Neue Kampfjets

25. August 2010 14:02; Akt: 25.08.2010 18:50 Print

Armee hat zu wenig Geld für neue KampfjetsArmee hat zu wenig Geld für neue Kampfjets

Die Schweiz wird vorerst keine neuen Kampfjets beschaffen. Zuerst soll ein Plan zur Finanzierung ausgearbeitet werden.

storybild

Neue Kampfjets gibts erst in einigen Jahren. Der Bundesrat will zuerst einen Finanzierungsplan sehen. Archivaufnahme eines Eurofighters. (Bild: Keystone)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der Bundesrat will für die veralteten Tiger-Kampfjets vorerst keinen Ersatz beschaffen. Das hat er an seiner heutigen Sitzung beschlossen, wie Bundesrat Ueli Maurer vor den Medien sagte. Der Kauf wird um maximal fünf Jahre verschoben. Bis Ende 2011 sollen das Verteidigungs- und das Finanzdepartement zusammen einen Finanzierungsplan vorlegen. Die neuen Kampfjets fliessen damit in die Finanzplanung der nächsten Legislatur ein. Maurer geht davon aus, dass die Beschaffung nicht über das ordentliche Budget möglich sein wird.

Grundsätzlich wolle der Bundesrat aber neue Kampfflugzeugen beschaffen. «Wir bedauern den Entscheid», sagte Maurer. Es sei zwar ein pragmatischer Entscheid. Aber der Tiger F-5 sei veraltet, er fliege seit 30 Jahren. Immerhin habe die Armee jetzt Planungssicherheit. Prioritär sei die Schliessung der Lücken bei der Logistik und beim Material. Für den Armeebericht, den der Bundesrat noch nicht beraten hat, sei jetzt klar, was darin aufgezeigt werden kann.

Vier Millionen für Evaluation

Der Auftrag wird neu ausgeschrieben werden müssen, sagte Maurer. Gemäss WTO-Richtlinien müssen die aktuellen Offerten geschlossen werden. Trotzdem hofft Maurer, dass die Kampfjets in einigen Jahren nicht von Grund auf neu evaluiert werden müssen. Es müsse mit den Anbietern verhandelt werden, welche Elemente nicht neu evaluiert werden müssen. Die aktuelle Evaluation hat bisher rund vier Millionen Franken gekostet. Diese Investition dürfte nun zumindest grösstenteils hinfällig sein.

Mit der Verschiebung der Kampfjet-Beschaffung ist die Sicherheit im Luftraum nicht unmittelbar gefährdet. Auch die Überwachung des Luftraums bei Konferenzen wie dem WEF in Davos sei weiterhin möglich. Aber bei einem dauernden Einsatz wäre nach einigen Wochen die Durchhaltefähigkeit nicht mehr gegeben. Einen solchen Einsatz gab es beispielsweise während der Balkan-Kriege in den 1990er-Jahren, als der Bundesrat die Überflugrechte beschränkte.

Dem heutigen Entscheid ging ein langes Hin und Her voraus. Ursprünglich sollte der Entscheid schon vor Monaten fallen. Doch Bundesrat Maurer stellte die Finanzierungsfrage. Da der Armee für den normalen Betrieb zu wenig Mittel zur Verfügung stünden, müsse auf die Kampfjets verzichtet oder eine Sonderfinanzierung geprüft werden. Die Kosten sind ebenfalls gestiegen. Ursprünglich sollten die 22 Jets auf 2,2 Milliarden Franken zu stehen kommen. Im letzten April hatte Maurer dann bekanntgegeben, dass die Flugzeuge 3,5 bis 5 Milliarden Franken kosten werden. Deshalb wurde auch eine gestaffelte Beschaffung von Flugzeugen diskutiert.

Rüstungschef geht

Ausserdem wurde bekannt, dass Rüstungschef Jakob Baumann den Hut nimmt. Er suche eine neue berufliche Herausforderung, sagte Maurer. Das Arbeitsverhältnis werde im gegenseitigen Einvernehmen auf Mitte 2011 aufgelöst. Über die Gründe sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Maurer. Baumann erhalte die übliche Abgangsentschädigung von einem Jahreslohn.

(mdr)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Ismail Tanriverdi am 28.10.2010 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Militär

    Hallo Zusammen So wie ich heute erfahren habe Verdient ein offizier 7.000 Fr Und Plus wird ihm 1 auto geschenkt und das Benzin was er in der freizeit rumfährt also nicht im dienst wird ihm alles bezahlt in meinen Augen ist das ein Skandal und darum Hat die schweizer Armee kein geld weil sie so hoche Löhne zahlt das ist ein Skandal

  • Mario Zuppiger am 29.08.2010 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Also die Idee mit den Abwehrraketen

    finde ich um einiges sinnvoller für unsere Landesverteidigung, als die Flugzeuge.

  • Marcel am 29.08.2010 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Lernen aus Kriegen

    Aus aktuellen Kriegen lernt man: Zur Verteidigung nützen Flugzeuge nichts. Was gegen die grössten Armeen der Welt wirksam scheint, sind kleine Zellen, die aus dem Hinterhalte agieren. In Afghanistan und Irak sind so die besten Armeen der Welt daran gehindert worden, siegreich zu sein. Also keine Flugzeuge, aber Hinterhalte, Bunker, Sprengfallen, usw. Das ist Verteidigung. Und gegen Terroranschläge hilft eine Armee sowieso nichts.