Klo-Aufstand in Indien

16. Februar 2012 17:00; Akt: 16.02.2012 17:55 Print

Keine Toilette, keine Ehefrau!Keine Toilette, keine Ehefrau!

Weil es im Haus ihres frisch angetrauten Ehemannes kein WC gab, zog eine Inderin kurzerhand wieder aus. Jetzt bekommt sie für ihr «mutiges Handeln» einen Preis im Wert von 9300 Franken.

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Fehlende Toiletten stellen vor allem im ländlichen Indien ein grosses Hygiene-Problem dar. (Bild: Keystone)

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Die junge Anita Narre aus dem zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh heiratete im Mai vergangenen Jahres Shivram, einen 22 Jahre alten Tagelöhner. Nach ihrem Einzug bei ihm stellte sie fest, dass es in seinem Haus keine Toilette gab. Da sie nicht, wie alle anderen im Dorf, in der freien Natur ihr Geschäft verrichten wollte, verliess sie ihren Mann kurzerhand. Wie angekündigt, kam sie erst zurück, als Shivram eine Toilette gebaut hatte.

Toiletten-Revolution ausgelöst

Ihr resolutes Eintreten für Hygiene hat sich gelohnt. Die Inderin hat jetzt für ihr «mutiges Handeln» umgerechnet knapp 9300 Franken von einer gemeinnützigen Organisation erhalten. Dies berichtet ein Behördensprecher am Donnerstag, 16. Februar 2012. Sie habe in ihrem Dorf im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh eine «Toilettenrevolution» ausgelöst. «Narre motivierte andere Frauen ihres Dorfes, ihre Partner zum Bau einer Toilette zu zwingen», berichtete der Behördensprecher. «Das Dorf hat sich durch ihr mutiges Handeln völlig verändert.»

Fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene sind ein grosses Problem vor allem im ländlichen Indien. Laut einer UNO-Studie aus dem Jahr 2010 haben inzwischen mehr Inder ein Handy als eine Toilette.

(sda)