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Plättli-Zoo
03. September 2010 16:26; Akt: 03.09.2010 16:27 Print
Das Affentheater geht in die nächste Runde
Der Plättli-Zoo will die flüchtigen Affen mit Beruhigungsmitteln zur Räson bringen, bevor die Ausflügler den Affenwald in Beschlag nehmen. Experten kritisieren die Methoden des Zoo-Besitzers.
Die entwischten Berberaffen von Frauenfeld fühlen sich im Wald wohler, als es dem Plättli-Zoo lieb ist. Trotz Lockversuchen mit Süssigkeiten machen die Affen auch nach acht Tagen keine Anstalten, ins Gehege zurückzukehren. Seit Donnerstag versucht gar eine Affenflüsterin, die Tiere in eine Transportkiste zu locken. Bisher ohne Erfolg. «Wir versuchen die Tiere zu zähmen, indem wir eine Paste mit Beruhigungsmitteln in das Futter mischen», sagt Walter Mauerhofer, Besitzer des Plättli-Zoos zu 20 Minuten Online. Zahlreiche Schaulustige torpedieren jedoch die Fangversuche: Am Donnerstag trieb ein Hund die Affen in die Flucht, als sich die Tiere der Affenflüsterin näherten. «Auch heute Morgen sind Leute im Wald herumgeschlichen», beklagt sich Mauerhofer. Am Wochenende droht dem Affenwald von Frauenfeld ein regelrechter Strom von neugierigen Ausflüglern. «Die Leute kommen sowieso, da helfen keine Absperrungen», so Mauerhofer.
Bildstrecken Affen brechen im Thurgau aus Plättli-Zoo ausRichtige Fangtaktik gesucht
Der grosse Zuschauerauflauf könnte die Affen vertreiben, befürchet Mark Rissi vom Schweizer Tierschutz. Im Affenberg Salem am Bodensee werden die Affen mit Fallen eingefangen. Mit dem richtigen Know-how und der richtigen Taktik sei dies nicht besonders schwierig, sagt Affenberg-Direktor und Biologe Roland Hilgartner zu 20 Minuten Online. «Es scheint, als sei der Zoo-Besitzer mit der Situation überfordert», sagt denn auch Tierschützer Rissi.
Es droht eine wilde Affenpopulation
Mauerhofer lässt sich nicht beirren. «Jeder will es besser wissen, wie man die Affen einfängt.» Er plane, nächste Woche im Wald ein kleines Zaungehege aufzubauen, um die Affen hineinzulocken. «Die Affen spazieren nicht einfach in Fallen, sie sind nicht dumm», so der Zoo-Besitzer. Berberaffen bräuchten mehrere Tage Angewöhnungszeit, bevor sie sich in eine als Falle dienende Kiste wagen würden.
Rissi hofft, dass die Affen endlich ins Netz gehen. «Obschon die Tiere überleben könnten, darf es eine wilde Affenpopulation in der Schweiz nicht geben», sagt der Tierschützer. Dies würde das biologische Gleichgewicht ins Wanken bringen.
(am)


























