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Gletscherschwund

Schweizer Alpen stark betroffen

von Deborah Rast

Die Schweiz leidet besonders unter der Gletscherschmelze. Nirgendwo nahm die Eisdicke stärker ab als im Alpenraum.


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Verlierer in Europa
Weltweit sind zwei ­Gletscher aus dem Alpenraum die grössten Verlierer: Ein ita­lienischer Gletscher hat rund 3 Meter, ein französischer 2,75 Meter Eisdicke verloren. Auf der Gewinnerseite standen 2007 die norwegischen Gletscher in Meeresnähe. Einzig sie wurden dicker – um bis zu einen Meter. Glaziologe Michael Zemp erklärt: «An der Küste Norwegens gab es 2007 grosse Nieder­schläge in Form von Schnee. Der viele Schnee vermochte die höheren Temperaturen zu kompensieren.»

Die grösste Abspeckkur in der Schweiz musste der Griesgletscher im Wallis über sich ergehen lassen. Er verlor innert einem Jahr rund zwei Meter an Eisdicke. Knapp dahinter folgte der Bündner Silvrettagletscher mit 1,4 Meter. Nicht ganz so schlimm getroffen hat es den Basodino im Tessin. Und doch, auch er verlor 2007 noch rund 20 Zentimeter mehr als die Gletscher weltweit mit durchschnittlich
70 Zentimetern. «Geht das so weiter, müssen wir uns bald neue Gletscher in höheren Lagen für die Messungen ­suchen», sagt Michael Zemp, Glaziologe beim World Glacier Montoring Service der Universität Zürich. Es sei ­bereits das sechste Jahr in Folge, in dem die Gletscher sehr stark abgenommen ­hätten. Bemerkenswert sei auch, dass die Gletscher im Alpenraum immer noch unter dem Rekordsommer im Jahr 2003 litten. Zemp erklärt: «Dadurch, dass in diesem Sommer viel heller Firn weggeschmolzen ist, ­haben die Gletscher jetzt eine viel dunklere Farbe und schmelzen deshalb schneller.»

Der Gletscherschwund fügt der Schweiz nicht nur optisch eine tiefe Wunde zu, auch die Energieversorgung könnte darunter leiden: «Es gibt Stauseen, die zu einem grossen Teil von Gletscherwasser abhängig sind», so Zemp.

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