Cédric Wermuth

01. Oktober 2009 22:22; Akt: 02.10.2009 10:57 Print

«Merz betreibt offenbar bewusste Desinformation»«Merz betreibt offenbar bewusste Desinformation»

Wie Bundesrat Merz jetzt beichtet, fordert Gaddafi nochmals eine Entschuldigung. Politikern von links bis rechts reisst nun der Geduldsfaden: Sie fühlen sich von Merz vollends verschaukelt.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die Schweiz ist wieder gleich weit wie vor dem Kniefall von Tripolis: Wie Hans-Rudolf Merz in einem Interview mit der Westschweizer Zeitschrift «L’Hébdo» beichtete, hatte Libyens Diktator Muammar Gaddafi beim Treffen mit Merz in New York eine zweite Entschuldigung gefordert – weil eine Genfer Zeitung die Polizeifotos des verhafteten Hannibal Gaddafi veröffentlicht hatte (siehe Box).

Dass Merz nach dem Treffen in New York dennoch von einem «guten und ausgewogenen Austausch» gesprochen hat, bringt Politiker von rechts bis links auf die Palme: «Merz betreibt offenbar bewusste Desinforma­tion», sagt SP-Vizepräsident Cédric WermuthDas ParlamentCédric Wermuth
SP, AG
auf MerklisteDetails
. Dem Bundespräsidenten sei die Kontrolle komplett entglitten. «Es wäre deshalb an der Zeit, dass ihm der Gesamtbundesrat das Dossier vollständig entzieht», fordert Wermuth. Die «ohnehin strauchelnde» FDP sei offenbar nicht fähig, ihren «inkompetenten Bundesrat» unter Kontrolle zu bringen.

Auch Ulrich Schlüer (SVP) kritisiert Merz: «Ich verstehe absolut nicht, weshalb er es nicht gleich gesagt hat und alles schönredet.» Der Ärger in der Aussenpolitischen Kommission werde immer grösser. «Die Schonzeit für Merz ist vorbei», so Schlüer. Und Aus­senpolitiker Mario Fehr (SP) sagt: «Es wäre am besten, wenn Merz endlich schweigen würde und die Diplomatie in Ruhe arbeiten lies­se.» Nur die FDP steht weiter zu «hundert Prozent» hinter Merz: «Der Bundespräsident hat das Recht zu sagen, was er will», sagt Präsident Fulvio PelliDas ParlamentFulvio Pelli
FDP, TI
auf MerklisteDetails
.

(dp/daw/20 Minuten)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Geizi Spender am 04.10.2009 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unser Bundesrat.....

    BR. M. Leuenberger studiert lieber, wie man via erhöhter MWSt. den öffentl. Verkehr sanieren kann, statt Nägel mit Köpfen zu machen. Der Bundesrat muss (ohne MWSt) saniert werden und zwar dringend. Parteiengezänke hin oder her........

  • toni mueller am 03.10.2009 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    wermuth = zumutung

    es ist unglaublich dass sich dieser wermuth zu diesem vorgang aeussert. fast ein jahr lang lag dieses dossier bei Calmy. nichts ist passiert, ausser dass sie immer wieder kollegen in den ruecken faellt. und dann kommt so ein gruenohr bengel und glaubt andere kritisieren zu muessen. es ist zum ko.

  • Jon Doe am 03.10.2009 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Libyen boikottiert CH

    Libyen boikottiert CH mit Einreisesperren, Handelshemmnissen... . Da die CH Obrigkeit unfähig ist, macht sie das was sie immer in solchen Situationen tut: Nichts. Es ist Zeit Libyen zu boikottieren, das Andere hat nachweislich nicht funktioniert.