25. August 2007 13:24; Akt: 28.08.2007 20:05 Print

SVP-Video: Maurer kritisiert SchauspielerSVP-Video: Maurer kritisiert Schauspieler

Nach der heftigen Kritik an einem Wahlkampf-Video der SVP bleibt vorerst unklar, ob die Partei den Film zurückzieht. Die Geschichte sei «Peanuts», sagte Parteipräsident Maurer.

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Am Samstag war der Propaganda-Streifen «Himmel oder Hölle» auf der Website der Partei weiterhin aufgeschaltet.

Am Samstag wollte sich SVP-Präsident Ueli Maurer nicht zu dem Film äussern. Die Geschichte sei «Peanuts», sagte Maurer. Auf der Parteizentrale war vorerst niemand zu erreichen.

Die SVP ihrerseits behält sich eine Strafanzeige gegen den Produzenten vor, sollten die Jugendlichen tatsächlich über den Verwendungszweck des Films getäuscht worden sein.

«Wenn die Jugendlichen nicht wussten, worum es ging, hat der Betreffende, der den Auftrag erhalten hat, unser Vertrauen missbraucht», sagte Maurer in einem Interview in der Samstagsausgabe des «Bieler Tagblatts».

«Dann würden wird uns vorbehalten, eine Strafanzeige einzureichen gegen den Verantwortlichen, der seinen Auftrag nicht korrekt erfüllt hat», sagte Maurer. Die SVP wolle nun wahrscheinlich mit den Jungen direkt das Gespräch suchen.

Der Fall sie aber kein «Riesen-Drama». «Die Jugendlichen sind ein wenig naiv, wenn sie solche Szenen nachstellen und das Gefühl haben, sie würden gerühmt», sagte der SVP-Präsident: «Sie hätten fragen müssen, wofür das Video ist».

Das Video zeigt fiktive Gewaltszenen auf dem Bieler Bahnhofplatz- sowie als Kontrast - friedliche Szenen, die zum grössten Teil in Zürich gedreht wurden. Am Anfang des Film steht der Satz: «Wenn Rot- Grün gewinnt, geht die Schweiz kaputt».

Sieben junge Bieler aus der Hip-Hop Szene treten in dem Film als Schläger und Drogenkonsumenten auf. Angeblich waren die Jungs vom Produzenten nicht darüber informiert worden, dass es sich um einen Propagandafilm der SVP handle. Sie glaubten stattdessen, es werde ein Video über Gewaltprävention gedreht.

Die jungen Bieler haben sich an eine Anwältin gewandt. Diese schickte am Freitag einen Brief an die SVP, in dem sie die Partei auffordert, das Video innert zwölf Stunden von ihrer Internet-Seite zu nehmen. Allenfalls würden rechtliche Schritte ergriffen. Der Aufforderung ist die SVP bislang nicht gefolgt.

(sda)