Farasi

26. November 2008 16:34; Akt: 26.11.2008 16:46 Print

Zootiere landen auf dem TellerZootiere landen auf dem Teller

von Adrian Müller - Flusspferdchen Farasi droht weiter die Schlachtbank. Doch er ist nicht der einzige: Jeder Zoo tötet Tiere. In einem Wildpark landen die Hirsche gar auf dem Teller.

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Flusspferd-Baby Farasi droht weiterhin als Krokodilfutter zu enden, wenn der Basler Zoo kein geeignetes Plätzchen für den überzähligen «Happy-Hippo» findet. Tierfreunde setzen alle Hebel in Bewegung, damit es nicht so weit kommt (20 Minuten Online berichtete). Die Protest-Gemeinde auf Facebook wächst stündlich um hunderte Personen. Mittlerweile fordern über 4000 Personen, das Nilpferd-Baby keinesfalls zu töten. Sie kritisieren den Zoo: «Ich kann nicht verstehen, warum man die Tiere nicht kastriert oder besser verhütet», sagt eine Userin.

Wildes Treiben im Zoo

Die Tierzucht in Tiergärten ist schwierig unter Kontrolle zu halten. Doch von Kastration wollen die Zoobetreiber nichts wissen: «Artgerechte Tierhaltung ohne Fortpflanzung gibt es nicht», erklärt Alex Rübel, Direktor des Zoos Zürich. Diese Vorgehensweise bringe jedoch mit sich, dass es überzählige Tiere gebe. Im Züri Zoo seien dies meistens Geissen, Wildrinder und Meerschweinchen, welche geschlachtet und verfüttert werden. Die Schweizer Zoos töten vor allem Pflanzenfresser wie Hirsche und Wildsäue, bestätigt Peter Schlup, Wildtierexperte beim Schweizer Tierschutz STS. Diese werden meist weiterverfüttert: «Raubtiere sind schliesslich keine Vegetarier». Nur in Einzelfällen müssten «exotische» Tiere wie Farasi eingeschläfert werden.

Tödliche Anti-Baby-Pille

Das niedliche Nilpferdchen als Krokodilfutter – für alle Tierfreunde eine Horrorvorstellung. Wieso liess es der Zoo Basel überhaupt zu, dass die Flusspferd-Mama schon wieder ein Junges kriegt?

Verhütung bei Tieren ist sehr kompliziert – die Tierpfleger können den Wildtieren nicht einfach Antibaby-Pillen verabreichen: «Verhütungs-Präparate können beispielsweise bei Tigern massive Krebsgeschwüre verursachen», sagt Schlup. Der Einsatz an Wildtieren sei noch zu wenig erforscht – Nebenwirkungen seien weitgehend unbekannt.

Hirschpfeffer aus dem Zoogehege

Der Wildpark Langenberg in Langnau a. Albis lässt der Natur freien Lauf: In den Gehegen tummeln sich über 120 Hirsche, welche sich jedes Jahr munter vermehren. «Wir schlachten überzählige Tiere oder verkaufen sie weiter», erklärt Andreas Reifler, Betriebsleiter des Wildparks. Das Fleisch liefert der Park an das hauseigene Restaurant: «Die Gäste schätzen das Fleisch von naturgerecht gehaltenen Tieren.» Es gebe sogar Leute, welche ausschliesslich Fleisch vom Langenberg essen. «Wir töten aber keine Tiere, nur weil das Restaurant einen Hirschrücken braucht», sagt Reifler.