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08. Januar 2007 23:33; Akt: 08.01.2007 23:36 Print
Partyfotograf war Teil von globalem Pädophilen-Ring
Der verhaftete Partyfotograf war Teil eines internationalen Netzes, das sich darauf spezialisiert hatte, Kinderporno-Gesetze bis aufs Letzte auszureizen. Kinderschützer fordern nun strengere Gesetze.
Die Seiten heissen Teenyfantasy, Gorgeous Pre-Teen etc. Auf diesen posieren 11- bis 14-jährige Mädchen in eindeutigen Stellungen, in Reizwäsche und nassen T-Shirts. Auf einer der Websites, die der verhaftete St. Galler Partyfotograf betrieben hatte, fanden sich solche Lockbilder und Links zu einem weltweiten Netzwerk von sogenannten Teenmodeling-Seiten.
Bis zu fünfzehn mögliche OpferWeil die Strafbarkeit der erotischen Bilder auf den Paysites des St. Galler Partyfotografen unsicher ist, konzentriert sich das Untersuchungsamt St. Gallen derzeit auf die Suche nach weiteren minderjährigen Models, die im Rahmen der Fotoshootings Sex mit dem 25-Jährigen hatten. Laut Staatsanwalt Thomas Hansjakob waren in der Kartei rund 15 Mädchen im heiklen Alter. Sie werden nun möglichst behutsam kontaktiert und befragt.
«Die rechtliche Beurteilung des Teenmodeling gehört zum Mühsamsten, womit wir es zu tun haben», sagt Marc Henauer von der Koordinationsstelle Internetkriminalität (Kobik) des Bundes. Zwar sei die Absicht der Seiten oft klar, doch mit den lediglich erotisierten Bildern schrammten die Anbieter ganz bewusst knapp an der Strafbarkeit vorbei, was laut Henauer wohl auch auf die St. Galler Seite zutreffen dürfte.
Für Ruth Ziltener, Vizepräsidentin von Marche Blanche Schweiz, ist das ein unerträglicher Zustand. «Ich bin schockiert: Es ist für mich völlig klar, dass sich Pädophile an diesen Seiten befriedigen», sagt die Ostschweizer Exponentin der Anti-Pädophilenorganisation. Marche Blanche will deshalb mit Hilfe eines Parlamentariers auf Bundesebene einen Vorstoss für strengere Gesetze lancieren, der es erlaubt, gegen das Teenmodeling vorzugehen.
Gaudenz Looser

























