Primarlehrer müssen einspringen

13. März 2010 23:19; Akt: 13.03.2010 23:20 Print

Gravierender Mangel an Sek-LehrernGravierender Mangel an Sek-Lehrern

Der Lehrermangel gefährdet das Bildungsniveau an den Schweizer Schulen. Weil die Schulen kaum noch ausgebildete Oberstufenlehrer finden, greifen sie je länger, je mehr auf Primarlehrer zurück, die für diese Arbeit aber nicht ausreichend qualifiziert sind.

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Gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» hat je nach Kanton bis zu einem Drittel der Oberstufenlehrer nur eine Primarlehrerausbildung. Noch dramatischer ist die Misere bei den Sonderpädagogen, wo zum Teil nicht einmal die Hälfte über die nötige Berufsqualifikation verfügt. «In diesem Ausmass ist das hoch problematisch», sagt Anton Strittmatter vom Schweizer Lehrerverband LCH der «NZZ am Sonntag». Es drohe ein massiver Einbruch der Schulqualität, denn die Oberstufe stelle spezielle Anforderungen an Fachwissen und Führungsstärke. Für den Unterricht in Fächern wie Physik oder Chemie haben Primarlehrer keine Fachausbildung. Auch die Anforderungen an den Mathematik- und Fremdsprachenunterricht sind deutlich höher als in der Primarschule. Dazu kommen pädagogische Herausforderungen mit pubertierenden und zum Teil problematischen Schülern. Der Lehrermangel wird sich in den nächsten zehn Jahren weiter verschärfen. Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung geht davon aus, dass jährlich 6 bis 7 Prozent des Lehrerbestandes ersetzt werden müssen. Die pädagogischen Hochschulen können diesen Bedarf nur gerade zur Hälfte decken.

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  • buch am 15.03.2010 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    wen wunderts?

    Als Primarlehrer kann ich mir gut vorstellen, wie es mit den vorpubertierenden Schüler/innen nach der Mittelstufe weitergehen kann. Cool sein und die Schule/das Arbeiten "en Seich" finden ist in. Nur wenige getrauen sich dazuzustehen, gute Leistungen erbringen zu wollen. Dass eine so demotivierte Gruppe die Lehrpersonen nicht gerade ermutigen und zu Höchstleistungen antreiben, ist selbstverständlich. Aus meiner Sicht könnte es einen Versuch wert sein, wenn Lehrpersonen zwischendurch auch wieder einmal in der Privatwirtschaft arbeiten könnten - doch finde mal als Lehrer so einfach einen Job.

  • heizimm am 15.03.2010 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Harte Hand

    Schlage ernstlich vor, den Jungen und den Eltern wieder mit fester Haltung zu begegnen, die suchen das geradezu, denn anders sind ihre Provokationen nicht mehr zu deuten. Feiges schoenrednern ist geradezu Gift auf das Szenario. Selbst siebenjaehrige lachen uns ja aus, ab dem "Schutz-Theater" das sie nun geniessen. Ich denke auch Politiker, Wirtschaftsbosse, Richter, Polizei ist meiner Meinung, handeln sie doch auch ungeniert mit Systemen die Gewalt anwenden bevorzugen, es faellt ihnen also leicht eine Kehrtwendung zu machen. Nur alle zusammen geht, alleine ist zu riskant, gell.

  • L.S. am 14.03.2010 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder will Experte sein

    Diese "Diskussion" zeigt es mal wieder ganz deutlich: Jeder Hinterletzte hat das Gefühl Bildungs-Experte zu sein, nur weil er/sie auch mal zur Schule gegangen ist oder schulpflichtige Kinder hat. Und genau DESHALB leidet auch die Schulqualität, weil immer und immer wieder unqualifizierte und uninformierte Leute Entscheidungen fällen!