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Waldbrände in Russland
11. August 2010 17:39; Akt: 11.08.2010 17:46 Print
Keine radioaktive Gefahr für die Schweiz
Die mit radioaktiven Partikeln verschmutzte Luft aus den Waldbrandgebieten in Russland stellt nach Ansicht der Behörden keine unmittelbare Gefahr für die Schweiz dar.
«Wir haben nirgends Hinweise auf erhöhte Radioaktivität, auch nicht bei unseren europäischen Partnerorganisationen», sagte Christian Fuchs, Sprecher der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) am Mittwoch. Die Berechnungen zeigten, dass mindestens bis Freitag keine Luftmassen aus Russland bis in die Schweiz gelangten.
NASA-Aufnahme des betroffenen Gebietes über Russlands.(Bild: AFP)
«Die Luftströmungen laufen kurzfristig eher Richtung Ostseeraum und Baltikum und nicht nach Westeuropa», sagte auch Heinz Maurer von MeteoSchweiz. Wegen der Brände auf radioaktiv verseuchten Gebieten berechnet MeteoSchweiz seit Dienstag im Auftrag der NAZ, mit welcher Geschwindigkeit und Richtung sich die Luftmassen aus Russland bewegen.
Auch bei einer veränderten Wetterlage geht die NAZ davon aus, dass nur sehr kleine Mengen radioaktiver Partikel bis in die Schweiz gelangen könnten. Definitive Aussagen über Auswirkungen für Mensch und Umwelt könnten aber erst dann gemacht werden.
Sehr tiefe Werte
«Wir haben keine erhöhte Radioaktivität gemessen - trotz äussert empfindlicher Messstationen», erklärte Philipp Steinmann von der Sektion Umweltradioaktivität beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Er geht davon aus, dass sich die Partikel nur lokal verbreiten. «Es gab auch schon in früheren Jahren Waldbrände in radioaktiv verseuchten Gebieten in Russland. Auch damals konnten wir in der Schweiz keine erhöhten Messwerte feststellen», sagte Steinmann.
«Derzeit messen wir nur zwischen 0,2 und 1,5 Mikro-Bequerel pro Kubikmeter, das heisst nur ein Millionstel oder weniger des Grenzwertes».
Zugelassen ist in der Schweiz ein maximaler Immissionsgrenzwert von 3 Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m3). Bei einem Wert von 30 Bq/m3 prüfen die Behörden Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Die Einheit Bequerel misst den Zerfall radioaktiver Teile pro Sekunde.
Empfindliche Messstationen
Das BAG betreibt ein Netz von Hoch-Volumen-Aerosolsammlern (HVS), die bereits auf kleinste Erhöhungen der Radioaktivität reagieren. In 5 Messstationen an den Standorten Oberschrot bei Plaffeien/FR, Monte Ceneri/TI, Güttingen/TG, Cern bei Genf und Klingnau/AG werden Aerosole auf grossen Filtern gesammelt und wöchentlich ausgewertet.
Zudem verfügt der Bund über das Messnetz RADAIR, das bei erhöhter Strahlung automatisch Alarm schlägt. Informiert werden die Behörden in der Schweiz zudem über Partnerorganisationen in Europa. Sollten tatsächlich radioaktive Partikel aus Russland nach Europa gelangen, würden Finnland und Polen als erste Alarm schlagen, sagte Steinmann.
(sda)



























