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SBB Halbjahresergebnis 2009

SBB wollen mehr Geld von Bund und Kunden

Nach Präsentation der SBB-Halbjahreszahlen spricht CEO Meyer von einem «respektablen Ergebnis», die Arbeitnehmerseite von einem «Resultat mit bitterem Nachgeschmack». So oder so: Der Betrieb des Schienennetzes verschlingt immer mehr Mittel. Und die will sich Meyer von Staat und Fahrgästen holen.

«Respektables Ergebnis»: SBB-CEO Andreas Meyer präsentiert die Halbjahreszahlen 2009.
«Respektables Ergebnis»: SBB-CEO Andreas Meyer präsentiert die Halbjahreszahlen 2009.
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SBB-Cargo: Tief in den roten Zahlen
Die SBB-Güterverkehrssparte ist in Folge der Wirtschaftskrise noch tiefer in die Verlustzone abgerutscht. Die weiteren Massnahmen hätten aber gegriffen, sagte SBB-Chef Andreas Meyer vor den Medien. Der Entscheid über die Zukunft der defizitären Güterverkehrssparte SBB Cargo soll bis Ende Jahr fallen. Zur Diskussion stehen dabei nach wie vor der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an einen Partner wie Hupac oder die Deutsche Bahn oder die eigenständige Weiterführung, wie Meyer sagte. Die Suche nach einer strategischen Partnerschaft und die entsprechenden Verhandlungen seien am Laufen. (sda)

Die SBB haben heute ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht(20 Minuten Online berichtete). An der Pressekonferenz sprach CEO Andreas Meyer von einem «respektablen Ergebnis». Trotz Gewinnsteigerung um 26,8 Prozent auf 132,8 Millionen fordert die SBB mehr finanzielle Zugeständnisse des Staates. Ausserdem sollen über kurz oder lang die Preise für Zugbillette nochmals ansteigen.

Trotz der erfreulichen Gesamtentwicklung sei es in einzelnen Gegenden im ersten Halbjahr zu einer Häufung von unangenehmen Störungen gekommen, sagte Meyer an der Pressekonferenz. So beispielsweise zwischen Genf und Lausanne. Hier habe eine Task-Force Romandie bereits Massnahmen ergriffen. Zu mehreren Störungen sei es auch im Ergolztal und unter anderem in Folge des Cisalpino-Rollmaterials und Baustellen auch im Tessin gekommen. «Wir unternehmen alles, um besser zu werden», sagte Meyer. Auf einzelne Häufungen in anderen Gegenden mit unterschiedlichen Ursachen müsse nicht überreagiert werden. «Man muss die Kirche im Dorf lassen», erklärte er.

Die erhöhte Belastung des Schienennetzes verlange aber nach einer Revision der Infrastruktur, verteidigte Meyer die Pläne der SBB gegenüber dem Schweizer Fernsehen. In Anbetracht der bevorstehenden Investitionen und des kontinuierlichen Angebotsausbaus müsse die SBB künftig mehr Einnahmen generieren können. Dafür wolle die SBB vor allem die öffentliche Hand und die Fahrgäste in die Pflicht nehmen. Ab wann die Reisenden zur Kasse gebeten werden, ist noch nicht bekannt. Vor 2010 sei mit einer Erhöhung der Billettpreise aber nicht zu rechnen, wie Meyer sagte.

SBB-Pensionskasse: Angestellte werden zur Kasse gebeten

Zumindest der SBB Personenverkehr hat die Wirtschaftskrise offenbar bislang schadenfrei überstanden: Ein restriktiver Stellenstopp hat die Lohnkosten gedämpft - bei gleichzeitig steigenden Passagierzahlen wurde der Betrieb mit derselben Mitarbeiterzahl weitergeführt. Die vermehrte Arbeitsbelastung ist aber nur eine bittere Pille, welche die Angestellten der Schweizer Bundesbahnen in letzter Zeit zu schlucken hatten: Am Mittwoch hatte der Verwaltungsrat der SBB das Pensionskassen- Sanierungskonzept des Stiftungsrates gutgeheissen. Dieses sieht vor, dass die Mitarbeitenden und Pensionierten der SBB sich mit 1,22 Mrd. Fr. an der Sanierung beteiligen. Der Bund soll weitere 1,15 Mrd. Fr. zahlen.

(kbr/sda/ddp)
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