Bahn 2030

12. November 2009 06:29; Akt: 12.11.2009 08:34 Print

«Pendler müssen sich an Stehplätze gewöhnen»«Pendler müssen sich an Stehplätze gewöhnen»

von Adrian Müller - BAV-Direktor Max Friedli kämpft für den weiteren Ausbau der Bahn. Im Interview mit 20 Minuten Online erklärt er, warum Bahnreisende tiefer in die Tasche greifen müssen und welche Konsequenzen fehlende LSVA-Millionen haben könnten.

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Kürzlich haben Sie die Schreckensnachricht erhalten, dass künftig etwa 150 Millionen Franken aus dem LSVA-Topf wegfallen. Was sind die Konsequenzen?
Max Friedli: Wir prüfen derzeit, ob wir das Urteil ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen. Falls die Millionen tatsächlich wegfallen sollten, würde dies den etwa ab 2015 vorgesehenen Bau der sogenannten ZEB-Projekte zum Ausbau der Bahninfrastruktur verzögern.

Vergangene Woche sorgte der Vorschlag von Bundesrat Leuenberger für Aufregung, dass Pendler in den Stosszeiten mehr bezahlen sollen. Ist dies aus Ihrer Sicht der richtige Weg?
Die Bahnkunden müssen ihren Anteil am Ausbau der Bahninfrastruktur leisten, das ist klar. Wir müssen etwa die Rentner dazu bringen, nicht mehr in den Stosszeiten zu reisen. Dies erreichen wir, indem wir die Preise flexibel gestalten.

Mit dem Pendlerzuschlag ist die «Bahn 2030» noch lange nicht finanziert. Welche über den Finöv-Fonds hinaus gehenden Einnahmequellen könnte man sonst noch anzapfen?
Eine Variante ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer im Promillebereich, was etwa 300 Millionen einbringen würde. Es wäre auch denkbar, auf allen Bahnbilletten einen «Ausbau»-Zuschlag zu erheben.


Der Bahnhof Bern platzt aus allen Nähten. Abhilfe ist nicht zuletzt wegen der unsicheren Finanzierung nicht in Sicht.
Tatsächlich müssen nicht nur die Geleise und Trassen, sondern auch die Zugänge zu den Bahnhöfen und Perrons ausgebaut werden. Dies ist alles wenig spektakulär, aber wichtig für das Funktionieren des Systems. Dazu sind in der «Bahn 2030» Investitionen in Milliardenhöhe für den Ausbau der Bahnhöfe reserviert.

Die Züge werden immer voller. Müssen die Bahnreisenden wegen des hohen Passagieraufkommens künftig Komforteinbussen hinnehmen?
Tatsächlich wächst die Anzahl der Passagiere teilweise stärker als uns lieb ist. Insbesondere der Agglomerationsverkehr stösst an seine Kapazitätsgrenzen. Daher müssen sich die Pendler wohl daran gewöhnen, bei einer Fahrzeit von bis zu 20 Minuten im Zug zu stehen.

Wo wachsen die Passagierzahlen derzeit besonders stark?
Auf der Lötschbergachse reisen seit der Eröffnung des Basistunnels bereits ein Viertel mehr Passagiere. Zudem steigt das Passagieraufkommen auf den Strecken Zürich-Chur sowie Zofingen-Bern besonders stark an.


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  • Daniel Schöni am 24.11.2009 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    3. Klasse

    Stehende haben Anrecht auf eine Ermässigung. Wer gleichviel bezahlt hat gleiche Rechte.

  • Geizi Spender am 14.11.2009 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Stehplätze cc. Sitzplätze

    Auch schon etwas von tragbaren, leichten Klappstühlen gehört? Die kann man auch auf dem Bahnperron beim Warten brauchen, oder beim Warten vor einem Behördenschalter.

  • Nyffeler Andreas am 14.11.2009 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionierte

    Den Pensionierten sollte man zuerst einmal verbieten wärend den stohszeiten zu verkehren. das würde schon platz schaffen. und sonnst sollen sie das doppelte bezahlen wärend den stoszeiten.