Schweizer Büsche «besetzt»

09. September 2008 15:21; Akt: 09.09.2008 15:26 Print

Guerilla-Aktion von HelvetasGuerilla-Aktion von Helvetas

Weil sie keine Toiletten haben, müssen Millionen von Menschen ihr Geschäft im Freien verrichten. Das Schweizer Hilfswerk Helvetas macht mit einer ungewöhnlichen Aktion auf diese unhaltbare Situation aufmerksam.

storybild

Helvetas behängte hunderte Büsche mit einem WC-Symbol, um auf die fehlende Grundversorgung von Milliarden Menschen aufmerksam zu machen. (Bild: Helvetas)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Mit einer Aktion in mehreren Schweizer Städten hat Helvetas am Dienstag auf den Mangel an sanitären Einrichtungen in Entwicklungsländern aufmerksam gemacht. Das Hilfswerk behängte 1500 Büsche mit einem WC-Symbol und dem Schild «besetzt».

Die Helvetas-Aktion steht in Zusammenhang mit dem UNO-Jahr der internationalen sanitären Grundversorgung. In der Schweiz engagieren sich nebst den Hilfswerken auch mehrere Bundesämter und die private Abwasserbranche in der Kampagne. Rund 40 Prozent der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu Toiletten.

Helvetas will mit seiner Kampagne in Bern, Zürich, Luzern, Winterthur und Lausanne auf die dramatischen Auswirkungen der sanitären Krise in den Entwicklungsländern hinweisen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Aktion mit den «Besetzt»-Schilder an Büschen soll zeigen, dass es für 2,6 Milliarden Menschen zur bitteren Realität gehöre, ihr Geschäft hinter einem Busch oder gar auf offenem Feld zu verrichten. Ohne Toiletten seien Sicherheit und Würde der Menschen bedroht, schreibt Helvetas.

Besonders betroffen seien Frauen und Mädchen: Damit sie nicht den Blicken der Männer ausgesetzt sind, verrichteten sie ihre Notdurft draussen an unsicheren, abgelegenen Orten. Dabei komme es oft zu sexuellen Übergriffen, auch weil sich viele Frauen erst bei Dunkelheit auf das Feld hinaus getrauten.

(sda)