen Australier einen Haftbefehl aus, der innerhalb von 24 Stunden zurückgenommen wurde.
Kurz darauf erklärte eine andere Oberstaatsanwältin den Verdacht auf Vergewaltigung für unbegründet und stufte den Verdacht im zweiten Fall von «sexueller Belästigung» auf «Belästigung» herunter. Julian Assange soll laut Aussagen eines Freundes mit beiden Frauen eine kurze Beziehung gehabt haben.
Die inzwischen zuständige Oberstaatsanwältin Ny erklärte, sie bewerte die Vorwürfe anders. Zu Einzelheiten wollte sie nicht Stellung nehmen. Anfang der Woche war bekanntgeworden, dass Assange bei der schwedischen Zuwanderungsbehörde eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung beantragt hat.
Wikileaks versteht sich als Plattform für die anonyme Veröffentlichung brisanter Geheimdokumente im Internet, um auf diese Weise Skandale zu enthüllen und Missstände aufzudecken. Zuletzt erregte die Webseite international Aufsehen, indem sie zehntausende geheimer US-Unterlagen zum Afghanistan-Einsatz ins Netz stellte.
(pbl/sda)


























