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768 Unterschriften
25. Januar 2011 17:54; Akt: 25.01.2011 20:58 Print
Mit Hängematte gegen Sozialschmarotzer
von Simon Städeli - Ein Komitee hat der Stadt Arbon heute 768 Unterschriften für die Initiative «Stopp dem Sozialhilfe-Missbrauch» eingereicht. Für die Behörden ist das reiner Populismus.

Die Initianten übergaben gestern der Stadt Arbon die Initiative "Stopp dem Sozialhilfe-Missbrauch". In fünf Tagen haben sie 768 Unterschriften gesammelt. (Bild: 20 Minuten/Simon Städeli)
«Arbon hat die höchsten Sozialkosten im ganzen Kanton Thurgau. Jetzt muss was getan werden», sagt Andrea Vonlanthen, Leiter des Initiativkomitees, das sich aus SVP-Kreisen zusammensetzt. Sie haben an fünf öffentlichen Sammeltagen rund 768 Unterschriften gesammelt, dies bei insgesamt rund 13500 Einwohnern. Gestern übergab das 15-köpfige Team die Unterschriften an die Stadt. Mit dem Spruchband «Keine Hängematte für Sozialbetrüger» setzten sie sich im Stadthaus in Szene.
«Wir nehmen die Sozialbezüger eng an die Leine und kontrollieren sie in Gesprächen.»Martin Klöti
Stadtammann von Arbon.
In der Initiative wird ein externer Sozialdetektiv gefordert, der bei Verdacht auf Sozialmissbrauch eingesetzt werden kann. Laut Vonlanthen gibt es in Arbon zu viele «Schmarotzer»: «Es gibt Leute, die beziehen Sozialgeld, fahren aber gleichzeitig einen teuren Mercedes und besitzen mehrere Fernseher», so Vonlanthen. Diesen Leuten müsse man auf die Schliche kommen und die Rente streichen.
Für Martin Klöti, Stadtammann von Arbon, bringt die Initiative keinen Zweck. «Unser soziales Amt lässt nichts zu Wünschen übrig. Wir nehmen die Sozialbezüger eng an die Leine und kontrollieren sie in Gesprächen», so Klöti. Er wirft den SVP-Initianten darum Wahlkampf vor: «Es steckt Populismus dahinter, um im Gespräch zu bleiben», so Würmli.
Noch deutlicher wurde die Vorsteherin des Ressorts für Soziales und Gesellschaft, Heidi Wiher-Egger von der FDP, im vergangenen November in der «Thurgauer Zeitung». Sie äusserte sich sehr kritisch zur Initiative. Ein potentieller Sozialbezüger müsse sich schon heute «bildlich gesprochen bis fast auf die Haut ausziehen.» Die Initiative sei deshalb nicht überdacht: «Die Initiative beruht auf Fantasien und Stammtischgesprächen», so Wiher-Egger. Der voraussichtliche Abstimmungstermin findet am 23. Oktober 2011 statt.
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Alle 11 Kommentare





























Stigmatisierung
"Sozialschmarotzer" sagt doch schon eine Menge über die Stossrichtung der initiative aus. es soll den arbonern suggestiert werden, alle sozialhilfebezüger wären schmarotzer.
so ab der Welt?
Die Frau Vorsteherin tut so als wären Stammtischgespräche was schlechtes. Wenn sie das Gefühl haben die Initianten sind mit Ihrer Meinung "so ab der welt" dann gehen Sie mal am Abend in den Ausgang und besuchen Sie ein paar Bar's. Fragen sie in diversen einschlägigen Läden die Leute wie Ihre Familie den Lebensunterhalt bestreitet.
Anliegen der Bürger ernst nehmen
Wieder einmal wischt die Behörde ein grosses Anliegen unter den Tisch. Das sind keine Fantasien, sondern Tatsachen. Solange jedoch die Behörden diese Schmarotzer unterstützt, wird es so weitergehen. Ich hoffe, dass die Bürger zusammenhalten und die Behörden zu Massnahmen zwingt.
Einmal mehr: nichts als Stimmungsmache
Die Stadtbehörde hat in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen und die Sozialausgaben der Stadt Arbon in den Griff bekommen. Die Initianten (notabene die Stadtsparer) sind mit dieser Initiative selber Kostentreiber. Konkrete Umsetzungsvorschläge und Verbesserungen im Controlling wären zielführend - solche Vorstösse und Vorschläge vermisse ich von den Initianten und habe den Eindruck, hier geht es nur um eines: Provokation für den Wahlkampf.