Flutkatastrophe in Pakistan

19. August 2010 00:04; Akt: 19.08.2010 07:21 Print

Schweizer spenden 13 MillionenSchweizer spenden 13 Millionen

Am nationalen Sammeltag für die Flutopfer in Asien sind 13 Millionen Franken zusammengekommen. Damit spendete die Bevölkerung bislang 16 Millionen Franken.

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Das Dorf Sarjani im Distrikt Thatta (28. August 2010). Dämme brechen bei der südpakistanischen Stadt Thatta . Bei Thatta (26. August 2010). Flüchtlinge stehen bei einer weggespülten Anlegestelle einer Fähre bei Thatta (26. August 2010). 2,3 Millionen Menschen flüchten allein in dieser Region vor dem Wasser (26. August 2010). Weite Gebiete in der Region sind überschwemmt (26. August 2010). Flüchtlinge bei Thatta (26. August 2010). Flüchtlinge bei Thatta (26. August 2010). 25. August: Die UNO meldet, dass 800 000 Menschen für Hilfslieferungen nur über den Luftweg erreicht werden können. Mindestens 40 Schwerlasthubschrauber seien nötig, «um die grosse Zahl zunehmend verzweifelter Menschen mit lebensrettenden Hilfsgütern zu versorgen». Bei Thul in der Provinz Sindh warten die Menschen auf Hilfe aus der Luft. Auch die afghanische Armee unterstützt die Hilfsaktionen mit Helikoptern und Personal. Aus einem afghanischen Helikopter werden Nahrungspakete über Thul abgeworfen. Ein Helikopter landet im Quba Saed Khan nahe Shadad Kot in der Provinz Sindh. Dutzende Bewohner wurden von der pakistanischen Armee auf dem Luftweg aus der isolierten Gegend evakuiert. 23. August: Flüchtlinge sitzen zwischen den Autostrassen in Peshawar. Schwimmend mit Hab und Gut durch Sukkur. Poulet, mit Fliegen überzogen: Schwieriges Essen im Flüchtlingslager in Nowshera. 19. August: Das Elektrizitätswerk in Muzaffargarh unter Wasser. Staatschef Zardari zeigt sich mit Überlebenden der Flutkatastrophe. Eine Farm wird zur Insel: Hochwasser in der Sindh-Provinz. 16. August: Eine pakistanische Familie in Shekarpur schützt sich vor dem Monsun-Regen. Sauberes Wasser ist ein knappes Gut in den zerstörten Gebieten, wie hier in Nowshera in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa. (16. August 2010) Wasserausgabe in Shikarpur: Die UNO warnte, dass 3,5 Millionen Kinder von Krankheiten bedroht sind, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. In Sukkur und anderen Orten haben wütende Flutopfer Strassen blockiert, um gegen die zögerliche Hilfe der Regierung zu protestieren. Nach UNO-Angaben haben viele der betroffenen Menschen noch keinerlei Unterstützung erhalten. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln stellt die Helfer aus dem In- und Ausland immer noch vor grosse Probleme. Die UNO erklärte, wegen der Hochwasserkatastrophe drohe vielen Menschen Unterernährung. Wird Essen ausgegeben, kommt es regelmässig zu Verteilkämpfen, wie hier in Shekarpur. Hunger und Verzweiflung lässt die Menschen handgreiflich werden. Nahe der Stadt Dera Alayar werden Lebensmittel und Wasserflaschen über gestrandeten Flutopfern abgeworfen. Viele Überlebende können nur durch die Luft versorgt werden. Von der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan sind 20 Millionen Menschen direkt oder indirekt betroffen. Hunderttausende leben unter prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern wie hier in Pathan Wala. Flüchtlinge in einer Schule in Sukkar. Traurige Heimkehr: Flutopfer kommen in ihre zerstörten Häuser im Nowshera District in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa zurück. Ein zerstörter Schienenweg in In Sultankot, in der Provinz Sindh. Die Zerstörung der Infrastruktur Pakistans ist gewaltig. Die UNO rechnet damit, dass die Schäden in die Milliarden gehen. Ein Pakistani nutzt die defekten Schienen als Brücke in Sultan Kot Eine Familie im Muzaffargarh-Distrikt im Punjab ist mit ihren Habseligkeiten auf dem Weg in ein trockenes Gebiet. Überlebende im Muzaffargarh-Distrikt, Punjab. Flüchtlingscamp in Razzakabad. Eine Frau in Khangarh, nahe Multan, nutzt eine grosse Pfanne, um sich in Sicherheit zu bringen. Gemäss zahlen der UNO wurden Hektar Ernte vernichtet. Hier ein Bild des Überschwemmungsgebiet im Punjab nahe der Millionenstadt Multan. Und die pakistanischen Behörden befürchten weitere Überflutungen durch den Fluss Indus. In der Nähe von Multan sind ganze Dörfer verschwunden. Ein Helilandeplatz ist im Khyber-Pakhtunkhwa Gebiet unter Wasser. Binnenflüchtlinge in Sukkur erhalten rudimentäre medizinische Hilfe. 14. August 2010: Ein pakistanischer Soldat hält einen Sack mit Hilfsgütern im Helikopterflug über Jacobabad. Abwurf von Hilfspaketen über Jacobabad. Das Elend ist gross. Ein Mann mit seinen Habseligkeiten in Sukkar. 13. August 2010: Ein Mann sitzt auf den Trümmern seines Hauses in Aza Kheil in der Nähe von Peshawar. Exodus aus Muzaffargarh in der Nähe von Multan (13. August 2010). Nach Angaben der Regierung sollen 20 Millionen Menschen ihr Zuhause verloren haben. Die Jahrhundertflut hat in Pakistan grosse Not ausgelöst. Flüchtlingslager in Risalpur. Die USA haben Kriegsschiffe und Helikopter entsandt, um Hilfe ins Land zu bringen. Kreative Selbsthilfe in Shah Jamal. Zahlreiche Dörfer sind seit Tagen von ihrer Umwelt abgeschnitten. Die Bewohner können nur noch aus der Luft evakuiert werden. Die Zerstörung ist immens. Viele Pakistaner haben alles verloren. Jeder versucht zu retten, was er kann. Eine Nähmaschine... ...einen Fernseher... ... oder eine Kuh, wie Bauer Rasool Bux. Schätzungen der UNO zufolge sind mindestens 14 Millionen Menschen von den durch heftige Regenfälle ausgelösten Überschwemmungen betroffen. Es fehlt an allem, die Überlebenden sind auf fremde Hilfe angewiesen. 1800 Tote haben die verheerenden Überschwemmungen bereits gefordert. Essen und Trinken werden verteilt. Von Helikoptern aus aufgenommene Bilder des pakistanischen Fernsehens zeigten Menschen, die in ihren Dörfern auf den Dächern beschädigter Häuser Schutz vor den reissenden Fluten suchten. Luftaufnahmen zeigten, dass die Fluten ganze Dörfer weggespült hatten. Mit Militärhubschraubern und mehr als 100 Booten versuchten Rettungskräfte, zu rund 27 300 noch immer von Wasser eingeschlossenen Einwohnern der Provinz vorzudringen. Menschen, die sich mit ihren Habseligkeiten auf dem Rücken zu Fuss einen Weg durch die Wassermassen bahnten. Nach Angaben des UNO-Büros für humanitäre Hilfe in Pakistan konnten sich die Rettungskräfte noch immer kein klares Bild vom kompletten Ausmass der Flutkatastrophe machen. Viele Kommunikationswege sind zusammengebrochen. Die Behörden würden in Schulen Notunterkünfte errichten, um die Menschen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen. Doch aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse steigt in den Massenunterkünften die Gefahr von Seuchen. Ärzte berichteten bereits aus Notlagern von Ausschlägen und Durchfallerkrankungen. Zudem gebe es Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Aus dem Distrikt Swat wurden mehrere Cholera-Fälle bekannt, wie der Informationsminister der Provinz, Mian Iftikhar Hussain, erklärte. Hussain sprach von der «schlimmsten Flut in Khyber Pakhtunkhwa in der Geschichte des Landes». Die Provinz Khyber Pakhtunkhwa grenzt im Nordwesten des Landes an Afghanistan. Viele Menschen dort wohnen in abgelegenen Bergdörfern. Mehr als 27000 Menschen waren am Sonntag noch immer von den Fluten im Nordwesten des Landes eingeschlossen, ... ... wo nach heftigem Monsunregen zahlreiche Flüsse über die Ufer traten.

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Nachdem die Hilfe für die Flutopfer in Pakistan und den angrenzenden Gebieten zuerst nur schleppend angelaufen war, hat die Glückskette den Mittwoch zum nationalen Sammeltag erklärt. Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard hatte zum Spenden aufgerufen.

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Sechs Millionen Menschen benötigen nach der Flutkatastrophe in Pakistan Soforthilfe. Haben Sie bereits gespendet?
13 %
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45 %

Zur Mittagszeit hatten Schweizerinnen und Schweizer rund 4 Millionen Franken gespendet - Am frühen Abend wurde dann die 10- Millionen-Grenze gesprengt. Total kamen 13 Millionen zusammen.

«Wir sind sehr zufrieden, es lief sehr gut», sagte Glückskette- Sprecherin Priska Spörri auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wir haben einige grosse Beträge erhalten. Erfahrungsgemäss wird sich der Betrag, der bis Mitternacht zusammenkommt, in den nächsten zwei bis drei Wochen noch verdoppeln.»

Unter anderem zeigten sich mehrere Kantone spendenfreudig: Zürich überweist der Glückskette 500 000 Franken, Bern 200 000, der Aargau 80 000, St. Gallen 60 000, der Thurgau und Schwyz je 50 000, Solothurn 30 000 und Uri 25 000 Franken. Wie Glückskette-Sprecher Roland Jeanneret gegenüber Schweizer Radio DRS sagte, hat ein privates Unternehmen die Grossspende von einer Million Franken zugesagt. Zudem wollten etliche Gemeinden einen Beitrag leisten.

Glückskette: Geld kommt zu den Richtigen

Die Glückskette ist überzeugt, dass die Hilfe trotz der schwierigen politischen Lage und der Präsenz der Taliban in Pakistan die Opfer erreicht. Sie arbeite mit Schweizer Hilfswerken zusammen, die Land und Leute kennen und die wüssten, wie mit Korruption umzugehen sei, sagte Sprecher Jeanneret. Es gebe daher eine «sehr hohe Garantie, dass jeder Franken zu den Richtigen kommt».

Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard hatte am frühen Mittwochmorgen in ihrem Spendenaufruf am Radio die politische Lage angesprochen. Man könne politisch über diese Weltgegend denken, was man wolle, sagte sie: «Es sind Frauen und Männer, es sind Kinder, die hier leiden.»

Die Bilder des Elends hätten sie sehr betroffen gemacht, sagte Leuthard. Einmal mehr seien es die Schwächsten, die am meisten leiden: Kinder und ältere Menschen. «Ich rufe Sie auf, lassen Sie Ihr Herz sprechen und machen Sie mit an diesem nationalen Tag der Solidarität!»

Für Tsunami-Opfer wurde am meisten gespendet

Das überschwemmte Gebiet in Asien hat etwa die Grösse der Schweiz, Österreichs und Belgiens zusammen. Gegen eine Million Häuser wurden von den Wassermassen zerstört. Rund 20 Millionen Menschen sind betroffen, von denen etwa 8 Millionen Soforthilfe in Form von medizinischer Nothilfe und Nahrungsmitteln benötigen.

Am meisten Geld hat die Glückskette bisher 2005 an einem Sammeltag für die Opfer des Tsunami im Indischen Ozean eingenommen: 62 Millionen Franken. Mit 27 Mio. liegt die Sammlung für die Hochwasseropfer von Gondo VS (anno 2000) an zweiter Stelle. Für die Erdbebenopfer in Haiti kamen Anfang Jahr 20 Mio. zusammen.

Die Glückskette arbeitet mit Caritas Schweiz, Christoffel Blindenmission, Handicap International, HEKS, Heilsarmee, Schweizerischem Rotem Kreuz, Schweizerischem Arbeiterhilfswerk und Terre des hommes-Kinderhilfe.

Gespendet werden kann an:

Glückskette
Postkonto 10-15000-6 (Vermerk «Überschwemmungen Asien»),
Gratis-Telefonnummer 0800 87 07 07,
www.glueckskette.ch.


Elizabeth Byrs, UN-Sprecherin für humanitäre Angelegenheiten, zu den Hilfeleistungen der UN:
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(Quelle: APTN Video)

(sda)