Staatsbesuch

22. September 2009 15:07; Akt: 22.09.2009 15:34 Print

Zwei Bären gegen ein SackmesserZwei Bären gegen ein Sackmesser

Russlands Staatspräsident Medwedew beschenkte die Schweiz reich: Er stattete den Berner Bärengraben mit den Bären Mischa und Mascha aus. Das Gegengeschenk der Schweiz zum Abschluss der Reise fiel etwas bescheidener aus.

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Im Bundesbriefmuseums zu Schwyz erhält Medwedew sein Geschenk: ein Schweizer Militärsackmesser Zu Besuch im Bundesbriefmuseum. Die Limousine mit dem russischen Präsidenten auf der Teufelsbrücke. Polizeiboote eskortieren das Dampfschiff «Schiller» mit dem russischen Präsidenten an Bord nach Brunnen. Medwedew unterwegs nach Brunnen. Der Kremlchef in der Schöllenenschlucht an einer Feier beim Suworow-Denkmal. Medwedew bei seiner Ansprache in der Schöllenenschlucht. Ehefrau Swetlana übergibt der Stadt Bern offiziell zwei Bären. Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät freut sich mit Swetlana Medwedew (links) und Roswitha Merz über das Geschenk. Swetlana Medwedew (links) bei einem Bummel durch Bern. Am Montagabend wurde gefeiert: Im Hotel Bellevue in Bern fand zu Ehren des russischen Präsidenten Dimitrij Medwedew (l.) eine Dinner-Party statt. So musste Medwedew und seine Frau Swetlana (l.) eine Menge Hände schütteln. Auch die Bundesräte musste er begrüssen: Merz, Couchepin, Leuthard, Widmer-Schlumpf und Calmy-Rey (v.l.) sind im Bild. Er geniesst seine letzten Wochen im Amt als Bundesrat: Innenminister Pascal Couchepin mit seiner Frau. Ohne Frau dabei: Verteidigungsminister Ueli Maurer. Vor dem Dinner fand am späten Nachmittag ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern statt. Organisiert hatte die Veranstaltung, die ebenfalls im Berner Bellevue stattfand, die Economiesuisse. In Bern stand Medwedew selbstverständlich ebenfalls unter ständiger Überwachung. Polizisten beobachten den Bundesplatz. Während Präsident Medwedew und Bundespräsident Merz ihrer Arbeit nachgingen, genoss die russische Präsidentengattin Swetlana Medwedewa die Sonne in der Berner Innenstadt. Roswitha Merz (r.), die Frau des Bundespräsidenten, zeigte seinem Gast Swetlana unter anderem die schöne Aare. Und auch das Kunstmuseum Bern stand am Montag auf dem Programm der beiden Präsidentengattinnen. Der Andrang war gross um 16.45 Uhr im Medienzentrum: Russische und Schweizer Journalisten an der rund 45-minütigen Pressekonferenz von Präsident Dimitrij Medwedew mit Bundespräsident Merz. Diplomatische Töne waren angesagt: Medwedew äusserte sich nur zurückhaltend darüber, ob Russland gegen das Bankgeheimnis vorgehen wolle. Auf die kritische Frage eines Journalisten zur Pressefreiheit äusserte sich Medwedew ebenfalls zurückhaltend korrekt. Zuvor waren im Bernerhof, dem Sitz des Finanzministeriums, Abkommen unterzeichnet worden: Im Hintergrund der russische Präsident Medwedew (l.) und Bundespräsident Merz. Die Abkommen regeln die Zusammenarbeit in den Bereichen Visa und Rückschaffung sowie Katastrophenhilfe. Im Bild der russische Migrationsminister Konstantin Romadaowski (l.) und Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Dort traf eine Delegation des Bundesrats Medwedew zu Gesprächen. Bei den Gesprächen standen die Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland im Zentrum sowie sicherheitspolitische und wirtschaftliche Fragen. Darf ich Sie vorstellen? - Medwedew trifft im Bernerhof ein. Auf die kritische Menschenrechtslage in Tschetschenien machten einige wenige Demonstranten auf dem Bundesplatz aufmerksam. Zuvor hatten Medwedew und Merz auf dem bundesrätlichen Landsitz Lohn bei Kehrsatz kurze Ansprachen gehalten. Auch Geschenke wurden überreicht und Medwedew durfte sich ins Gästebuch eintragen - unter Ausschluss der Presse. Im Bild der Empfang auf dem Landsitz Lohn. Schulkiner winken Dimitri und Swetlana Medwedew bei der Ankunft in Kehrsatz (BE) zu. Alle wollten sie dem russischen Präsidenten die Hand schütteln. Und bekommen ein Autogramm von einem der mächtigsten Männer der Welt. Angereist nach Kehrsatz war Medwedew im Zug von Zürich-Kloten. Wobei Merz und Medwedew im Salonwagen der SBB reisten. Am Vormittag war Medwedew auf dem Flughafen Kloten eingetroffen. Ein Offizier prüft, ob die Ehrengarde perfekt in Reih und Glied steht. Und auch die Schuhe der Soldaten werden einer letzten Inspektion unterzogen. Ankunft am Flughafen Zürich-Kloten. Grösste Sicherheitsstufe während des gesamten Besuchs von Medwedew in der Schweiz. Blumen für die Gattin: Swetlana Medwedew beim Empfang auf dem Flugplatz. Der russische Präsident Medwedew und Bundespräsident Merz schreiten die Ehrengarde auf dem Flughafen Zürich-Kloten ab. Dann Musik: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und der russische Präsident Dmitri Medwedew beim Abspielen der Landeshymnen. Dmitri Medwedew und seine Frau Swetlana. Medwedew zusammen mit Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. Und alle zusammen.

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Er hält es in den Händen und betrachtet es leicht lächelnd. Ganz wohl scheint es ihm nicht damit zu sein, mit dem Schweizer Sackmesser, das er, Russlands Präsident Medwedew zum Abschluss seines Staatsbesuches in der Schweiz geschenkt bekam. Immerhin hatte er der Schweiz zwei stattliche Jungbären mitgebracht.

Seis drum. Nach einem Mittagessen auf dem Dampfschiff «Schiller» traf Dmitri Medwedew heute Nachmittag im Bundesbriefmuseum in Schwyz ein. Mit der Besichtigung der historischen Dokumente fand der Staatsbesuch dann auch bereits sein Ende.

Später am Nachmittag verlässt Medwedew in der russischen Präsidentenmaschine die Schweiz. Er fliegt nach New York zu einem Treffen mit den Führern der G20-Staaten und zur UNO-Vollversammlung.

Besuch beim Suworow-Denkmal

Am Morgen war Medwedew in einem Helikopter von Bern Richtung Gotthard geflogen worden. Beim Suworow-Denkmal hat er Blumen niedergelegt.

Die russischen Kadetten sowie die Urner Kantons- und Andermatter Gemeindevertreter hatten bereits eine ganze Weile in der schattigen, kühlen Schöllenenschlucht gewartet, als Medwedews Helikopter am Himmel auftauchte. Als Medwedew dann in Begleitung von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in der Schlucht eintraf, drangen gerade rechtzeitig auch die ersten Sonnenstrahlen in die enge Schlucht.

Das Denkmal selbst allerdings lag weiterhin im Schatten, als die Kadetten mit einem Marsch den Präsidenten ihres Heimatlandes begrüssten. Nach dem Niederlegen der Blumen gedachte Medwedew in einer Rede General Suworow. Da die Terrasse vor dem Denkmal zu klein war, konnten die zahlreichen Journalisten die Feier lediglich aus der Ferne von der Teufelsbrücke aus beobachten.

Das Suworow-Denkmal erinnert an den russischen General Alexander Suworow und dessen Truppen, die 1799 im Zweiten Koalitionskrieg die französischen Truppen aus Oberitalien vertrieben und darauf den Gotthard überquert hatten. Am Vortag hatte Medwedew sich erfreut darüber gezeigt, dass die Schweiz sich zusammen mit Russland an dieses historische Ereignis erinnert.

Kleine Lücke im Sicherheitsdispositiv

Wie bereits am ersten Tag des Staatsbesuchs waren auch am Dienstag die Sicherheitsvorkehrungen immens. Die Zufahrtstrasse nach Andermatt wurde ebenso gesperrt wie ein Teil des Vierwaldstättersees und der Luftraum. Zur Unterstützung der Polizeikräfte standen zudem 200 Militärangehörige im Einsatz.

In kleinen Details stiessen die Sicherheitsmassnahmen dann allerdings an ihre Grenzen: Bei der vorgängigen Personen- und Gepäckkontrolle in Andermatt, wo selbst die Schweizer Soldaten ihre Sturmgewehre überprüfen lassen mussten, passte die Tuba eines russischen Kadetten nicht in das Röntgengerät. Der junge Russe wurde aber dennoch in die Schöllenenschlucht gelassen.

(sda)