Studie

15. April 2009 23:05; Akt: 15.04.2009 22:01 Print

Sportliche trinken mehr AlkoholSportliche trinken mehr Alkohol

von Lorenz Hanselmann - Sportliche Menschen schauen öfter und tiefer ins Glas als Bewegungsmuffel. Und Frauen verletzen sich eher als Männer, wenn sie beschwipst Sport treiben.

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Laut einer Umfrage des Bundesamts für Sport glauben 70 Prozent der Schweizer, dass der Sport Jugendliche vom Trinken abhält. Ein Irrtum: Sportler zechen sogar mehr als Sofasurfer. So lautet das Resultat einer neuen Studie des Unispitals Lausanne, für die 8694 Personen in der Notaufnahme untersucht wurden. «Wir fanden keinerlei Hinweise darauf, dass Sport eine präventive Wirkung bezüglich Alkoholkonsum hat», so Studienleiter Gerhard Gmel. Fuss- oder Handballer seien weit stärker gefährdet als etwa
Ausdauersportler: Bei den Männern trinkt fast jeder zweite Ballsportler risikoreich – gegenüber 33 Prozent bei den Bewegungsmuffeln. Bei den Ballsportlerinnen sind es 21 Prozent. Von allen Frauen betrinkt sich dagegen nur rund jede Zehnte wenigstens gelegentlich ex­zessiv.

Allgemein wird in Teamsportarten am meisten ge­bechert – weil man vor oder nach dem Training gemeinsam ein Glas hebt oder weil Siege feucht gefeiert werden, vermutet Barbara Steiger von der Zürcher Fachstelle zur Prävention des Alkoholmissbrauchs. Das Problem sei erkannt. Sport­stars wie Tranquillo Barnetta würden deshalb für einen massvollen Umgang mit Alkohol werben.

Bei den Geschlechtern kommt die Lausanner Studie zu einem erstaunlichen Resultat: Frauen haben ein klar höheres Risiko als Männer, sich beim Sport zu verletzen, nachdem sie Alkohol getrunken haben – wie etwa nach dem Après-Ski. «Schon ein Glas reicht», so Gmel.