Aktives Tief

14. September 2008 17:33; Akt: 15.09.2008 09:57 Print

Regen und Schnee im ÜbermassRegen und Schnee im Übermass

Wie aus Kübeln hat es am Wochenende in der Schweiz geregnet. Fast in der gesamten Deutschschweiz fielen von Freitagabend bis Sonntagmittag zwischen 80 und 90 Liter Regen pro Quadratmeter. In den Bergen gab es einen Vorgeschmack auf den Winter.

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Am stärksten verregnet wurde das oberste Maggiatal mit knapp 94 Litern Regen pro Quadratmeter. Auf dem Gotthard wurden 90, in Basel 85, in Luzern 76 und in Aarau 70 Liter pro Quadratmeter gemessen. Verantwortlich für die starken Regenfälle war gemäss Communiqué von SF Meteo vom Sonntag ein kleines, aber sehr aktives Tief.

Temperatursturz

Das Wochenende war nicht nur nass, sondern auch vergleichsweise kalt. Am Sonntag sei es in der Schweiz durchschnittlich drei Grad kälter als die saisonale Normtemperatur gewesen. Innert zwei Tagen seien die Temperaturen um 10 bis 15 Grad gefallen, sagte Ulrich weiter.

Die Höhenkaltluft aus dem Nordwesten habe verursacht, dass auch die Schneefallgrenze rasch gesunken sei. Diese lag bereits am Samstagabend unter 2000 Meter. Gemäss Mitteilung von SF Meteo sollte die Schneegrenze bis am Montag noch weiter absinken, im Osten gar bis auf 1300 Meter.

Verkehr beeinträchtigt

Auch der Strassenverkehr bekam den Wetterwechsel zu spüren. Am Samstag führten die Schneefälle in den Bergen zur Schliessung diverser Pässe, namentlich der Furka, der Grimsel, des Nufenen und des Gotthards, hiess es in einer Mitteilung von Viasuisse.

Am Sonntag war nur noch der Nufenen geschlossen. Oberalp, Gotthard und Susten seien weiter schneebedeckt, blieben aber geöffnet, hiess es.

Im Stadtgebiet Basel führte der hohe Wasserpegel zu einer vorübergehenden Sperrung des Rheins für die Grossschifffahrt. Diese dauerte vom Sonntagmorgen um 6 Uhr bis zum frühen Nachmittag, wie Fritz Hodel von der Schifffahrts- und Hafenpolizei Basel gegenüber der SDA sagte.

Steinschlag im Centovalli

Im Tessin hatten die Niederschläge am Samstagvormittag einen Steinschlag verursacht, was zu einem vorübergehenden Unterbruch des Bahnverkehrs zwischen Intragna und Domodossola (I) durchs Centovalli bis zum frühen Nachmittag führte. Die Züge Locarno - Domodossola verkehrten während des Unterbruchs nur bis Intragna.

Neben den Reisenden litten auch Freilicht-Veranstalter unter dem Regen. So wurden im Toggenburg die 5. Internationalen Ballontage aufgrund des schlechten Wetters vorzeitig beendet. Plangemäss hätten sie erst am Sonntag beendet werden sollen, wie die Veranstalter mitteilten.

Romandie verschont

In der Romandie regnete es abgesehen von den beiden Regionen Porrentruy JU (60 Liter pro Quadratmeter) und La Chaux-de-Fonds NE (38 Liter pro Quadratmeter) deutlich weniger, wie Didier Ulrich von MeteoSchweiz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Im Lausanner Vorort Pully habe es beispielsweise nur 7 Liter pro Quadratmeter geregnet.

(dapd)