Erdbeben

03. Oktober 2009 13:50; Akt: 03.10.2009 14:06 Print

Schweizer konnten noch keine Lebenden bergenSchweizer konnten noch keine Lebenden bergen

Im indonesischen Erdbebengebiet sind die angereisten Schweizer Rettungskräfte mittlerweile seit über 24 Stunden im Einsatz. Trotz ununterbrochener Suche in der am schwersten betroffenen Stadt Padang konnten sie bislang keine Person lebend aus den Trümmern bergen.

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Vier Tage nach der Katastrophe: Die Aufräumarbeiten kommen teilweise nur schleppend voran. Schweizer Rettungshelfer in Padang auf der indonesischen Insel Sumatra am 3. Oktober 2009. Seit die 115 Einsatzkräfte aus der Schweiz mit ihren 18 Suchhunden mit der Suche begonnen hätten, seien sechs Leichen in den Trümmern gefunden worden. Kurze Pause für die völlig Erschöpften - Sie konnte kein Erdbebenopfer lebend bergen. Der Grossteil der Schweizer Rettungskräfte werde nun am 7. Oktober in die Schweiz zurückreisen. Einzelne Spezialisten etwa für Wasserversorgung und Gebäudesicherung würden aber noch auf Sumatra bleiben. Letzte Abreisevorbereitungen am Flughafen Zürich am 1. Oktober. Der Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Indonesien. Zahlreiche Helfer suchen in den Trümmern nach Überlebenden. Die Krankenhäuser sind überfüllt oder zerstört. Eingestürzte Häuser und Brücken, abgerissene Stromkabel, Feuer: In Indonesien herrscht nach dem Erdbeben Chaos. Das erste Erdbeben hatte Sumatra am Mittwoch mit einem Epizentrum 50 Kilometer vor Padang getroffen. Ein Tag später ereignete sich ein zweites Erdbeben, das die US-Erdbebenwarte mit der Stärke 6,8 mass. Es ereignete sich in einer geringen Tiefe von 24 Kilometern 240 Kilometer südlich von Padang im Landesinneren. In der 900000-Einwohnerstadt stürzten unter anderem Krankenhäuser, ein Hotel und ein Klassenraum ein. Der Bürgermeister von Padang rief über den Rundfunk zur Hilfe auf. «Wir benötigen wirklich Hilfe. Wir rufen dazu auf, nach Padang zu kommen und zu helfen, Verletzte und Tote zu bergen», sagte Fauzi Bahar. Tausende Menschen wurden bei dem Beben auf der dicht bevölkerten Insel Java zum Teil schwer verletzt. Dutzende Verletzte gab es in Padang im Westen Sumatras: Die Opfer werden in den Spitälern verarztet. Tausende Menschen befinden sich noch unter den Trümmern. Offiziel fielen bereits mehr als 500 Menschen dem Beben zum Opfer. Im Osten Sumatras retteten sich Dutzende Menschen auf die Strasse in Sicherheit. Das Epizentrum des Erdbeben der Stärke 7,9 lag rund 50 km nordwestlich der Stadt Padang vor der Westküste von Sumatra. Die Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt Jakarta sowie in Singapur und Malaysia spürbar.

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«Unsere Mannschaften haben bereits an 7 bis 8 Unglücksorten gearbeitet», sagte Michèle Mercier, Sprecherin des Schweizer Soforteinsatzteams, am Samstag der Nachrichtenagentur SDA am Telefon. Die Schweizer hätten insgesamt sechs Opfer bergen können, keines davon lebend.

Noch seien nicht alle eingestürzten Gebäude abgesucht. «Die Such- und Rettungsarbeit geht praktisch non-stop weiter», sagte Mercier. Dadurch, dass die Schweiz viele Retter vor Ort habe - 115 Personen - , könne im Turnus gearbeitet werden.

In der Stadt arbeiten die Schweizer Hilfskräfte unter sich. Ausserhalb Padangs haben sie sich mit Helfern aus Singapur, Japan, Australien, Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammengeschlossen.

Die Suchtrupps seien in den Dörfern um die Stadt im Einsatz und überprüften, ob keine Orte unabgesucht geblieben seien und was noch zu tun sei, sagte Mercier weiter. Wie erfolgreich diese Mission verläuft, weiss sie nicht. Die Telefonverbindungen sind ausserhalb der Stadt unterbrochen.

Rückreise offen

Wann die Schweizer Helfer das Land wieder verlassen werden, ist laut Mercier noch nicht entschieden. Im Moment gehe es vor allem darum, die Hoffnung aufrecht zu erhalten und den Opfern zu zeigen, dass sie nicht vergessen würden.

Das Beben der Stärke 7,6 hatte am Mittwoch den Westen Sumatras erschüttert. In Padang sind rund ein Viertel der Häuser zerstört. Mehrere Dörfer in der Umgebung wurden völlig verwüstet.

UNO und IKRK schätzen, dass noch bis zu 4000 Menschen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude begraben sind. Verschüttete haben eine maximale Überlebenschance von fünf Tagen. Bislang wurden nach Angaben der indonesischen Regierung 777 Menschen tot geborgen, die UNO spricht von mehr als 1100 Toten.

(sda)