10. Dezember 2007 12:41; Akt: 10.12.2007 13:40 Print

Schweizer AKWs: Krebsrisiko soll ermittelt werdenSchweizer AKWs: Krebsrisiko soll ermittelt werden

In der Nachbarschaft von deutschen Atomkraftwerken erkranken überdurchschnittlich viele Kinder an Krebs. Politiker fordern nun ein Krebsregister für die Schweiz und erhalten Unterstützung von unerwarteter Seite.

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Die Zahlen, die das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz am Samstag präsentiert hat, sind erschreckend: In einem Radius von fünf Kilometern um ein Atomkraftwerk waren 77 Kinder an Krebs erkrankt, 37 davon an Leukämie. Statistisch «normal» wären 48 Krebs- und 17 Leukämiefälle. SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner, Präsident des Nordwestschweizer Aktionskomitees gegen Atomkraftwerke, fordert nun erneut die Schaffung gesetzlicher Grundlagen für ein nationales Krebsregister (mehr Infos in der Box).

Direkter Vergleich mit Deutschland ist schwierig

Eine Forderung, die auch die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK des Bundesamtes für Energie unterstützt. «Damit könnten gesicherte Daten erhoben werden, wo welche Krankheiten in welcher Häufigkeit auftreten», erklärt Anton Treier, Informationsbeauftragter HSK, gegenüber 20minuten.ch. Zur Studie aus Deutschland wollte er keine Stellung nehmen, da ihm die genauen Daten nicht vorliegen. Er ist jedoch der Meinung, dass ein direkter Vergleich mit den Zahlen aus Deutschland schwierig sei, weil in der Schweiz anders als in Deutschland relativ wenig Menschen in der unmittelbaren Nähe von Atomkraftwerken leben.

Grundsätzlich liege der Strahlungswert in der Schweiz im Umfeld der AKWs weit unter dem gesetzlichen Grenzwert, versichert Treier. Im Gebiet rund um die Kraftwerke sind Sensoren aufgestellt, die die Strahlung in der Luft laufend auswerten. Die Messwerte werden durchgehend überwacht. Würde tatsächlich eine erhöhte Strahlung festgestellt, könnte sofort reagiert werden. «Was baulich getan werden kann, um die Strahlenbelastung auf ein Minimum zu beschränken, wurde getan», betont der Fachmann. So sind die Schweizer Atomkraftwerke durch dicke Mauern nach aussen abgeschirmt und 99 Prozent der Strahlung in der Abluft können herausgefiltert werden.

Natürliche Strahlung in den Bergen höher als bei AKWs

«Ein Mensch, der im Flachland lebt, wird jährlich von drei bis fünf Millisievert natürlicher Strahlung belastet. In der Umgebung von AKWs darf nicht mehr als 0,3 Millisievert dazu kommen», erklärt Anton Treier weiter, «in den Bergen – zum Beispiel im Engadin – ist die Strahlenbelastung höher, weil dort die natürliche Erdstrahlung grösser ist.»

Wer genaue Informationen über die Messwerte rund um die Schweizer Atomkraftwerke erhalten möchte, kann auf der Homepage der HSK die Daten der Messstationen abrufen.

Tina Fassbind, 20minuten.ch

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  • Jürg Maier am 11.12.2007 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt noch andere Strahlen im Atom !

    Wer sagt denn, dass bei der Atomstr. wirklich nur Alpha -, Beta - und Gammastr. gem. werden, resp. nachgewiesen werden können ? In Genf (Cern) st. derzeit die grösste Protonenschleuder, n. zuletzt auch um uns die letzten Geh. der Atomspalterei etwas näher zu br. Wer Gott spielt, spielt mit Leben !

  • iron meier am 10.12.2007 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    AKW = Todeszonen?

    1. Zu AKW führen Hochspannungsleitungen, in deren Nähe das Leukämierisiko höher ist; das ist eigentlich längst bekannt. 2. In der Nähe von AKW wohnen eher weniger betuchte, weniger gebildete oder naivst technikgläubige Leute. Da haben auch andere Umweltverschmutzer und Verstrahler leichtes Spiel.

  • Steffu am 10.12.2007 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Bereits verstrahlt?

    Das Zeugs strahlt tausende von Jahren, ein paar Miligramm töten eine Grosstadt. Und da gibt es tatsächlich Leute, die sind erstaunt über diese Studie? Oder streiten sie sogar ab?