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In die Irre geführt
16. Dezember 2009 12:13; Akt: 16.12.2009 19:06 Print
Zu dumm fürs Navi-Gerät
von Annette Hirschberg - Ein Ende im Gelände: Wie am Sonntag ein Deutscher in Chur fahren Autofahrer im blinden Vertrauen in ihr GPS-Gerät auf Felswege, in abschüssige Wälder - oder landen im Fluss. Laut Bundesamt für Strassen sind dies gefährliche Einzelfälle.
Eigentlich wollte der 21-jährige Deutsche am vergangenen Sonntagabend auf die Lenzerheide zum Boarden. Doch dann kam alles anders: Seinen Audi 80 lenkte er stattdessen zielgerichtet in einen tiefen abschüssigen Wald bei Chur. Dort musste er von der Polizei geborgen werden. Wie es dazu kam? Der Lenker vertraute blind seinem Navigationsgerät, teilte die Polizei mit.
Fähre weg - in den Main geplumpst
Ob ihm eine betörende Computerstimme den Verstand geraubt hat, bleibt sein Geheimnis. Trösten kann er sich vielleicht damit: Er ist längst nicht der Einzige, der sein Schicksal einer fremden Stimme anvertraut, anstatt einen genauen Blick auf den Weg zu werfen.
Einen feuchten Abend erlebten vor einer Woche fünf junge Männer aus dem deutschen Offenbach. Der Fahrer des Kleinwagens fuhr mit seinen vier Kumpels auf einen Fähranleger und von dort direkt in den Main. Die Polizei teilte mit, er habe sich voll auf sein Navigationssystem verlassen – dass er auf die Ankunft der Fähre hätte warten müssen, richtete ihm die Computerstimme dann aber nicht mehr aus.
Auf den falschen Pfad liess sich der Fahrer eines Biertransporters Mitte November im deutschen Uelzen bei Hamburg leiten. Sein Navi-Gerät lotste ihn auf den Radweg. Die Strasse neben dem Veloweg liess er links liegen. Der mit 22 Tonnen beladene LKW sackte ein und drohte umzukippen.
Auf Schlittelpiste geraten
In West Yorkshire fuhr diesen März ein 43-jähriger Brite mit seinem 5er-BMW auf einem felsigen Fussweg. Der gedankenlose Fahrer war auf der Suche nach dem Haus eines Freundes und liess sich von seinem Navi auf dem steilen, rutschigen Pfad bis an den Rand eines 40 Meter hohen Felsens führen. Nur dank einem Zaun stürzte er nicht in den Abgrund. Anfang März 2008 blieb in der Schweiz ein deutscher Lieferwagenlenker auf der Nordseite des Albulapasses in der Schlittelpiste stecken. Im Vertrauen auf sein Navi war er trotz Hinweis- und Verbotstafeln Richtung gesperrten Pass gefahren, bis er nicht mehr weiterkam.
Mitten auf der Autobahn gewendet
«Bitte wenden, bitte wenden.» Dieser Anweisung aus dem GPS-Gerät gehorchte ein italienischer Autofahrer im Februar 2007 ohne Rücksicht auf Verluste, nachdem er auf die falsche Autobahn gefahren war. Bei Zizers wendete er sein Auto umgehend und wurde so zum Geisterfahrer. Danach kam es zu mehreren Ausweichmanövern, jedoch zu keiner Kollision. Nach kurzer Fahrt konnte der Geisterfahrer gestoppt werden.
Weshalb sich die fremdgesteuerten Autolenker zu solchen Manövern verleiten lassen, ist schwer zu beurteilen. Laut Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Bundesamts für Strassen, verlieren einige Lenker im Vertrauen auf das Navigationsgerät schlicht den Blick für die reale Situation auf den Strassen. Immerhin: «99 Prozent der Benutzer wissen, dass die Verkehrsregeln das letzte Wort haben und nicht die Stimme aus dem Navi. Solche Fälle sind Einzelfälle», so Rohrbach.
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Alle 62 Kommentare






























Lenk - Denk
Ohne denk kein lenk! Müsste auch jedem Non-CH klar sein!
In unbekannten Orten
Klar, mich hat mein GPS auch schon veräpelt. Ich suchte eine Strasse in Ascona - GPS fand sie auch - leider von der falschen Seite. Es war eine Einbahnstrasse :-( Nun, ich stellte mein Auto ab und ging zu Fuss da rein. GPS darf man keinesfalls blind vertrauen. Das kann unweigerlich Ärger bedeuten.
Beliebte Ausrede auch zum Falschfahren..
Am Limmatquai in der Zürcher Innenstadt hat's regelmässig Vollpfosten, die in verkehrter Richtung daherkommen (die Strasse ist für Motorfahrzeuge nur noch für Zubringerdienste geöffnet und nur in einer Fahrtrichtung). «Das Navi hat's nicht angezeigt» ist die wohl beliebteste Ausrede. Sobald man die Nummernschilder fotografiert, glauben die Fahrer übrigens ausnahmslos alle, dass sie eben doch wenden müssen...