Singapur

05. Juni 2010 15:46; Akt: 24.06.2010 13:16 Print

Keine Gnade für Schweizer SprayerKeine Gnade für Schweizer Sprayer

von Adrian Müller - Weil er zwei Zugwaggons versprayt haben soll, musste ein Schweizer IT-Berater erneut vor dem Richter erscheinen. Dieser demonstrierte, wie hart Singapur Vandalismus bestraft.

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Ihm drohen Stockschläge und drei Jahre Gefängnis: Der 33-jährige Schweizer Oliver F.* wird beschuldigt, in der Nacht des 17. Mai in ein mit Stacheldraht gesichertes U-Bahn-Depot in Singapur eingedrungen zu sein und anschliessend mehrere Waggons mit Graffitis verschmiert zu haben. Nach seiner Verhaftung am 25. Mai wurde F., der als IT-Berater in der Finanzbranche arbeitet, gegen eine geringe Kaution wieder freigelassen.


IT-Berater wollte in die Schweiz zurückkehren

Am Samstagmorgen wurde F. nun zu einer weiteren Anhörung ins Gericht zitiert. Der Singapurer Fernsehsender Channelnews-Asia zeigte in einem Beitrag ein Video mit der Ankunft von F. vor dem Gerichtsgebäude. Der zuständige Richter kannte keine Gnade und erhöhte die Kaution auf 70 000 US-Dollar. Zudem liess er den Reisepass des Schweizers einziehen. «Der besorgt dreinblickende Schweizer verlangte einen Anwalt und bat, die Kaution auf 40 000 Dollar zu senken, da er für die hohe Summe nicht aufkommen könne», berichtet ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP. Der Richter habe die Forderung nach einer Senkung der Kaution abgewiesen, da Vandalismus in Singapur ein schweres Vergehen sei. Zudem bestehe Fluchtgefahr. «F. wollte eigentlich am 27. Mai in die Schweiz zurückkehren, da sein Ausseneinsatz in Singapur beendet ist», erklärt E.R.*, ein ehemaliger Vorgesetzter des verhafteten Schweizers in Singapur. Ob Oliver F. nach der heutigen Vorverhandlung und der abgewiesenen Kaution im Gefängnis sitzt, ist wahrscheinlich, aber nicht bestätigt: «Wir haben derzeit keine gesicherten Informationen», sagt EDA-Sprecher Erik Reumann zu 20 Minuten Online.

Es gibt momentan keine Anhaltspunkte über die Gründe, warum der Schweizer die Zugwaggons versprayt haben soll. Der Senior IT-Consulant, der bei einer Schweizer Informatikfirma in Singapur arbeitet, gibt auf dem Socialnetwork «Xing» als Hobbies Eishockey, Snowboard, Reisen und Fotografieren an. Nichts deutet darauf hin, dass er zur Graffiti-Szene gehört. Sein ehemaliger Vorgesetzter ist aus allen Wolken gefallen, als er von den Vorwürfen erfahren hat: «Er war ein guter Typ, er erledigte seine Aufgaben immer zuverlässig», sagt E.R. Er sei «überhaupt kein schräger Vogel» gewesen. Die IT-Firma selbst wollte gegenüber 20 Minuten Online keinen Kommentar abgeben.

Zwei Sprayer am Werk

Neben vielen Fragezeichen brachte die Anklageschrift neue Details zum Vorschein: So ist Oliver F. nicht alleine, sondern offenbar zusammen mit einem Engländer in das Depot eingedrungen. Der Brite ist aber der Polizei entwischt.

Die Gerichtsverhandlung findet voraussichtlich am 21. Juni statt. Falls der Richter Oliver F. schuldig spricht,
drohen ihm eine brutale Prügelstrafe sowie bis zu drei Jahre Gefängnis.

*Namen geändert

Dieses Graffiti soll der Schweizer gemacht haben:

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  • 8347 am 25.06.2010 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    hängt ihn höher

    man kann davon halten was man will, wer aber graffities jeglichen künstlerischen wert abstreitet hat nicht den hauch einer ahnung von kunst. Basquiat, Keith Harring...schon mal gehört? Wenn man keine Ahnung von der Materie hat sollte man besser den Mund halten weil man sich sonst lächerlich macht. Kunst ist nicht nur das was dir persönlich gefällt.

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    • Peter Neumann am 24.06.2010 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Relation der Strafe

      Ich bin ziemlich schockiert über die Auswüchse und Kommentare welche hier niedergelegt werden. Es handelt sich hierbei nur um Lack auf einer metallischen Oberfläche! Mehr nicht. Das hierfür Prügelstrafe et cetera für gut geheißen werden, steht in keiner Relation zum angerichteten Schaden. Niemand wurde verletzt, keiner wurde in seiner Würde herab gesetzt. Punkt.

      • PUNKT. am 24.06.2010 22:01 Report Diesen Beitrag melden

        Ich bin schockiert

        darüber dass man der Meinung sein kann "Es handelt sich hierbei nur um Lack auf einer metallischen Oberfläche! Mehr nicht!" und "Niemand wurde verletzt, keiner wurde in seiner Würde herab gesetzt." Offenbar haben sie NICHTS VERSTANDEN nach all den Äusserungen hier aber spielen sich zum RICHTER gegen die Mehrheit auf und wollen uns auch noch vorschreiben, was wir von ihnen zu tolerieren haben. Ich betrachte ihre Äusserungen genauso wie Sprayereien, als RESPEKTLOSIGKEIT.

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    • Can2 am 22.06.2010 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      "clevere Werbung"

      ...scheinen ja 'fette pieces' gewesen zu sein. Die Welt wäre so viel schöner und bunter wenn alle Züge von guten Sprayern gebombt wären! Das ist ne Kunstform, aber ihr seht das wohl nie ein...

      • Picasso am 23.06.2010 19:25 Report Diesen Beitrag melden

        Eine "Kunst"form...

        dann bin ich bin Picasso. Dass du nach Madrid zudem das Wort "gebombt" benutzt für Züge zeigt ein weiteres Mal dein "feines Gespür" und deinen "Kunst"verstand. "Das ist ne Kunstform, aber ihr seht das wohl nie ein..." Ein Blinder belehrt mich über das Sehen, HA HA HA !!!!

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