Arbeitsmarkt

07. August 2009 07:46; Akt: 07.08.2009 11:06 Print

Düstere Aussichten für JungeDüstere Aussichten für Junge

Die Arbeitslosigkeit hat in der Schweiz im Juli weiter zugenommen und besonders viele junge Menschen erfasst. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg sprunghaft an, auf 4,6 Prozent, verglichen mit einer Gesamtquote von 3,7 Prozent. Düster sind auch die Aussichten, insbesondere für die 20- bis 24-Jährigen.

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Ende Juli waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren 145 364 Personen als Arbeitslose registriert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Das waren 5 111 Arbeitslose mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 3,6 auf 3,7 Prozent. Dies entspricht den Erwartungen, wie Seco-Sprecherin Rita Baldegger auf Anfrage sagte. Höher war die Arbeitslosigkeit letztmals im Februar 2006 gewesen.

Von der Zunahme im Juli waren vor allem junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren betroffen. Innert Monatsfrist erhöhte sich die Zahl der Jugendlichen ohne Job um 3229 auf 25 693 Betroffene. Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit stieg sprunghaft von 4,1 auf 4,6 Prozent. In den Sommermonaten steigt die Jugendarbeitslosigkeit jeweils wegen der Schul-, Lehr- und Studienabgänger, die neu auf den Arbeitsmarkt drängen. Sie haben es in der Rezession besonders schwierig, wie der Vergleich mit früheren Jahren zeigt. So hat sich die Zahl der Jugendlichen ohne Job innerhalb eines Jahres um fast drei Viertel erhöht.

Im ganzen Jahr 2009 geht das Seco gemäss Baldegger von einer mittleren Jugendarbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen von 4,9 Prozent oder rund 27 000 Betroffenen aus. Das wäre der höchste Stand seit 2005. Nächstes Jahr müsse sogar mit 43 000 jungen Arbeitslosen oder einer Quote von 7,8 Prozent gerechnet werden, sagte die Sprecherin. Noch kritischer ist die Situation bei der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen. Hier befürchtet das Seco dieses Jahr eine Zunahme der Quote auf 5,9 Prozent. 2010 dürften es im Schnitt sogar 9,4 Prozent oder 32 000 Arbeitslose sein.

Massnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit

Baldegger erinnerte daran, dass der Bundesrat wegen dieser schlechten Aussichten die dritte Phase des Konjunkturstützungsprogramms besonders auf Massnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit ausgerichtet habe. Rückmeldungen der Kantone machten zudem deutlich, dass die Appelle von Wirtschaftsministerin Doris Leuthard zur Schaffung von Praktikumsstellen fruchteten. Umgesetzt würden diese in den Unternehmen voraussichtlich nach der Sommerpause.

Die Folgen der Rezession auf dem Arbeitsmarkt wurden im Juli durch positive saisonale Effekte im Bau und im Tourismus leicht gebremst. Dies zeigt sich auch in der regionalen Verteilung, wo der Kanton Graubünden neben Uri als einziger Kanton einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosenzahlen verzeichnete. Den stärksten Anstieg verzeichnete der Kanton Jura, der unter anderem von der Krise in der Uhrenindustrie betroffen ist, und zwar um 0,5 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Am höchsten blieb die Arbeitslosigkeit in Genf mit 6,8 Prozent. Von den Deutschschweizer Kantonen lagen Solothurn, Basel-Stadt und Zürich über dem Landesmittel. Im Unterschied zu früheren Monaten hat die Zahl der ausländischen Arbeitslosen im Juli nur noch minim zugenommen. Die Quote blieb mit 6,8 Prozent aber massiv höher als jene der Schweizer mit 2,8 Prozent.

(dapd)