Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Wef-Absurdistan
29. Januar 2009 12:03; Akt: 29.01.2009 18:35 Print
Tibet-Fahne: «Ich darf doch zeigen, was ich will»
von Adrian Müller und Lukas Mäder - Die Bündner Polizei ging gestern gegen die «Kundgebung» im Schaufenster von Margrit Merz vor und verbot das Zeigen einer Tibet-Fahne. Selbst beim Bündner WEF-Ausschuss wundert man sich über das Vorgehen.
Das Schaufenster des Anstosses.
-
Tibet-Flagge: Fahnenaktion: «Ohne jede Rechtsgrundlage»
-
WEF 2009: Tibeter-Demo in Davos bleibt friedlich
-
China-Premier in der Schweiz: Tibeter landeten im Hooligan-Knast
-
China-Premier in Bern: Polizeirepression: «Kniefall vor China»
- Was meinen Sie?
-
Tibet – Aufstand auf dem Dach der Welt
-
Tibet-Demo in Bern
-
Das Dalai-Lama-Quest
Den Graubündner Kantonspolizisten war gestern morgen sofort klar: In diesem Schaufenster findet eine Kundgebung für Tibet statt. Margrit Merz hatte in ihrem Geschenkladen in Davos tibetische Bücher, Gebetsfahnen sowie eine Flagge von Tibet ausgestellt. Das WEF-Dorf in den Bergen erwartete an diesem Tag die chinesische Delegation. Deshalb handelten die Beamten rasch: Sie ordneten mündlich an, Merz müsse die tibetischen Gegenstände entfernen. «An diesem Tag war nur am Bahnhof von Davos Platz eine Kundgebung zu Tibet erlaubt», sagt André Kraske vom WEF-Ausschuss der Bündner Regierung. Die Demonstrationsbewilligung schliesse weitere Kundgebung ausdrücklich aus.
Keine Demo im Schaufenster: Ladenbesitzerin Margrit Merz musste die Tibet-Fahne einrollen (Bild: Printscreen SF)
Einsatzleitung korrigiert Entscheid
Ganz sicher waren sich die Bündner Polizisten dann aber doch nicht. Sie fragten bei der Einsatzleitung nach, ob ihr Handeln korrekt gewesen sei. Diese kam zum Schluss, dass die Bücher und die Gebetsfahnen nicht an der Kundgebung im Schaufenster teilgenommen hatten. Margrit Merz bekam die Erlaubnis, ihr Schaufenster wieder herzurichten. Einzig die tibetische Flagge durfte sie nicht zeigen. Ob die Einsatzleitung einen Augenschein vor Ort unternommen hat, weiss Kraske nicht.
«Wir sind nur ein kleiner Wurm»
«Dass ich die Fahne und Bücher wegräumen musste, hat mich wahnsinnig betroffen gemacht», schildert Margrit Merz ihre Gefühlslage gegenüber 20 Minuten Online. Seit Jahren engagiere sie sich in der Tibeter Familienhilfe in Davos und habe sogar ein Patenkind in Lhasa. Die Tibeter-Gemeinde im WEF-Dorf sei empört und wütend über den Polizeieinsatz. «Wir sind halt nur ein kleiner Wurm, die Mächtigen treffen sich am WEF», meint Merz.
Zu den Mächtigen gehört auch die chinesische Delegation, welche am Mittwochnachmittag an ihrem Laden vorbeibrauste. «Hoffentlich haben die Chinesen meine Gebetsfahnen gesehen», sagt Merz. Und betont: «Ich darf doch in mein Schaufenster legen, was ich will.» Heute darf sie das zwar wieder. Trotzdem werde sie die tibetische Nationalflagge erst am
Rekurs möglich — unklar ist, wo
Rechtlich ist der Fall umstritten (20 Minuten Online berichtete). «Wir berufen uns auf die Demonstrationsbewilligung», sagt Kraske vom Bündner WEF-Ausschuss. Dort würden Kundgebungen ausschliesslich am Bahnhof Davos Platz erlaubt. Wegen dieser expliziten Formulierung könne die Polizei Kundgebungen an anderen Orten in der Gemeinde verbieten. Die Demonstrationsbewilligung durfte 20 Minuten Online bisher nicht einsehen.
Mündliche Polizei-Verordnungen sind laut Kraske von mehreren Bundesgerichtsentscheiden gestützt. Den Fall einer Kundgebung im Schaufenster habe man aber noch nie gehabt. Die Laden-Besitzerin Merz könnte aber Rekurs einlegen, sagt Kraske — ob mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde oder beim Verwaltungsgericht, müsste aber zuerst angeschaut werden. Denn auch Kraske muss zugeben: «Es ist möglich, dass die Polizisten eine Fehleinschätzung vorgenommen haben.» Die Bündner Polizeidirektorin hat vom Fall Kenntnis genommen, so Kraske. «Ob es aber zu einer Nachbearbeitung kommt, muss noch beurteilt werden.»
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 654 Kommentare




























das problem china tibet ist nicht unser
alle jammern und sind gegen die chinesen aber trotzdem profitieren alle von den chinesen wollen mal schauen wenn die chinesen als touristen oder als export land wegfiele wieviele dann jammern würden
Wir warten auf das Parlament
Wann gedenkt die Bundesversammlung, diesem Chaos und Trauerspiel endlich ein Ende zu bereiten? Sie haben diese Typen gewählt, sind somit Mitschuldig am Niedergang der Schweiz !! Auch Feige & Korrupt ?
Charakterlos wie immer der Bundesrat
Die Bundesratsmarionetten hoffen auf ein Freihandelsabkommen mit den Chinesischen Schlächtern. Dazu sind ihnen alle Mittel recht. Vom Kotau bis zur Selbstverleugnung. Wenns nur Kohle für die Abzocker gibt. Der Souverän sollte sich bei jeder Abstimmung daran Erinnern.