Besuch des Dalai Lama

16. März 2010 07:23; Akt: 16.03.2010 18:10 Print

«Bundesrat hat Tibeter vor den Kopf gestossen»«Bundesrat hat Tibeter vor den Kopf gestossen»

von Lukas Mäder, Bern - Die Reaktionen sind deutlich: Dass sich der Bundesrat nicht mit dem Dalai Lama trifft, sei peinlich. Dass er die Einladung zur Dankesfeier ausschlägt, unhöflich.

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Keine Zeit, lautet die Ausrede des Bundesrats. Deshalb könne kein Mitglied der Regierung den Dalai Lama treffen, wenn dieser im April die Schweiz besucht (20 Minuten Online berichtete). Doch diese Begründung ist haltlos, wie Kelsang Gyaltsen, Delegierter des Dalai Lama, gegenüber 20 Minuten Online sagt. «Der Bundesrat ist schon seit längerer Zeit über den Besuch und das Programm informiert.» Ausserdem sei es unglaubwürdig, dass keiner der sieben Bundesräte auch nur eine Stunde Zeit habe während den vier Tagen des Besuchs.

Dass die Landesregierung schon seit Monaten vom Besuchstermin des Dalai Lama weiss, ist belegt: SP-Nationalrat Mario Fehr teilte dieser bereits Ende September dem Bundesrat in einer Anfrage mit. Die Haltung des Bundesrats sei unglaubwürdig und peinlich, sagt Fehr. «Die Politik gegenüber China ist von einer zunehmenden Mutlosigkeit geprägt.»

Calmy-Rey führte chinesische Position aus

Der Bundesrat ging am Montag sogar so weit, dass er in der Fragestunde die chinesische Position gegenüber dem Dalai Lama darlegte. Dieser strebe in den Augen Chinas eine Unabhängigkeit des Tibets an, sagte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, ohne diese Aussagen zu relativieren. Das sorgt bei Parlamentariern für Erstaunen: «Der Dalai Lama hat immer gesagt, dass er eine chinesische Oberhoheit akzeptiere», sagt CVP-Ständerat Eugen David. Und Mario Fehr doppelt nach: «Ich finde es höchst merkwürdig und völlig unverständlich, dass sich der Bundesrat dazu hergibt, die chinesische Position in aller Breite darzulegen.»

Dabei sei auch bei dieser Frage das Aussendepartement EDA über die Haltung des Dalai Lama informiert, sagt der Delegierte Gyaltsen. Dieser wolle eine echte Autonomie im Rahmen der Volksrepublik China und keine Abspaltung. «Die Ausführungen bedeuten, dass der Bundesrat die Anschuldigungen Chinas ernst nimmt, was sehr bedenklich ist», sagt Gyaltsen. Möglicherweise will der Bundesrat die derzeit guten Beziehungen mit China nicht trüben: So soll ein Freihandelsabkommen ausgehandelt werden. Und bereits im Mai reist Calmy-Rey nach Peking. Fehr hat kein Verständnis: «Der Bundesrat pilgert nach China und vergisst dabei seine guten Vorsätze in Sachen Menschenrechte.»

Schweizer tibetischer Herkunft brüskiert

Der Entscheid des Bundesrats, den Dalai Lama nicht zu treffen, sorgt nicht nur aus politischen Gründen für Kritik. «Die Tibeter in der Schweiz werden durch diesen Entscheid entwertet und diskriminiert», sagt Nationalrat David. Denn der Bundesrat war auch an die Feier «Merci Schwiiz» eingeladen, an der sich die Tibeter für die Aufnahme der ersten Flüchtlinge vor 50 Jahren bedanken wollen. Die Absage sei bitter, schreibt die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft als Mitorganisatorin der Feier in einer Mitteilung. «Der Entscheid aus Bern widerspiegelt in keinster Weise die Gefühle der Schweizer und Schweizerinnen.» Nationalrat Fehr findet den bundesrätlichen Entscheid unhöflich — und betont, dass die Mehrheit der Tibeter hierzulande den Schweizer Pass besässen: «Deshalb ist es auch ihr Bundesrat, der sie heute vor den Kopf gestossen hat.»

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  • nancyboy am 09.04.2010 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    ghadaffi

    gaddafis vorschlag, calmy rey in den genfersee zu werfen wird mir immer sympatischer! eigentlich sollten wir dann die anderen 6 schleimbeutel hinterherwerfen! habt ihr eigentlich gewusst, dass es calmy-reys auftrag ist, die schweiz so schnell wie möglich, gegen den willen des volkes, in die eu zu bringen?

  • Wangpo Tethong am 21.03.2010 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz für Tibet - 10. April 2010

    Volksempfang statt Treffen mit dem Bundesrat. Für alle, die aktiv ihre Solidarität beweisen wollen, gibt jetzt die Gelegenheit dazu. Wie heute bekannt wurde, findet am 10. April 2010 in Zürich eine Kundgebung statt. Wo genau ist noch nicht geklärt. Mehr Infos folgen werden in den nächsten Tagen sicher noch folgen.

  • Eveline Martha Emmenegger am 20.03.2010 04:56 Report Diesen Beitrag melden

    (Miet-) Beschiss - Seite des Rechts?

    das sieht unserer BR- CH wieder ähnlich- das ist schon sehr beschämend, wie die da wursteln im verkehrten sinne rum- kuschen vor Korrupten statt die Unterdrückten zu unterstützen! Das ist dasselbe wie wir hier Zuhaus erleben- Diejenigen die im Recht sind, werden korrupt ausgenutzt und unterdrückt, auch von MSB und Staat alleinegelassen und weiter vernichtet- hauptsache die "Kohle Läuft?" Aber Hallo? SHAME on YOU (BR) ! & Grüsse an alle auf der Seite des Rechts