Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Lehrermörder Gecaj
02. September 2010 19:00; Akt: 02.09.2010 19:00 Print
«Paul Spirig ist jeden Tag präsent»
von Lukas Mäder - Die Auslieferung des Lehrermörders Ded Gecaj löst bei den Beteiligten Emotionen aus. Der Schulleiter Andreas Prinzing hofft, durch den Prozess das Vergangene bewältigen zu können.
«Ich habe wie auf Adrenalin funktioniert an diesem Tag»: Schulleiter Andreas Prinzing (links) informiert am 11. Januar 1999 zusammen mit dem Leiter des Schulamts und der zuständigen Stadträtin über den Mord am Lehrer Paul Spirig.
Der mutmassliche Lehrermörder Ded Gecaj wurde am Donnerstag von Kosovo an die Schweiz ausgeliefert (20 Minuten Online berichtete). Ihm soll möglichst bald der Prozess gemacht werden wegen der Ermordung des St. Galler Lehrers Paul Spirig am 11. Januar 1999. Der damalige Schulleiter Andreas Prinzig, der heute noch in gleicher Funktion tätig ist, ist heute noch emotional betroffen. Er hatte nach dem Fund der Leiche nicht sofort realisiert, dass es sich um Mord handelt, und die Polizei darüber informiert, dass ein Lehrer Selbstmord begangen habe. Wie er dem Magazin erzählte, fragt er sich noch heute, ob Gecaj gefasst worden wäre, wenn er sofort realisiert hätte, dass es sich um Mord handelt.
«Wenn ich schneller reagiert hätte, dann wäre Ded Gecaj seit elf Jahren in der Kiste»: Andreas Prinzing, Leiter der Schule Engelwies, an der 1999 Paul Spirig erschossen wurde.(Bild: 20 Minuten/Michèle Vaterlaus)
Ded Gecaj wurde an die Schweiz ausgeliefert. Was fühlen Sie jetzt?
Es gibt zwei Seiten. Einerseits empfinde ich natürlich eine gewisse Genugtuung, dass es jetzt zu einer rechtsstaatlichen Gerichtsverhandlung kommt, die diesen Namen verdient. Andererseits löst ein solches Ereignis bei allen Beteiligten Emotionen aus, die zeitweise verdrängt wurden.
Wir der Prozess emotional eine schwierige Zeit?
Mit der Ermordung von Paul Spirig vor elf Jahren kam es bei den Beteiligten zu gewaltigen Einschnitten. Einige der Traumatisierungen wurden verarbeitet. Aber jetzt kommen diese Sachen wieder hervor. Ich hoffe, mit dem Prozess das Vergangene bewältigen zu können.
Die Frau von Paul Spirig hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Wie geht es ihr?
Es gibt ein Gentlemens Agreement, an das sich die meisten Medien halten, dass Frau Spirig den Medien keine Auskunft gibt. Sie ist eine starke Frau und hat aus meiner Sicht diese schwierige Situation gut bewältigt. Aber wie erwähnt, auch bei ihr werden wohl die Emotionen wieder hochkommen.
Wenn sie zurückdenken, wie haben Sie den Tag erlebt, als Paul Spirig ermordet wurde?
Es war einer der schwierigsten Tage in meinem Leben. Ich habe wie auf Adrenalin funktioniert an diesem Tag und mit den Medien und anderen Beteiligten Kontakt gehabt. Eine Woche lang arbeitete ich auf vollen Touren und hatte keine Zeit zum Verarbeiten des Erlebten. Erst danach kam ich dazu.
Wie präsent war das Ereignis für Sie in den letzten Jahren?
Paul Spirig ist mit seinem Sein und mit dem, was er bei uns an der Schule gemacht hat, jeden Tag präsent. Er hat mich die ganze Zeit begleitet. Es gibt keinen Tag, ohne dass ich nicht durch irgendetwas an Paul Spirig erinnert werde. Er gehört zum Schulhaus.
Sie machen sich den Vorwurf, dass Ded Gecaj gefasst worden wäre, wenn Sie schneller reagiert hätten.
Man macht sich Gedanken, was anders gelaufen wäre, wenn man etwas anders gemacht hätte. Es ist klar: Wenn ich schneller reagiert hätte, dann wäre Ded Gecaj seit elf Jahren in der Kiste. Das ist meine Geschichte. Aber das ist keine Belastung. Im Leben gibt es oft Situationen, in denen etwas anders gekommen wäre, wenn man etwas anders gemacht hätte.
Der Tod von Paul Spirig hat an den Schulen in St. Gallen grosse Veränderungen bewirkt.
Wir haben tatsächlich eine Schulsozialarbeit bekommen, die sehr schnell an Ort und Stelle ist. Und es wurden viele Massnahmen zur Integration ergriffen. Aber all dies steht und fällt mit den beteiligten Personen. Auch jetzt nach elf Jahren verbindet die Leute, die damals beteiligt waren, das gemeinsame Erlebte und das Trauern. Aber dieser gemeinsame Wille, etwas zu verbessern, ist zum Teil weg.
Sie sind enttäuscht?
Sie hören einen Teil Resignation. Aber es ist verständlich, dass Leute, die das nicht miterlebt haben, nicht den gleichen Effort haben. Es fehlt die gemeinsame Grundlage.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 27 Kommentare





























DER OPFER
was Gecaj gemacht hatt ist sicherlich nicht gut,aber ich alls Albaner glaube NIE NIE im Leben das Gecaj sowas seîne Tochter angetahn hatt! mich würde ineressieren wie ist der Sohn von Gecaj gestorben? und warum seine Tochter versteckt wird? warum musste Gecaj sterben? wenn wir für all die Fragen ein Atwort haben dann können wir sagen ob er seine Tochter missbarucht hat oder nicht. Aber ein Albaner, egal ob Moslem oder Katolisch, missbraucht seine Kinder nie!
Gecaj
Ein Albaner, egal ob Moslem oder nicht, missbraucht seine Kinder nie!...Woher willst du das wissen?...Ich glaube, eine Tochter die von ihrem Vater geliebt wird würde niemals solche Geschichten in die Welt setzen; überleg mal was du sagst....unglaublich...frag dich besser mal warum der Lehrer sterben musste; weil der sogenannte "liebevolle Vater" Angst hatte dass die Wahrheit ans Licht kommt....!
gecaj
ich bin auch aus ausland 1968 in der schweiz eingewandert, mich angepasst und von schweizer zivilisation und ordnung nur profitert. habe aber nie bis zum meine pensionierung helvetische system missbraucht: immer gearbeitet, nie sozialgeld bezogen,oder wie viele invaliden renten beantragt (als viele schein iv- bezüger). aber ich freue mich wenn einmal zu abstimmung kommt dass alle kriminelle ausländer ausgeschaft werden. ich bin die erste die auch einverstanden wird. seit 1979 bin ich eingebürgerte (nur) schweizerin und mein lebenlang schweizerland dankbarbleibe für alles was sie mir gegeben.
Entschuldigungsjustiz
Den hätte man dort lassen sollen wo er ist. Jetzt müssen wir für diesen Mörder noch aufkommen. Menschen, die an ihren menschenfeindlichen und mittelalterlichen Sitten festhalten wollen, haben hier nichts zu suchen. Allerdings wird er schon die richtigen Richter finden, die ihn entschulidgen und freisprechen.