Unerklärliches Phänomen

03. Januar 2011 16:27; Akt: 03.01.2011 16:51 Print

Massenhaftes Tiersterben gibt Rätsel aufMassenhaftes Tiersterben gibt Rätsel auf

In einem Ort in Arkansas fielen am Wochenende Tausende Vögel tot vom Himmel. Nun wurden auch noch 100 000 leblose Fische in einem nahegelegenen Fluss entdeckt. Die Experten sind ratlos.

Bildstrecke im Grossformat »
In der schwedischen Stadt Folköping sind am 5. Januar 2011 rund 1000 tote Dohlen gefunden worden. Der Amtsveterinär nahm fünf Vogelkadaver mit, um die Todesursache zu erforschen. Die Todesursache bleibt aber noch unklar. Am 4. Januar 2011 wurden bei der Ortschaft Pointe Coupee im Bundesstaat Louisiana 500 verendete Vögel gefunden. Die Kadaver lagen auf einer Landstrasse. Rund 500 Kilometer nördlich von Pointe Coupee hatte nach der Sylvesternacht ein erstes mysteriöse Vogelsterben im Bundesstaat Arkansas weltweite Schlagzeilen gemacht. Das mysteriöse Vogelsterben von Beebe ist nach ersten Einschätzungen von Wissenschaftlern durch Feuerwerk verursacht worden. Die fast 5000 getöteten Tiere seien vermutlich erschrocken, hätten die Orientierung verloren und seien dann gegen Häuser, Autos und andere Hindernisse geflogen, sagten Ornithologen. Die Einwohner der US-Kleinstadt Beebe waren an Neujahr von einem massenhaften Vogelsterben überrascht worden. Zudem waren in der Ortschaft Ozark, etwa 200 Kilometer vom Fundort der Vögel, auf dem Fluss Arkansas tote Fische auf einer Strecke von 30 Kilometern gefunden worden. In Beebe habe es regelrecht tote Vögel geregnet, teilte die Jagd- und Fischereikommission des Bundesstaates Arkansas am nächsten Tag mit. Die Stadtreinigung hat mehr als 5000 Kadaver aufgesammelt. Es sei schon merkwürdig, dass die Putzequipe mit Gasmasken und chemischen Schutzkleidern unterwegs sei, meinten die Nachbarn. Bei den meisten Tieren handle es sich um Rotschulterstärlinge, erkennbar an ihren roten Flügelflecken.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Im US-Staat Arkansas sind in der Nacht auf Samstag auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern massenhaft Vögel tot vom Himmel gefallen. Ersten Meldungen zufolge seien in der Kleinstadt Beebe etwa 1000 Rotschulterstärlinge von diesem merkwürdigen Massensterben betroffen. Inzwischen hat sich die Zahl vervielfacht. Je nach Quelle differieren die Zahlen: Während auf MSNBC.com von 2000 Tieren die Rede ist, spricht «CNN» von 5000 Vögeln.

Das Massensterben scheint aber noch nicht ausgestanden zu sein: Der «Sydney Morning Herald» meldet in seiner Montagausgabe, dass in der Ortschaft Ozark, etwa 200 Kilometer vom Fundort der Vögel, auf dem Fluss Arkansas 100 000 tote Fische auf einer Strecke von 30 Kilometern gefunden worden seien.

Experten suchen verzweifelt nach Ursachen

Die Behörden versuchten die besorgten Anwohner zu beruhigen: Als Grund des massenhaften Fischsterbens könne ein Schadstoff im Wasser ausgeschlossen werden, denn vom Sterben sei nur eine einzige Art betroffen. Wäre der Fluss verseucht, wären alle Fische tot, hiess es in einer offiziellen Erklärung der Jagd- und Fischereikommission von Arkansas. Experten seien allerdings noch auf der Suche nach der Ursache für beide Vorfälle.

Eine staatliche Ornithologin sagte, die Vögel wiesen Anzeichen eines physischen Traumas auf. Möglicherweise sei der Schwarm von einem Blitz oder einem Hagelsturm in grosser Höhe getroffen worden. Ausserhalb des betroffenen Gebiets wurden keine toten Vögel entdeckt. Die erste These, die Tiere könnten von Silvesterböllern aufgeschreckt worden und an Stress gestorben sein, wurde rasch abgeschlagen. Die ersten toten Vögel wurden schon am Freitag vor Mitternacht gemeldet.

Ungefährlich, aber trotzdem Schutzkleidung

Die Einwohner von Beebe sind am Samstagmorgen von weissgekleideten Mitarbeitern der Stadtreinigung überrascht worden. «Ich war im Irak im Krieg, aber so was habe ich noch nie erlebt», sagte Jeff Drennan gegenüber Fox16 News. «Meine Kinder spielen draussen und jetzt weiss ich nicht, ob sie einer Gefahr ausgesetzt sind.» Es sei schon merkwürdig, dass die Putzequipe mit Gasmasken und chemischen Schutzkleidern unterwegs sei, meint Drennan.

Dass die offizielle Zahl der toten Vögel immer noch mit 1000 angegeben werde, inoffizielle Quellen und Medien aber von weitaus mehr Kadavern sprechen, rufe bei den Anwohner Argwohn hervor. «Allein in meinem kleinen Garten habe ich zwischen 35 und 40 Vögel aufgefunden», sagt Janis Donahue.

Die toten Tiere werden derzeit im Labor des National Wildlife Health Center in Madison, Wisconsin, untersucht.

(kle)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Swen am 05.01.2011 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so am rande

    Habe vor kurzer Zeit eine DOKU über Gammastrahlenausbrüche der Sonne (können aber auch andere Sterne sein)gesehen, wo beschrieben wird das bevor Dinosaureier lebten, also im Urozean, auch mehrere Massensterben durch Gammastrahlenausbrüche (Sonnenwind) der Sonne ausgelöst wurde. Dies hatte zu folge das einzellne Arten ausstarben und die Evolution angeregt wurde...

    • sabrina am 05.01.2011 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      AHA-Erlebnis

      stimmt, jetzt wo du's sagst.. das hab ich auch gesehen.. wär ja möglich, dass das wieder der fall war..

    • Sven mit Vögeli-V am 05.01.2011 17:32 Report Diesen Beitrag melden

      Prima

      Ja genau. Das es gerade einige hundert Exemplare einer ganz bestimmten Vogelart und einige Fische betrifft, mach die Ursache Gammastrahlenausbrüche enorm wahrscheinlich. Das war Sarkasmus.

    einklappen einklappen
  • Peschä am 04.01.2011 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    2 Ursachen

    Vogelschwarm gerät in Feuerwerk: Viele tote Vögel. Fischart hat Krankheit: Viele tote Fische. Nur, weil's zufällig in der Nähe passiert, muss noch lange kein Zusammenhang bestehen.

    • Profeteus am 05.01.2011 00:13 Report Diesen Beitrag melden

      Unmöglich

      Die Einwohner hätten es zum Zeitpunkt des Feuerwerks gemerkt und sofort gemeldet. Man fand die Vögel aber erst am nächsten morgen.

    einklappen einklappen
  • Dayu am 04.01.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Vogel frisst keine Fische!

    Wer ein bisschen googelt, stellt schnell fest, dass Rotschulterspärlinge keine Fische essen. Ausserdem werden diese Fische (drum fish) genannt «Trommler» riesig. Dieser kleine Vogel, der nur bis 24 cm gross wird, kann sich also nicht davon ernähren.