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Naturgewalt
11. März 2010 16:05; Akt: 11.03.2010 19:57 Print
Schwere Nachbeben in Chile
Kurz vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten ist Chile erneut von mehreren heftigen Erdstössen erschüttert worden. Das grösste Beben hatte eine Stärke von 7,2. Auch ein Leser-Reporter erlebte das Beben vor Ort.

Trotz Nachbeben liess sich der frischgebackene Präsident Sebastián Piñera nach seiner Vereidigung eine Ehrenrunde im offenen Wagen nicht nehmen.
Der erste heftige Erdstoss dauerte rund 40 Sekunden. Das Beben war vor allem in der Hauptstadt Santiago zu spüren. Ein Leser-Reporter, der zurzeit in Santiago de Chile eine Spanischschule besucht, berichtete, dass das Erdbeben gut zu spüren war. Doch, so der Leser-Reporter weiter, «die Leute blieben ruhig und auch unter den Schülern brach keine Panik aus. Soweit wir es bisher hier im Zentrum sehen können, gibt es jedoch keine Schäden».
Bewohner verlassen die Hafenstadt Constitución, nachdem eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden ist.(Bild: Reuters)
Sebastián Piñera (r.) wurde in Anwesenheit mehrerer lateinamerikanischer Staatsoberhäupter (im Bild: Uruguays Präsident José Mujica) kurz nach den Erdstössen vereidigt.(Bild: Keystone)
Piñera vereidigt
Der neue chilenische Präsident Sebastián Piñera hat am Donnerstag seinen Amtseid abgelegt. Der 60-jährige Milliardär und Unternehmer wurde am Parlamentssitz in der Küstenstadt Valparaíso in sein Amt eingeführt - wenige Minuten nach drei schweren Erdstössen.
Der rechtsgerichte Piñera folgt auf die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet, die laut Verfassung nicht wieder kandidieren durfte. Drängendste Aufgabe dürfte für ihn zunächst die Bewältigung der Folgen des schweren Erdbebens von Ende Februar sein. Als erste Amtshandlung wollte Piñera in die Küstenstadt Constitución reisen, die am 27. Februar von dem Beben und dem darauffolgenden Tsunami teilweise zerstört wurde. (sda)
Erschüttert wurde aber auch die zentralchilenische Hafenstadt Valparaíso, wo gleichentags die Amtseinführung von Präsident Sebastián Piñera stattfand. Ausländische Staatschefs betraten gerade das Parlamentsgebäude in Valparaíso, als die Erde bebte. Mit besorgten Gesichtern und nervös lachend schauten viele Menschen auf die Kronleuchter, die an der Decke des Parlamentssaales schwankten. Auch in den Fernsehstudios sahen sich die Nachrichtensprecher besorgt um, als das Bild zu wackeln begann. Dennoch konnte der Akt wie geplant über die Bühne gehen (siehe Infobox).
Perus Präsident Alan García zeigte sich jedoch nervenstark: «Wir wollen ja nichts dramatisieren. Das war ein Erdstoss. So etwas haben wir in Lima dauernd», sagte er auf der Freitreppe vor dem Parlament. Anschliessend ging er in das Gebäude.
Tsunami-Warnung ausgegeben
Das Epizentrum des stärksten Bebens lag unter dem Festland. Dennoch wurde die Möglichkeit eines Tsunamis nicht ausgeschlossen, wie CNN berichtet. Bisher kam es aber zu keiner Flutwelle, dennoch hält die Marine an der Tsunami-Warnung fest. Bewohner küstennaher Orte wurden aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Dem ersten Erdstoss folgten mehrere Nachbeben mit Stärken bis 6,9. Es wird mit weiteren Nachbeben gerechnet.
Am 27. Februar hatte sich im Süden Chiles ein Erdbeben der Stärke 8,8 ereignet und zahlreiche Häuser zum Einsturz gebracht. Es war eines der schwersten jemals auf der Welt registrierten Beben. Darauf folgte ein Tsunami an der Pazifik-Küste.
Bislang wurden nach Behördenangaben 497 Tote identifiziert. Es wurde befürchtet, dass auch einige der Hunderten Vermissten ums Leben gekommen sind.
Insgesamt sind Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen. Die bisherige Staatschefin Michelle Bachelet hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten werde bis zu vier Jahre dauern.
(jcg/sda/dapd)

























