Gewalt

07. September 2008 22:40; Akt: 08.09.2008 09:25 Print

St. Galler Frauen sind rabiaterSt. Galler Frauen sind rabiater

von Annette Hirschberg - St.  Galler Frauen schlagen doppelt so häufig zu wie Zürcherinnen. Weil die Kapo genau hinschaut, sagt Regierungsrätin Karin Keller-Sutter.

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Während die Zahl der männlichen Täter im Bereich häuslicher Gewalt im Kanton St.  Gallen in den letzten Jahren eher rückläufig war, nahm diejenige der Frauen zu – von 100 im Jahr 2005 auf gegen 200 im Jahr 2007. Auch wenn sie immer noch in über 80 Prozent der Fälle die Opfer sind, schlagen St.  Galler Frauen damit doppelt so häufig zu Hause zu wie Frauen im Kanton Zürich.

Karin Keller-Sutter, Vorsteherin des St. Galler Sicherheits- und Justizdepartements, erklärt das mit der grösseren Erfahrung in St. Gallen mit häuslicher Gewalt: «Wir weisen seit sechs Jahren Täter weg. In dieser Zeit hat eine starke Sensibilisierung stattgefunden.» Dies bestätigt Fabrizio Ruscelli, Leiter der Fachstelle Häusliche Gewalt bei der Kapo St.  Gallen. «Männer hatten lange keine Chance, sich Gehör zu verschaffen, weil man bei der Polizei nicht in Betracht zog, dass sie von einer Frau geschlagen werden könnten», sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung».

Auch beim Institut Männer gegen Männergewalt Ostschweiz hat man bereits Täterinnen beraten. Aber: «Es ist noch selten», sagt Gewaltberater Matthias Koller.