Affäre Polanski

13. Juli 2010 14:48; Akt: 13.07.2010 15:08 Print

Opfer begrüsst Freilassung von PolanskiOpfer begrüsst Freilassung von Polanski

Samantha Geimer hat sich erfreut gezeigt über den Entscheid der Schweizer Justizbehörden, den Starregisseur Roman Polanski nicht an die USA auszuliefern.

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Als sie 13 Jahre alt war, wurde Samantha Geimer im Jahr 1977 von Roman Polanski sexuell missbraucht. Nachdem sie schon früher gefordert hatte, die Verfolgung von Polanski einzustellen, hofft sie nun, dass der Bezirksstaatsanwalt in Los Angeles das Dossier endlich und für immer schliessen werde. In einem am Dienstag ausgestrahlten Interview mit Europe 1 sagte sie, sie sei zufrieden über die Freilassung von Polanski.

Die Schweizer Justiz hatte am Montag den Hausarrest für den 76-jährigen Polanski aufgehoben und ihm die elektronische Fussfessel abgenommen. Der polnisch-französische Doppelbürger war am 26. September 2009 bei der Einreise in die Schweiz in Zürich festgenommen worden, auf Ersuchen der USA.

USA verzichten nicht

Das US-Aussenamt wies die Argumentation der Schweiz zurück, wonach das Auslieferungsgesuch der USA einen Formfehler enthalten habe. Der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles kündigte an, weiterhin die Auslieferung Polanskis zu fordern, sollte er in einem anderen Land festgenommen werden.

«Ein 13-jähriges Mädchen wurde von einem Erwachsenen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt», sagte Aussenministeriumssprecher Philip Crowley. Das sei keine Frage von Formfehlern. Die USA seien der Auffassung, dass die Vergewaltigung einer 13-Jährigen durch einen Erwachsenen ein Verbrechen sei. Die Verfahren gegen Polanski würden weitergeführt.

(sda)