Jonschwil SG

20. Juni 2011 20:24; Akt: 21.06.2011 09:28 Print

«Das ist schon ein Frust»«Das ist schon ein Frust»

von Silvana Hungerbühler - Mit Leiden­schaft und Herzblut bastelte Sebastian Küttel an seiner Projektarbeit für die Schule: einem «Autöffli». Auf der Jungfernfahrt hat die Polizei das Gefährt beschlagnahmt.

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Der Hinweis kam aus der Bevölkerung: Ein eigenartiges Fahrzeug kurve durch Jonschwil. Wie sich kurz darauf herausstellte, handelt es sich um das selbstgebastelte «Autöffli» des 17-jährigen Sebastian Küttel – eine verwegene Kombination aus Renault Clio und Puch Maxi – das am Freitag seine Jungfernfahrt absolvierte.

«Er und sein Vater haben viel Zeit und Arbeit in dieses Fahrzeug investiert», sagt Mutter Susi Küttel. Sie ist überzeugt: Jemand aus der Nachbarschaft hat ihren Sohn verpfiffen. Dieser ist entsprechend enttäuscht: «Das ist schon ein Frust», sagt Sebastian. Dennoch ist der 17-Jährige stolz auf seine Arbeit. «Wir hatten immer wieder Probleme bei der Umsetzung, aber mit viel Einsatz haben wir es geschafft», sagt der Mechanikerlehrling.

Höchstgeschwindigkeit: 80-90 km/h

Der handwerklich begabte 17-Jährige hatte den Vorderteil eines Mofas mit dem Hinterteil eines Renault Clio zusammengebaut. Zum Schluss schweisste er noch den hinteren Teil des Mofas an und versah das Gefährt mit einer Bremse. Zum Bremsen selbst hatte er die umfunktionierte Handbremse des Clios und die Vorderbremse des Mofas kombiniert. Mit einem Rennsatz, der dem Mofa noch zusätzlich beigefügt wurde, sollte das Vehikel eine Höchstgeschwindigkeit von 80-90 km/h leisten; genug für eine flotte Ausfahrt.

So schnell waren Sebastian und ein Freund aber nicht unterwegs: Mit 25 km/h tuckerten sie durch Jonschwil, als sie von der Polizei geschnappt wurden. «Wir fuhren nur zur Hauptstrasse hinunter und waren schon auf dem Rückweg», sagt er.

Die Beamten kannten kein Pardon und beschlagnahmten das «Autöffli». Ob er sein Gefährt jemals wieder am Stück sieht, ist höchst ungewiss. Der Entscheid darüber liegt bei der Jugendanwaltschaft. Ebenso die Höhe der einer allfälligen Strafe. Wie Walter Duft, Chef der Mobilen Polizei Oberbüren, gegenüber «Schweiz aktuell» sagte, ist es wahrscheinlich, dass das Gefährt verschrottet wird. Dem Jugendlichen droht obendrein der Einzug des Töffli-Führerscheins.

Immerhin stand der kreative Kopf für einen Augenblick im Scheinwerferlicht der Jonschwiler, die das selbstgebastelte Fahrzeug mit Interesse bestaunten. Auch die zwei Polizisten, die den Aufbau des Gefährts in «Schweiz aktuell» ausführlich erläuterten, konnten Bewunderung und Belustigung über das Vehikel kaum verbergen.

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  • Drmetalbeast am 20.07.2011 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Grmpf....

    Eine Frechheit das man jemanden gleich den Führerschein entziehen will nur weil er seiner Kreativität freien Lauf lies.

  • Fabian am 23.06.2011 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz als Aussenseiter

    Meiner Meinung nach sollten wir in unserem Land endlich den Tüv akzeptieren. Ganz Europa hat ein einheitliches Fahrzeugprüfsystem und wir Schweizer haben die MFK. In Deutschland kann ich für 100 EUR Dinge eintragen für die ich hier 10'000 beim DTC liegen lassen müsste. Wo ist das die Relation? Als Töfflibueb darf man sich gar nichts erlauben und beim Auto wird nichts akzeptiert was nicht durch eine Schweizer Institution geprüft wurden. Wenn ich mir in Deutschland Felgen kaufe mit Tüv (damit fahren sich Tausende in DE sicher herum) dann kann ich die hier nur für viel Geld eingetragen bekommen.

  • GhostRider am 23.06.2011 00:32 Report Diesen Beitrag melden

    ... über die Nasenspitze hinaus gedacht

    Offenbar ist dem/r Verpetzer/in sowie der Polizei in deren begrenzten Denkweise wirklich nichts besseres eingefallen, als sich wieder einmal sich in Szene zu setzen - denn das Einzige, was man offensichtlich daraus lernen kann, ist konsequenterweise, sich in Zukunft nicht erwischen zu lassen (!). Hoffentlich lässt sich der begnadete Kontrukteur und Desiger seine sakrale Kreativität nicht durch solche niedrige geistige Kurzsichtigkeit einschränken.