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Schengen
11. November 2008 23:31; Akt: 12.11.2008 09:25 Print
Schweiz fängt schon mehr Verbrecher als EU
von Gaudenz Looser - Verbrecher aufgepasst: Das Schengen-Informationssystem SIS läuft in der Schweiz wie geschmiert. Die Quote der Treffer ist jetzt schon höher als in den meisten anderen EU-Staaten.
Der Referent des für Schengen zuständigen Fedpol-Komissariats zieht heute am Schweizer Polizeiinformatik-Kongress in Zürich nicht ohne Stolz Bilanz: Die Resultate der ersten drei Monate, seit denen die Schweiz am Schengen-Informationssystem angeschlossen ist, lassen sich sehen. 20 international gesuchte Straftäter hat die Schweiz seit dem 14. August verhaftet – darunter mutmassliche Mörder, Vergewaltiger, Erpresser, Entführer, Menschenhändler, Zuhälter und Geldfälscher. 748 Personen mit einer Einreisesperre in Europa wurden aufgegriffen, 55 Vermisste gefunden und 559 gestohlene Waffen, Fahrzeuge, Pässe und IDs dank SIS beschlagnahmt. Und obwohl die Schweizer Datensätze erst zu einem Viertel ins SIS eingespiesen sind, haben ausländische Polizeien bereits sechs schwere Straftäter für die Schweiz gefasst, zwei davon wegen Tötungsdelikten.
Gute SIS-Quote: Für Verbrecher wirds schwieriger, in der Schweiz nicht gefasst zu werden. (Key)
«Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Schweiz eine europaweit sehr gute SIS-Erfolgsquote haben wird», sagt Benedikt Scherer, Leiter des Schweizer Kontaktbüros zum SIS. Ein Grund dafür sind die guten Schweizer Polizeisysteme mit einer automatisierten Abfrage: «Jede Abfrage im nationalen Informationssystem Ripol wird automatisch auch im SIS durchgeführt», so Scherer. Das führe zu täglich über 130000 SIS-Abfragen und entsprechend vielen Treffern. «Natürlich hoffen wir, dass das Kriminelle davon abschreckt, in die Schweiz zu kommen – und wir gehen auch von einer solchen Wirkung aus», sagt Scherer.

























