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Hüllenlos
10. Februar 2009 15:51; Akt: 10.02.2009 16:40 Print
Nacktwandern, bis es föhnt
von Amir Mustedanagic - Raus aus den Klamotten und rauf auf den Berg: Nacktwandern war in den vergangenen Wochen in aller Munde. Was ist es aber tatsächlich - luftiger Spass, kühle Spinnerei oder Wintersport? Ein 20-Minuten-Online-Reporter wollte es genau wissen und zog sich aus.
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Nacktwandern
Talstation «Ebenalp» in Wasserauen im tiefen Appenzellerland: Seit dem Entscheid der Kantonsregierung, Nacktwandern zum Offizialdelikt zu machen (20 Minuten Online), ist es Feindesland für jeden Naturisten - oder Natouristen, wie sich Nacktivitäter gerne nennen. Wobei Wortspiele ganz wichtig sind, wie Puistola am Telefon erklärte. Puistola ist der Forum-Name eines 54-jährigen Nacktwanderers aus dem Thurgau. Er hat sich anerboten, mich auf eine Tour mitzunehmen - unter einer Bedingung: Ich muss mich auch ausziehen.
Sommer oder Winter ist für Puistola egal. Der passionierte Nacktwanderer geht immer am liebsten ohne störende Kleider.
Puistola, wie ihn Gott schuf, irgendwo im Alpstein: «Nacktwandern ist ein ganz anderes Gehen, ein widerstandsloses und intensiveres.»
Auch auf Langlauf-Skiern am liebsten hüllenlos, Puistola. Hier von einem Mobile-Reporter im Toggenburg fotografiert.
Nacktwanderwege
In Deutschland gibt es erste Vorstösse, abgesteckte Routen für Naturisten anzubieten. Zahlreiche Tourismus-Verbände erhoffen sich davon mehr Leute in die Naherholungszonen zu locken. Bisher sind aber noch keine offiziellen Nacktwanderwege eröffnet worden.
Organisierte Ausflüge
In der Schweiz sind organisierte Ausflüge bisher selten. Touren werden meist paarweise absolviert oder in kleinen Vier- und Fünfer-Gruppen. Die Teilnehmer kennen sich meist untereinander. Vereinzelt gibt es aber auch Aufrufe in Internet-Foren (Link zu Forum). In Deutschland hingegen gibt es offizielle Termine, die auf Homepages ausgeschrieben werden (Link zur Seite). Nicht selten nehmen bis zu 50 Naturisten an den Events teil.
Puistola erkennt man auf dem Parkplatz von weitem. Sein Gesicht ist auffällig braun für die Jahreszeit und nicht nur das, wie im Verlaufe des Tages klar werden wird. Der Föhn pfeift durchs Tal, Puistola kann kaum die Autotüre öffnen. Ich kann mir die Frage nicht verkneifen: «Bist du sicher, dass wir bei dem Wetter wandern können?» «Keine Sorge», antwortet er und lächelt, «wir suchen uns eine windstille Ecke.»
Ich steige zu ihm ins Auto. Sofort schiesst mir der Sex-Grüsel-Gedanke durch den Kopf. Ein Mann, der in Internet-Foren schreibt, sich gerne auszieht und einen Unbekannten mit auf eine Nacktwanderung nimmt – könnte der nicht auch gefährlich sein? Ich umschliesse mein Mobiltelefon in der Jackentasche und versuche locker zu bleiben. «Gehst du auch nackt zum Langlaufen?», spreche ich ihn auf die Skier im Auto an.
«Na, dann wollen wir mal»
«Nicht ganz», antwortet er. Das Tempo sei zu hoch, man friere an den Extremitäten relativ schnell und am Geschlecht auch, deshalb trage er neben Handschuhen und Mütze auch ein Dreieckli, «ein rotes» konkretisiert er nebenbei. Ich nicke mitfühlend und denke mir: Was für ein Spinner und wünsche mich nach Hause zurück.
Nach zehn Minuten haben wir das «Eggli» erreicht, einen 1200 Meter hohen Aussichtspunkt bei Steinegg (AI). «Wir gehen Richtung Fähnerenspitz», erklärt Puistola und zeigt auf einen normal beschilderten Wanderweg. Es ist sechs Grad kalt und der Föhn peitscht über die Hügel. «Hast du Angst?», fragt er. Ich spiele den Helden: «Nee, überhaupt nicht. Bin oft nackt» und überlege, wie lange der letzte Saunabesuch her ist. Als die Beiz ausser Sichtweite ist, sagt Puistola: «Na, dann wollen wir mal.»
«Mach du schon mal, ich mach kurz noch ein paar Aufnahmen», versuche ich den Moment des Ausziehens zu verzögern. Drei Handbewegungen später ist er aber bereits nackt. «Mütze und Schuhe darfst du anbehalten», scherzt er. Ich werfe meine Jacke in den Schnee und friere bereits. «Bist Du sicher, ist es nicht zu kalt?», frage ich nochmals. «Keine Angst sobald du ganz nackt bist, ist es vorbei mit dem Frieren.» Die Kleider im Rucksack verstaut, kralle ich mich am Stativ der Kamera fest und sehe an mir herunter: «Will das die Welt wirklich sehen?», frage ich halb laut. «Darum geht es gar nicht», antwortet Puistola. Abmarschbereit steht er vor mir. Ich versuche, ihn anzuschauen ohne seinen braungebrannten Körper anzugaffen, dessen Haut wie gegerbtes Leder aussieht und frage nach: «Worum geht es dann?»
Worum es Puistola tatsächlich geht, lesen Sie hier im 2. Teil.
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Alle 180 Kommentare




























Griechin
Sorry, aber was Sally in 20 Min. schreibt, ist ja wohl hart an der Grenze. Ich bin auch kein Fan vom Nackwandern, aber einen nackten Menschen als eklig zu bezeichnen, ist für mich entwürdigend. Ich bin Pflegefachfrau, aber egal, wie dick, dünn, glatthäutig oder schrumplig jemand ist, nie käme mir in den Sinn zu sagen, ein nackter ist eklig. Ekelt sie sich auch vor ihrem Mann ?
Toleranz
So ist das überall zu beobachten: Wenn mir etwas nicht gefällt an einem anderen, verurteile ich es, auch wenn ich mit dem anderen keinen direkten Kontakt habe. Wie wärs einfach mit wegschauen, wenns mich stört?
leicht bekleidet
Ich habe nichts gegen Nackt wandern, aber ich denke das aus Rücksicht auf andere Menschen die sich daran stören, könnten die Nacktwanderer vielleicht ein kurzes Röcklein aus Baumwolle mir Gummizug tragen. Dies spürt mann kaum, von unten ist es luftig und man ist "angezogen". ( aus einem -Shirt )