11. Oktober 2007 00:35; Akt: 11.10.2007 00:41 Print

Demoverbot lässt Rechtsextreme kaltDemoverbot lässt Rechtsextreme kalt

Die Demo von Rechtsextremen gegen Kinderschänder ist definitiv illegal. Den Organisatoren ists egal. Nicht einmal auf Ylenias trauernde Mutter mögen sie Rücksicht nehmen.

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«Wir demonstrieren für den Schutz unserer Kinder und für härtere Strafen für Verbrechen an Kindern», so G.F.*, die Antragstellerin der Demo vom Samstag in Appenzell. Und Denise Friederich, Vorstandsmitglied der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), doppelt nach: «Die Kundgebung soll Politiker dazu veranlassen, die Verwahrungsinitiative endlich umzusetzen.»

Die beiden Frauen zeigen sich unbeeindruckt vom Demoverbot durch die Behörden. Auch dass sie mit ihrer Kundgebung die Gefühle von Ylenias Mutter verletzen könnten, beeindruckt die Aktivisten offenbar nicht. In einem Brief hat Charlotte Lenhard die Rechtsradikalen gebeten, auf die Demo zu verzichten. Schon zuvor hatte sie sich dagegen verwahrt, dass aus dem Tod ihrer Tochter politisches Kapital geschlagen wird. Vergeblich: Die Rechten wollen keine Rücksicht nehmen auf die trauernde Mutter. Es tue ihr leid, wenn sie Ylenias Familie kränke, sagt dazu G.F., «man kann jetzt aber nicht mehr länger warten».

Als wäre das allein nicht schon traurig genug, befürchtet man in Appenzell für Samstag böse Krawalle. Pnos-Frau Denise Friederich räumt denn auch ein, man rechne mit linken Gegendemonstranten.

Felix Burch/Marina Omaljev

*Name der Red. bekannt