Kurioser Fall

05. Januar 2012 19:27; Akt: 05.01.2012 19:27 Print

Walliserin lässt sich von totem Mann scheidenWalliserin lässt sich von totem Mann scheiden

Virginie traut ihren Augen nicht: Sie will sich von ihrem Ehemann scheiden – und muss erfahren, dass er schon vor über zwei Jahren verstorben ist.

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Eine Walliserin will sich scheiden lassen - und erfährt erst dann von den Genfer Behörden, dass ihr Mann schon seit über zwei Jahren tot ist. (Bild: www.colourbox.com)

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Seit dem 29. November 2011 gehen die Walliserin Virginie und der Franzose Bastien* offiziell getrennte Weg – Virginie hatte dies per einseitigem Scheidungsbegehren so veranlasst. Nur: Bastien ist seit Juni 2009, also zweieinhalb Jahre vor der Scheidung, tot. «Ein äusserst aussergewöhnlicher Fall, eine Kumulierung von speziellen Umständen», sagt der Anwalt von Virginie* gegenüber dem «Nouvelliste».

Wie konnte dies passieren? Virginie und Bastien heiraten im Jahr 2002. «Ich war von seinen rhetorischen Fähigkeiten beeindruckt, schnell stellte sich aber heraus, dass er ein verschwenderischer Phantast war. Nach der Trennung hatte ich keine Lust, ihn wiederzusehen», sagt sie. Dies war 2004 – danach haben die beiden keinen Kontakt mehr.

Im Juni 2011 entschliesst sich Virginie, sich einseitig von ihrem Mann zu scheiden. Sie geht davon aus, dass er mittlerweile wieder in Frankreich lebt und kontaktiert die französische Botschaft. Diese kann ihr aber keine Neuigkeiten von Bastien geben. Da sein Aufenthaltsort also unbekannt ist, fordert ihn der Walliser Bezirksrichter zweimal via Amtsblatt auf, sich für ein Schlichtungsverfahren zu melden – ohne Erfolg.

Witwe – oder doch geschiedene Frau?

Die grosse Überraschung folgt, als Virginie im November 2011 – also praktisch gleichzeitig mit dem Scheidungsurteil – ihr Ladenlokal vergrössern lässt und sich deshalb ihre zweite Säule auszahlen lassen will. «Da teilten mir die Genfer Behörden mit, dass mein Mann vor über zwei Jahren gestorben war», so die Walliserin. Weshalb sie nicht früher davon erfährt, bleibt unklar.

Der kuriose Fall ist freilich noch nicht abgeschlossen. «Nicht nur hätte ich gerne gewusst, unter welchen Umständen mein Ex-Mann starb, ich hätte mir auch die Scheidung und die damit verbundenen Kosten ersparen können», sagt Virginie. Ihr Anwalt geht davon aus, dass das Bezirkgericht das Scheidungsurteil bald aufheben und sie als Witwe anerkennen wird: «Versichern kann ich dies aber nicht.»

*Erfundene Namen

(fum)

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  • Anonym am 06.01.2012 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Blitzheirat?

    Sie hat ihn geheiratet, weil sie von seinen rhetorischen Fähigkeiten beeindruckt war und dann stellte sich heraus, dass er ein verschwenderischer Phantast war? Wie lange hat sie ihn wohl vor der Heirat gekannt, dass sie das nicht schon vorher gemerkt hat?

  • trudi am 06.01.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Zickenalarm

    krass, wie hier frauen auf frauen rumhacken. soviel zur solidarität. männer sind diesbezüglich echt weiter.

  • Parco Bruni am 06.01.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Parkbusse

    Wäre es um eine Parkbusse oder eine Geschwindigkeitsübertretung gegangen, hätten die Beamten sicher schnell herausgefunden, dass der Typ inzwischen gestorben ist.