10. Juli 2007 23:00; Akt: 10.07.2007 23:17 Print

Sohn von SVP-Politiker delinquierte weiterSohn von SVP-Politiker delinquierte weiter

Dem Sohn (21) von SVP-Kantonsrat und St. Galler Kreisparteipräsident Karl Güntzel droht eine mehrmonatige Freiheitsstrafe. Doch schon läuft das nächste Verfahren gegen den Junior.

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Der Filius von SVP-Nationalratskandidat Karl Güntzel hatte bereits eine Latte an Jugendstrafen, als er 2006 dem Nationalratskandidaten der SP, Etrit Hasler, mit mehreren Schwedenküssen die Nase brach (20 Minuten berichtete). Wegen dieses Vorfalls und wegen Raubes steht der 21-Jährige im August vor Gericht. Es droht eine unbedingte Freiheitsstrafe. Als Anwalt trat in der Vergangenheit jeweils Vater Güntzel auf. Ihn empfiehlt die SVP des Kantons St. Gallen als Mann für den Nationalrat und «gegen jene politischen Kräfte, die unser Land seit den neunziger Jahren mit (...) mehr Kriminalität, mehr Gewalt und Missbräuchen verlottern lassen».

Güntzel junior scheint davon unbeeindruckt zu sein. Selbst die drohende Haftstrafe konnte ihn nicht daran hindern, weiter zu delinquieren. Gemäss Recherchen von 20 Minuten handelt es sich bei dem FCSG-Fan, der am 13. Mai in Luzern geschnappt wurde, just als er einen deutschen Reisecar versprayte, um den Spross des SVP-Lokalmatadors. Später gestand er der Polizei, bereits auf dem Weg vom Bahnhof Luzern zum Stadion mehrere Fassaden, Autobusse und SBB-Wagen besprayt zu haben. «Wir gehen von einer Schadensumme zwischen 5000 und 10000 Franken aus», so der St. Galler Staatsanwalt Thomas Hansjakob.

Karl Güntzel wollte zu den jüngsten Eskapaden seines Sohnes und Mandanten keine Stellung nehmen. Stattdessen kündigte er an, die Gerichts-Akteneinsicht für Journalisten im Kanton St. Gallen einschränken lassen zu wollen.

Gaudenz Looser