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Der Zorn der Leser
22. Januar 2010 17:43; Akt: 22.01.2010 17:43 Print
«Ferien auf Kosten der Gebührenzahler»
Der Bundesrat will von sämtlichen Haushalten und Betrieben Radio- und Fernsehgebühren kassieren. Der Vorschlag erzürnt viele Leser von 20 Minuten Online. Noch mehr Kritik gibt es allerdings an der «viel zu teuren SRG».
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Radio- und TV-Gebühren
Fernsehgebühren sind ein emotionales Thema. Das hat sich auch am Donnerstag wieder gezeigt. Kaum hatte Moritz Leuenberger den Vorschlag des Bundesrats präsentiert, künftig von sämtlichen Haushalten und Betrieben eine Radio- und TV-Gebühr zu kassieren, begann unter den Lesern von 20 Minuten Online die grosse Diskussion.
Leuenberger und der «Dreck-Konsum»
Bundesrat Moritz Leuenberger hat am Donnerstag die Radio- und Fernsehgebühren mit Kehrichtgebühren verglichen. Die Analogie dränge sich auf, scherzte Leuenberger. «Im einen Fall geht es um die Produktion von Dreck, im andern Fall um den Konsum von Dreck.» Leuenberger wollte anhand des Vergleichs erläutern, wie zu rechtfertigen ist, dass künftig auch Fernsehmuffel Gebühren für den Empfang bezahlen sollen.
Im Fall der Kehrichtgebühren gebe es ein Bundesgerichtsurteil, sagte er. Jemand habe geklagt, weil er Kehrichtgebühren bezahlen musste, obwohl er glaubhaft darlegen konnte, dass er keinen Müll produziere. Das Bundesgericht sei zum Schluss gekommen, dass die Person indirekt von der Kehrichtentsorgung profitiere, weil diese den stinkenden Müll der anderen entsorge. Im Fall der Radio- und Fernsehgebühren profitieren Abstinente laut Leuenberger von der Rolle, die Radio und Fernsehen in der Demokratie spielen. (sda)
Der neue Gebührenvorschlag bringt das Blut vieler Leser in Wallung. «Ich zahle meine Gebühren, weil ich TV/Radio habe», schreibt Leser Sven. Deshalb sehe er nicht ein, «dass auch meine Firma noch zahlen soll, wenn ich im Büro Radio höre». Andere sehen nicht ein, weshalb sie überhaupt zahlen sollten. «Ich sehe nicht fern und profitiere mit Garantie nicht vom Fernsehen», schreibt ein User, der deswegen keine Gebühren zahlen will. Ein anderer meint: «Ich hab auch einen DVD-Player, wo man Radio hören könnte, aber ich brauche ihn nur, um die DVD's abzuspielen! Warum sollte ich bezahlen?» Das allerdings sehen nicht alle gleich: «Also echt», schreibt Antoine, «Radio und TV sind wichtige Instrumente für eine funktionierende Demokratie.» Deshalb solle auch jeder zahlen, «genau wie man Steuern bezahlen muss, damit das Gesamtsystem finanziert werden kann.»
Teure SRG in der Kritik
Doch die Diskussion dreht sich längst nicht nur um die SRG-Zwangsgebühr. Im Zentrum steht auch das Schweizer Fernsehen selbst. «Für das Schweizer Fernsehen bezahlen?», fragt Dani Meier rhetorisch. Für diese Leistungen zu bezahlen sei «eine Zumutung!». Für dieses Angebot «reichen 100 Franken» im Jahr, schreibt ein anderer Leser. «Die SRG selbst ist einfach zu teuer» gehen viele mit User Dani einig und werden konkret: «Was glaubt ihr, was Sendungen wie ‹Einfach Luxuriös› kosten? Da reisen zwei Damen und ein Fernsehteam in der Welt herum und machen sich ein schönes Leben auf Kosten der Gebühren-Zahler. Ich will auch Ferien auf Kosten der Gebührenzahler.»
Dass für Radio und Fernsehen eine Gebühr entrichtet werden soll, leuchtet zwar auch vielen ein. Doch die Leser haben andere Vorschläge. Im Zentrum steht dabei ganz klar eine Idee: «Sollen die doch alles nur noch verschlüsselt ausstrahlen. Wer es sich ansehen oder hören will muss ein Abo beziehen und bezahlt dann dafür», schreibt ein Leser. Die Idee, nur noch für das zu bezahlen, was man tatsächlich konsumiert, findet Anklang: «Im heute elektronischen Zeitalter müsste es doch möglich sein einen kleinen Gebührenzähler zu entwickeln, der mit dem Gerät verkauft werden muss. Abgerechnet wird dann wie beim Stromkonsum.»
(meg)

























