Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Bund entscheidet
25. Januar 2012 16:14; Akt: 25.01.2012 17:17 Print
Weissenstein-Sesselbahn wird abgebrochen
Die alte «Sässeli»-Bahn auf dem Solothurner Hausberg Weissenstein wird durch eine moderne Gondelbahn ersetzt. Der Entscheid des Bundes steht. Jedoch wird ein Rekurs bereits geprüft.

Die Weissenstein-Sässeli werden wohl bald den Gondeln weichen müssen. (Bild: Keystone)
Der Bund hat das Projekt für die umstrittene neue Seilbahn auf den Solothurner Hausberg Weissenstein bewilligt und die Konzession erteilt. Der Bund stimmte auch dem Abbruch der historischen Sesselbahn zu. Der Schweizer Heimatschutz prüft einen Rekurs.
Die alte «Sässeli»-Bahn könne unter Beibehaltung der schützenswerten Elemente nicht auf den heutigen Sicherheitsstand gebracht werden, teilte das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Mittwoch mit. Die Sicherheitsinteressen würden höher gewichtet als das Interesse des Denkmalschutzes. Auch würde die Bahn nach der Sanierung nicht über eine ausreichende Kapazität verfügen.
Die bestehende Sesselbahn Weissenstein war 1950 weltweit die erste kuppelbare Bahn überhaupt und ist damit ein Zeitzeuge für Pionierleistungen in der Seilbahntechnik.
Das BAV teilt die Meinung der Denkmalschutzexperten, dass es sich um ein kulturhistorisch wertvolles Denkmal handelt, wie es in der Medienmitteilung heisst. Im November 2009 hatte die Sesselbahn ihren Betrieb eingestellt. Die Solothurner haben zur Bahn auf den Weissenstein ein sehr inniges Verhältnis.
Projekt für 12 Millionen Franken
Das Neubauprojekt der Seilbahn Weissenstein AG sieht für Investitionen von rund 12 Millionen Franken eine Seilbahn mit 6er- Kabinen auf den 1280 Meter hohen Hausberg vor.
Gemäss BAV tangiert die geplante Bahn wie bereits die alte Anlage zwar gewisse Schutzziele. Der Weissenstein ist als besonders schützenswert im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet.
Das Projekt sei jedoch optimiert worden und Ersatzmassnahmen seien geplant, hält das BAV fest. Die Bewilligung der neuen Seilbahn sei ein zentrales Element des vom Bundesrat genehmigten kantonalen Richtplans zur Umsetzung des Gesamtkonzepts Weissenstein plus.
Freude und Enttäuschung
Erfreut reagierten die Seilbahn Weissenstein AG und der Solothurner Regierungsrat auf das grüne Licht des Bundes. «Geduld und Kompromissbereitschaft» hätten sich ausbezahlt, hielt die Bahnbetreiberin fest.
Man hoffe auf die «Vernunft der Projektgegner». Wenn der Entscheid des BAV nicht beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werde, so könne mit dem Bau im Spätfrühling begonnen werden. Laufe alles optimal, werde die neue Bahn noch vor Ende des Jahres eröffnet.
Für den Regierungsrat entspricht die neue Bahn «einem Bedürfnis der Bevölkerung der Region». Man hoffe, dass die Beschwerdeführenden die auf ihr Betreiben hin erfolgten Änderungen an der Gesamtkonzeption Weissenstein würdigten.
Heimatschutz prüft Rekurs
Mit Enttäuschung reagierte der Verein «Pro Sesseli» auf den Entscheid. Der Verein engagiert sich für den Erhalt der alten Anlage. Man sei überzeugt, dass die neue Bahn «so nicht bewilligungsfähig sei», sagte Vereinspräsident Heinz Rudolf von Rohr auf Anfrage.
Der Schweizer Heimatschutz (SHS) will den BAV-Entscheid innerhalb der Rekursfrist von 30 Tagen sorgfältig prüfen. Die Konzession widerspreche den Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz, teilte der SHS mit. Der Verband ist zu einem Rekurs berechtigt.
Dass der Entscheid des Bundesamtes für Verkehr erst nach zweieinhalb Jahren vorliege, zeige wie umstritten das Neubauprojekt innerhalb der verschiedenen Bundesämter sei. Die alte Anlage ist gemäss SHS «die letzte ihrer Art im Seilbahnland Schweiz und ein Denkmal von nationaler Bedeutung».
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 22 Kommentare





























Zurück zur Gründerzeit!
Baut landesweit alle modernen Seilbahnen zurück und baut die alten wieder auf! :-) Dann lernen die Leute den Umgang mit weniger Sicherheit endlich wieder. Gruss an die Juristen (insbesondere aus den USA).
EIN BISCHEN UEBLEGEN BITTE!
Was ist das wieder mal für eine Geldmacherei! Diese Sesselbahn ist sicher und hat auch einen historischen Wert. Unterhalt ist auf einem Minimum und für die Touristen eine Attraktion. Eine Hochelektronische Einrichtung wird auf lange Zeit enorm viel mehr kosten.
Hohe Kosten
Und jede Zeitverzögerung ergibt noch einmal mehr kosten. Wie Sie sehen ist der Schweizer Heimatschutz nicht ganz unschuldig an den hohen Kosten.
Es muss eine Neue Bahn her
Macht doch endlich platz für eine gesetzeskonforme Bahn auf den Weissenstein, die alte könnt ihr ja irgend in ein Museum stellen. Die Sicherheitsvorschriften gibt es nicht ohne Grund, sonst soll doch der Verein "Pro Sesseli" die volle Verantwortung für Unfälle übernehmen und auch dafür haften.
St. Ursenkathedrale abreissen
Wir sollten die St. Ursenkathedrale in Solothurn abreissen weil die Treppe auf den Turm hinauf viel zu eng und viel zu steil ist, also den heutigen Sicherheitsstandards nicht genügt. Oder anders gesagt: irgendein Scheinargument für etwas das bewiesenermassen sicher ist findet man immer.
Übertreibt doch... Die Menschen sind zu
verwöönnt...Ich habe wol noch von keinem Unfall mit der Sesselibahn gelesen aber schon von vielen Gondelunfällen... Und da stimme ich dem Kritiker zu wen wir gleich so anfangen wollen würde wohl vieles nicht mehr stehen wie die ST .Ursentreppe zum Turm....