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Missbrauchsfälle
21. März 2010 22:24; Akt: 22.03.2010 14:53 Print
Oberster Bischof: Keine neuen Massnahmen
Nach den publik gewordenen Missbrauchsfällen fordern Experten eine Black List für Sex-Priester oder gar deren Kirchenausschluss. Doch der Präsident der Bischofskonferenz SBK will von alldem nichts wissen.

SBK-Präsident Norbert Brunner.
Die Serie von Missbrauchsfällen hinter klösterlichen Mauern reisst nicht ab. Erst gestern wurde bekannt, dass auch ein Mönch des Klosters Disentis einen ehmaligen Schüler der Klosterschule sexuell belästigt haben soll. Nun fordert CVP-Präsident Christophe DarbellayDas Parlament
Christophe Darbellay
CVP, VS
auf MerklisteDetails ein Berufsverbot für pädophile Priester, das mit einer nationalen schwarzen Liste umgesetzt werden soll. Unterstützung erhält Darbellay auch vom Generalvikar des Bistums Basel, Roland-Bernhard Trauffer, und von Martin Werlen, Abt des Klosters Einsiedeln und SBK-Mitglied. Doch ausgerechnet SBK-Präsident Norbert Brunner hält die schwarze Liste für unnötig, da er «deren Zweckmässigkeit nicht erkennt». Es sei die Aufgabe eines jeden Bistums, zu prüfen, ob eine Person den fachlichen und moralischen Ansprüchen entspreche, bevor sie eingestellt werde, so Brunner zu «Le Matin Dimanche».
Nachdem in Irland in den letzten Jahren über Tausende Missbrauchsfälle unter dem Dach der Kirche ans Licht gekommen waren, wurden die Opfern mit insgesamt 750 Millionen Euro entschädigt. Die Zahlungen gingen an Menschen, die als Kinder in kirchlich geführten Schulen, Heimen und Krankenhäusern sexuell, körperlich oder seelisch misshandelt wurden.
In den USA wurden über 10 000 Fälle sexuellen Missbrauchs Kinder und Jugendlicher durch katholische Geistliche bekannt geworden, vor allem aus den 1940ern und bis in die 1990er Jahre. Im Juli 2007 erklärte sich die Erzdiözese von Los Angeles bereit, eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 660 Millionen Dollar als aussergerichtlichen Einigung an rund 500 Kläger zu zahlen. Damit summierten sich die kirchlichen Entschädigungszahlungen auf rund zwei Milliarden US-Dollar (2,15 Milliarden Franken). Die hohe Entschädigungssummen haben viele Diözesen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit getrieben - der Erzbischof von Boston sitzt seit 2004 nicht mehr in seiner Residenz, sondern in einer Mietwohnung.
(kle)
Derweil fordert der Professor für Kirchenrecht Adrian Loretan in der «Zentralschwez am Sonntag», dass die Kirchen jeden Missbrauchsverdacht sofort der Staatsanwaltschaft melden und Priester, die sexuellen Missbrauch begangen haben, von allen Ämtern entheben. Doch auch diese Vorschläge stossen bei Brunner auf taube Ohren: «Für alle Vergehen von Priestern sind im Kirchenrecht Strafen vorgesehen.» Wenn sich der Priester aber bessere und bereue, könne man die Strafe wieder aufheben, so Brunner zur «NZZ am Sonntag».
(dp/20 Minuten)
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Alle 58 Kommentare





























Warum dürfen die das überhaupt
Weshalb darf ein Mitglied dieses Vereins (mit Kirche und Gott hat das ja nichts mehr zu tun) sich an Kindern vergreifen ohne dafür vom Gesetz belangt werden zu können ? Gelten für die Pfaffen andere Gesetze ? Tretet aus dem Verein aus, nehmt ihnen somit die Mittel Ihre Paläste zu unterhalten und sorgt dafür dass sie normal arbeiten müssen !
Entscheidung gefordert
Wem, wie den meisten Katholiken, der Glaube schon als Kind indoktriniert wurde, wird die aktuelle Konfrontation der Kirche mit perversem Machtmissbrauch, echte Gewissensbisse verursachen. Kann man mit einer Organisation, die einerseits absolute Ethik und Moral für sich beansprucht und anderseits ihre eigenen Protagonisten nicht im Griff hat, noch kooperieren? Leider zieht sich eine breite kriminelle, perverse, blutige Spur für Geld und Macht durch die Kirchengeschichte, die uns erneut zum Denken auffordert.
Kirchengeschichte
Ich bin zwar auch geschockt über die Missbrauchsfälle, aber ich sehe trotzdem keinen Grund, aus der katholischen Kirche auszutreten. Die Kirche hat zwar auch schon in der Vergangenheit wirklich grosse Fehler gemacht, welche ich jetzt auch nicht rechtfertigen oder entschuldigen möchte, aber trotzdem stimmt das so nicht ganz, dass die Kirchengeschichte nur aus Blut und Kriminalität besteht. Die katholische Kirche hat vor allem im juristischen Bereich einiges geleistet und unterhält auch heute noch die eine oder andere Hilfsorganisation. Das sollte auch zum Denken auffordern.
Ähem...
es sind nicht nur bei der kath. kirche solche missbrauchsfälle zu finden. wann getraut sich 20min andere religionen unter die lupe zu nehmen?