17. April 2008 11:13; Akt: 17.04.2008 12:06 Print

Liebe zum Auto trotz Klimadebatte ungebrochenLiebe zum Auto trotz Klimadebatte ungebrochen

Für eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer gehört das Auto zwar zum Alltag. Unverzichtbar bleibt das Auto für drei von vier Befragten.

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Doch die Klimadebatte zeigt Wirkung:
2005 vertraten noch 81 Prozent diese Ansicht. Das zeigt eine Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern, die die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure (auto-schweiz), am Donnerstag veröffentlichte. In einer Umfrage äusserten sie sich 2007 kritischer zum Gebrauch der Motorkutsche als noch zwei Jahre zuvor.

Mehrheiten für finanzielle Anreize

Dagegen hielten 2005 noch 71 Prozent das Auto für eine Umweltbelastung, während in der neuen Umfrage 80 Prozent dieser Meinung waren. Kritischer wird auch die Aussage beurteilt, dass Autos allen nützen und für die Wirtschaft wichtig sind.

Rund zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, beim Kauf des nächsten Autos auf ein umweltfreundliches Antriebssystem zu achten. 88 Prozent befürworten finanzielle Anreize für besonders umweltfreundliche Autos.

Grosse Mehrheiten fanden 2007 auch spezielle Vorschriften für besonders schädliche Fahrzeuge, eine stärkere Förderung des öffentlichen Verkehrs und Verschrottungsprämien für technisch veraltete und belastende Fahrzeuge. Mehr als jeder Zweite findet, die Autoindustrie tue zu wenig gegen schädliche Abgase.

Berufliche Fahrten öfter mit Auto

Hatten 2005 noch 83 Prozent von rund 1000 befragten Stimmberechtigten Zugriff auf ein Auto, waren es im vergangenen Sommer nur noch 80 Prozent. Für private Fahrten wurden Autos von etwas weniger und für berufliche Fahrten von mehr Befragten benutzt. Die Autoren der Studie führen dies auf das Wirtschaftswachstum zurück.

Genau jeder zweite setzte sich 2007 mindestens ein Mal pro Tag ans Steuer, 2005 waren es 53 Prozent. 60 Prozent (64 Prozent) fahren in der Woche über 100 Kilometer Auto. Im vergangenen Jahr bekundeten zudem mehr Menschen Interesse an Verkehrsfragen als 2005, für die Autoren ein Zeichen der Sensibilisierung.

Klimaberichte als wichtig eingestuft

Die Klimaberichte der UNO nahmen rund zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten zur Kenntnis, über 90 Prozent halten sie für sehr wichtig oder eher wichtig. Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer findet, dass sich die Umweltprobleme nicht allein mit technischem Fortschritt regeln lassen.

In Fragen zum Autoverkehr geniessen Automobilclubs, Bundesämter und auch Umweltorganisationen deutlich mehr Glaubwürdigkeit als Parteien und die Autohersteller. 54 Prozent attestierten dem TCS und dem ACS eine hohe Glaubwürdigkeit. Die Bundesämter kamen auf 40 und Umweltorganisationen und die Wissenschaft auf je 37 Prozent.

Einen Einbruch bei der Glaubwürdigkeit hat laut der Umfrage der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hinzunehmen, nämlich von 36 auf 26 Prozent. Im Gegenzug legten die Medien bei der Glaubwürdigkeit in Auto-Fragen von 8 auf 34 Prozent zu.

(sda)