Datenklau

03. Februar 2010 23:08; Akt: 03.02.2010 22:48 Print

SVP: «Bundesrat hat keine Eier»SVP: «Bundesrat hat keine Eier»

von Daniel Waldmeier - Erneut steht Bundesrat Hans-Rudolf Merz unter massivem Druck: Dass der Bundesrat im Streit mit Deutschland auf Gegenmassnahmen verzichtet, ist SVP und CVP ein Dorn im Auge.

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Der Bundesrat setzt mit Deutschland weiterhin auf Kooperation: Er will mit Rücksicht auf die guten Beziehungen die Verhandlungen um ein neues Doppelbesteuerungsabkommen fortsetzen. Amtshilfe auf Basis von gestohlenen Daten werde aber nicht geleistet, bekräftigte Hans-Rudolf Merz. In den nächsten Tagen will er zweimal seinen deutschen Amtskollegen treffen. «Ich freue mich auf die Treffen mit Wolfgang Schäuble», so Merz.

Obwohl Merz den Datendiebstahl «aufs Schärfste» verurteilte, sind die Parteien konsterniert: SVP-Präsident Toni BrunnerDas ParlamentToni Brunner
SVP, SG
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ist «entrüstet» über die eigene Landesregierung, die «keine Eier habe»: «Einmal mehr agiert sie passiv und unterwürfig.» Die Verhandlungen hätten unbedingt sistiert werden müssen. «Die aktuelle Situation kann doch kein Boden für gute Verhandlungen sein.» In die gleiche Kerbe schlägt CVP-Sprecherin Marianne ­Binder: «Merz hat wahnsinnig eingeschüchtert gewirkt. Wieso tritt er nicht selbstbewusster auf bei einem solchen Skandal?» SP-Fraktionschefin Ursula WyssDas ParlamentUrsula Wyss
SP, BE
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findet es zwar richtig, dass die Verhandlungen weitergeführt werden. Merz habe aber «hilflos» gewirkt. In Schutz genommen wird Merz einzig von seiner eigenen Partei: «Merz hat den Entscheid des Gesamtbundesrates gut vertreten», so Generalsekretär Stefan Brupbacher. Nun gehe es darum, geschickt zu verhandeln, etwa unseren Banken den EU-Marktzugang zu sichern. «Verhandeln heisst nicht nachgeben.»