«Rede des Jahres 2011»

21. Dezember 2011 14:32; Akt: 21.12.2011 14:55 Print

Zieglers nie gehaltene Rede ausgezeichnetZieglers nie gehaltene Rede ausgezeichnet

Seine Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele kann man nur auf Youtube sehen. Dennoch - oder gerade deshalb - gereicht sie Jean Ziegler zu Ruhm und Ehre. Rhetoriker wählten sie zur «Rede des Jahres 2011».

Weil er von den Salzburger Festspielen wieder ausgeladen wurde, hielt Jean Ziegler seine Eröffnungsrede vor dem Youtube-Publikum.

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Jean Zieglers nicht gehaltene Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele ist von Rhetorikern der Universität Tübingen als «Rede des Jahres 2011» ausgewählt worden. Der Genfer Soziologe richtet schwere Vorwürfe an Leiter von Grosskonzernen und -banken.

Der ehemalige UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung macht in seinen Ausführungen unter anderem gewissenlose Akteure des Finanzkapitalismus für die Hungersnot in Ostafrika verantwortlich.

«An die Stelle einer festlichen, höchstens an manchen Stellen ein wenig nachdenklichen oder mahnenden Wohlfühlrede, wie sie oft genug gehalten wird, setzt Ziegler einen aufrüttelnden Appell, ja, eine Provokation», erklärte die Jury zur Preisvergabe.

Nachfolger von Benedikt XVI.

Der 77-Jährige war als Eröffnungsredner der Salzburger Festspiele zunächst ein- und dann wieder ausgeladen worden. Er veröffentlichte die Rede schliesslich im Videoportal YouTube.

Dadurch habe sie eine noch grössere öffentliche Wirkung entfaltet, als wenn sie in Salzburg gehalten worden wäre, lobte die Universität Tübingen am Mittwoch. Sie sei ein leidenschaftliches Plädoyer für den Kampf gegen die weltweite Hungersnot.

Mit der undotierten Auszeichnung würdigt das von Walter Jens gegründete Seminar für Allgemeine Rhetorik jedes Jahr eine Rede, die die politische, soziale oder kulturelle Diskussion entscheidend beeinflusst hat. Frühere Preisträger waren etwa Papst Benedikt XVI., SPD-Chef Sigmar Gabriel oder der Dramatiker Rolf Hochhuth.

(sda)

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  • Kritischer Denker am 23.12.2011 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik an J. Ziegler

    Zum Glück wurde J. Ziegler wieder ausgeladen. Er präsentiert zwar Fakten, zieht aber falsche Schlüsse! Er sagt die Hungersnot in Ostafrika gibt es weil es seit 5 jahren nicht geregnet hat und wegen den Shabab-Milizen, 3 Minuten später sind aber die reichen Westeuropäer schuld... hä? Wie E.v.Däniken, der nimmt auch Fakten und spinnt dazwischen Halbwahrheiten - man kanns glauben oder nicht, aber wahr ist es deswegen noch lange nicht was dieser Herr erzählt!

  • Danny am 23.12.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Illusionen

    Nicht nur auf die Reichen und Mächtigen losgehen. 80% von denen Spenden Unsummen und übernehmen Patenschaften aller Gattung. Wir sollen uns alle an der Nase nehmen, anstatt die zu kritisieren, die es zu mehr gebracht haben als wir. Tatsache aber bleibt, dass wir so viel Spenden können wie wir wollen, was wir ja auch rege, selbst im Kleinen, tun und es überhaupt nichts bringt. Es gibt keine Chance Hunger und Armut im grossen Stil auszurotten. Gab es nie, wird es nie geben. Wer hat Schuld an der Misere? Alle - auf ihre eigene Weise.

  • Peter Maurer am 23.12.2011 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Nicht wirklich überagende Rede.. Mit Kunst und Poesie die Armut bekämpfen?