Fall Lucie Trezzini

30. Januar 2012 09:52; Akt: 30.01.2012 11:39 Print

Dani H. wegen Mordes angeklagtDani H. wegen Mordes angeklagt

Der Mörder von Lucie steht Ende Februar in Untersiggenthal AG vor Gericht. Nebst einer Verurteilung wegen Mordes fordert der Staatsanwalt, dass Dani H. lebenslänglich verwahrt wird.

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Jugendliche tragen Lucies Sarg aus der Kirche Christ-Roi nach dem Trauergottesdienst 16. März 2009 in Fribourg. Die engsten Angehörigen und mit ihnen hunderte Menschen und Bischof Bernard Genoud, rechts, nehmen in der Kirche Christ-Roi von Lucie Abschied. Lucies Sarg mit der weissen Rose wird herausgetragen. Vor dem Haus, in dem die getötete Lucie L. gefunden wurde, werden Blumen und Kerzen deponiert. Eine Einwohnerin von Obersiggental gibt ihrer Bestürzung Ausdruck. Das Haus, indem der Täter wohnte, wurde mit wütenden Parolen besprayt. Polizisten betreten das Haus, in dem Lucie L. tot aufgefunden wurde. Der Täter Dani H. (Bild: TeleZüri) André Leimgruber, der Chef des mutmasslichen Täters Daniel H., ist tief schockiert über die brutale Tat seines ehemaligen Mitarbeiters. In dieser Küche arbeitete Daniel H. bis zum 19. Februar. Er soll tadellose Arbeit geleistet haben, hatte aber offenbar ein Drogenproblem und kam einfach nicht mehr. Trauernde zünden vor dem Haus von Dani H. Kerzen an (Bild: ZVG) «Lucie Trezzini: 165 cm gross und von schlanker Statur», so die Vermisstenanzeige der Polizei. Die vermisste Lucie arbeitete als Au-pair in Pfäffikon. Jeweils am Mittwochnachmittag hatte sie frei. Am 4. März 2009 wollte sie nach Zürich, sagte ihre Gastmutter. Normalerweise sei Lucie sehr zuverlässig und komme spätestens um 22 Uhr nach Hause. Doch an jenem Abend kam Lucie nicht zurück. Ihre Gastfamilie machte sich Sorgen und rief gegen halb elf auf Lucies Handy an. Sie schrieben mehrere SMS. Sie erhielten keine Antwort. Gegen Mitternacht schalteten sie die Polizei ein. Lucies letztes Lebenszeichen: Ein Anruf bei einer Freundin, gegen 18 Uhr. Beim Telefongespräch mit der Freundin erzählte sie, sie sei von einem Unbekannten gefragt worden, ob sie bereit sei, für Fotos mit Schmuck zu posieren. Die Polizei konnte das Handy am Mittwochabend zum letzten Mal orten: Um 22.38 hinter dem Bahnhof Baden. Danach verlor sich Lucies Spur. Die Eltern der Vermissten initiierten eine Suchaktion: Mit freiwilligen Helfern hatten sie in Zürich, Baden und Freiburg nach Lucie gesucht. Auf der Community-Plattform Facebook bildeten sich Gruppen, die nach Lucie suchten: Über 40 000 Menschen hatten sich in kurzer Zeit versammelt. Die traurige Gewissheit: Die Kapo Aargau bestätigt am 9. März, dass es sich bei einer Frauenleiche im Dachgeschoss eines Hauses in Rieden bei Baden um die vermisste Lucie Trezzini handelt. (Bild: Mobile-Reporter) Noch bis kurz vor Mittag trugen Beamte vom kriminaltechnischen Dienst am Montag, 9. März, Beweismaterial aus der Wohnung im Dachgeschoss zusammen. Hinter diesen zwei Dachfenstern muss sich Grauenhaftes abgespielt haben. Die ganze Wohnung trägt gemäss Kripo Spuren der Gewalt gegen Lucie.

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Am 4. März 2009 hat Dani H. das Aupair Lucie Trezzini in seine Wohnung in Rieden bei Baden gelockt. Er hatte ihr erzählt, er wolle Fotoaufnahmen von ihr machen. Dort schlug er sie mit einer Hantelstange nieder und schnitt ihr die Kehle durch.

In einem Monat muss sich der heute 28-jährige ehemalige Koch vor dem Bezirksgericht Baden für seine kaltblütige Tat verantworten. Die Verhandlung dauert zwei Tage und findet am 28. und 29. Februar im Gemeindesaal in Untersiggenthal statt. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Verurteilung wegen Mordes und eine lebenslängliche Verwahrung.

Der Mord am Aupair aus dem Kanton Freiburg erschütterte die ganze Schweiz. Der damals 25-jährige Dani H. war erst vor wenigen Monaten aus der Arbeitserziehungsanstalt Arxhof im Baselbiet entlassen worden. Im Jahr 2003 hatte er versucht, eine Kollegin umzubringen. Trotz einer attestierten Rückfallgefahr kam er nach fünf Jahren auf Bewährung frei. Bewährungshilfe und eine Suchtbehandlung wurden angeordnet. Doch die Kontrollmechanismen versagten und Dani H. führte aus, was er sechs Jahre zuvor nur versucht hatte.

(ann)