02. August 2007 12:03; Akt: 02.08.2007 12:13 Print

In ÖV statt in teure Strassen investierenIn ÖV statt in teure Strassen investieren

Die heutige Verkehrspolitik ist nach Ansicht der Umweltorganisation umverkehR zum Scheitern verurteilt: Das vorhandene Geld reiche für die geplanten Strassenprojekte der nächsten 20 Jahre bei weitem nicht aus.

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Gegen 100 Milliarden Franken würde es kosten, wenn die aktuelle Strassenbaupolitik fortgeführt und alle Projekte realisiert würden, die für die nächsten 20 Jahre geplant seien, hält umverkehR in seiner am Donnerstag publizierten Studie fest. Hauptgrund für die hohen Kosten seien nicht zuletzt Tunnelprojekte mit einer Gesamtlänge von rund 400 Kilometern - der Strecke von St. Margrethen an der östlichen Landesgrenze bis nach Genf.

Betrachte man die verfügbaren Mittel, schreibt umverkehR weiter, zeige sich aber, dass niemals alle Projekte umgesetzt werden könnten. Der neu geschaffene Fonds für Agglomerationsprojekte beispielsweise reiche lediglich für einen Drittel der geplanten Projekte (inklusive Autobahnprojekte) im Umfang von 60 Milliarden aus. Und auch die im Infrastrukturfonds für die Beseitigung der Engpässe auf Nationalstrassen vorgesehenen fünfeinhalb Milliarden Franken machten nur ein Viertel des notwendigen Bedarfs aus.

Anstatt angesichts der knappen Geldressourcen das Hauptaugenmerk auf die Strasse zu richten, fordert die Umweltorganisation deshalb eine Prioritätenverlagerung zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs. «Gerade in Agglomerationen bieten Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr beste Alternativen», wird umverkehR-Präsident Christian Harb zitiert. Ein einziger Zug der Zürcher S-Bahn biete beispielsweise bis zu 1200 Sitzplätze, hiess es weiter, was umgerechnet einer stehenden Autokolonne von fast sieben Kilometern entspreche - bei einer durchschnittlichen Auslastung eines Autos in den Hauptverkehrzeiten mit 1,1 Personen.

Ein erster Schritt wäre für umverkehR, den Agglomerationsfonds ausschliesslich für ÖV-Projekte zu verwenden. Längerfristig sollten Treibstoffzölle vermehrt für Bahn und Bus ausgegeben werden. Allgemein wäre eine stärker auf den ÖV ausgerichtete Politik billiger, hält die Organisation fest und zitiert eine Studie von Metron aus dem Jahre 2004, gemäss derer 25 Milliarden Franken ausreichen würden, um den prognostizierten Mehrverkehr auf der Strasse durch den öffentlichen Verkehr aufzufangen. «Willkommene Nebenwirkungen» einer solchen Politik wären zudem weniger Lärm, Ozon und Feinstaub.

(dapd)

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  • Harry am 03.08.2007 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber die Strassen ausbauen!

    Also man würde viel besser die Strassen ausbauen, so hätte auch der ÖV mehr Platz, und ich mit meinem Offroader!

  • Tim am 03.08.2007 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    ÖV?

    ÖV ist ja gut und recht. Aber die Schweiz hat ja bereits heute das wohl weltweit dichteste Netz. Wie will man da noch die Kapazität erhöhen? ÖV ist teuer, überfüllt, schmutzig. Also nicht so attraktiv, dass man Leute zum Umsteigen bringt.

  • Stefan am 03.08.2007 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    ÖVs oft nicht sinnvoll !

    Die Steuern fürs Benzin welche von den Autofahrern bezahlt werden,sollten keinesfalls für den ÖV verwendet werden. Viele ÖVs fahren auch fast leer herum. Und was kostet es und wie stark verschmutzt es die Umwelt, um nur einen Kilometer Schienen zu verlegen? Trams machen oft auch mehr Lärm als Autos!