Kamera statt Waffe

12. Oktober 2009 15:34; Akt: 12.10.2009 19:02 Print

Jeder Arbeitstag ein Spiel mit dem TodJeder Arbeitstag ein Spiel mit dem Tod

Hollman Morris ist Kriegsreporter - und das, obwohl es in seiner Heimat Kolumbien offiziell gar keinen Krieg gibt. Trotzdem muss Morris täglich bangen - und das längst nicht nur um sein eigenes Leben.

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Hollman Morris hat Angst - besonders um seine Familie. Trotzdem berichtet er in seiner Fernsehsendung
«Contravìa» vom brutalen und schmutzigen Krieg in Kolumbien, wo gekämpft, verschleppt, gefoltert und gemordet wird. Sein Einsatz für die Menschenrechte gefällt nicht allen. Immer öfter erhalten er und seine Familie Morddrohungen - für Hollman Morris eine schier unerträgliche Situation.

Das Schweizer Fernsehen zeigt heute eine erschütternde Dokumentation von einem, der eine Wahrheit zeigt, die viele nicht sehen wollen und der dabei sein Leben riskiert.

Zwischen den Fronten

Wer in Kolumbien gegen wen kämpft, wer sich mit wem verbündet und wer wen unterstützt, ist meist unklar. Nur eines ist sicher: Die Leidtragenden sind die Menschen, die Zivilbevölkerung, die zwischen die Fronten gerät. Im Krieg der Antidrogeneinheiten, der rechts- und linksgerichteten Guerillagruppierungen, der paramilitärischen Truppen und der Streitkräfte der Regierung gibt es seit Jahren unzählige Tote.

In den Kampf für Menschenrechte - mit einer Kamera bewaffnet

Ihnen möchte Hollman Morris eine Stimme geben. Unerschrocken zeigt er mit seiner Kamera Bilder, die man sonst nie sehen würde, reist an die entlegensten Orte um zu dokumentieren, was wirklich geschieht.

Doch sein Kampf für die Menschenrechte und gegen die Gewalt der Guerillagruppierungen und der Antiterror-Armee ist eine Gratwanderung. Nicht nur er, sondern auch seine Frau und seine zwei Kinder sind ständig mit Morddrohungen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen. Eine solch extreme Belastung für seine Familie ist auf die Dauer fast nicht zu ertragen.

Obwohl Morris in Mexiko den internationalen Preis für Neuen Journalismus erhalten hat, die höchste Auszeichnung für Journalisten in Lateinamerika, muss er wegen der ständigen Bedrohung immer wieder sein Land verlassen. Hin und her gerissen zwischen seiner Familie und seiner Berufung als kritischer Journalist verbringt er heute die Hälfte des Jahres im Ausland.