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31. Oktober 2007 13:11; Akt: 31.10.2007 15:10 Print
Die Gefahr lauert beim Bahnhof
Jugendliche greifen Jugendliche an. Alleine im Oktober kam es gleich zu mehreren Übergriffen auf Schweizer Bahnhöfen. Die SBB reagieren mit punktuellen Sicherheitspatrouillen.
Am vergangenen Freitag wurde ein 17-Jähriger kurz nach Mitternacht beim Bahnhof Rotkreuz spitalreif geprügelt. Anfang Oktober kam es am Bahnhof St. Gallen zu einem Raubüberfall an zwei Jugendlichen. Ein 17-Jähriger wurde am 3. Oktober beim Bahnhof Thun mit einem Messer bedroht und beraubt. In allen Fällen waren gemäss Zeugenaussagen auch die Angreifer Jugendliche. Haben die Kids den Bahnhof als neues Tummelfeld für Raubzüge entdeckt?
Punktuelle Einsätze sollen für Sicherheit sorgen.
Michèle Bamert, Mediensprecherin der SBB, relativiert die Situation gegenüber 20minuten.ch. «Sicher: Jeder Übergriff ist einer zu viel. Aber man muss diese Zahlen in einen Gesamtzusammenhang stellen. Gewalt ist ein gesellschaftliches Phänomen, dem wir alle ausgesetzt sind.»
Wer ist zuständig?
Hinzu kommt, dass dem Zuständigkeitsbereich der SBB enge Grenzen gesetzt sind. Meist liegt schon das Trottoir vor den Bahnhöfen auf Gemeindeboden, somit wären auch die jeweiligen Gemeinden für die dortige Sicherheit zuständig. «Die Grenzen sind fliessend. Deshalb stehen wir in engem Kontakt mit den jeweiligen Gemeinden und erarbeiten wir gemeinsam mit den Verantwortlichen ein Sicherheits-Konzept», erklärt Bamert.
Auf dem Areal der SBB hat man bereits mit verstärkten Sicherheitsmassnahmen auf die aktuelle Situation reagiert. «Grössere Bahnhöfe sind videoüberwacht. Das hat einerseits eine abschreckende Wirkung, andererseits wird so das Sicherheitsempfinden der Passagiere verbessert», erklärt Bamert. Zudem wurde die Zahl der Bahnpolizisten auf 230 Personen verdoppelt und es sind über 100 so genannte Objektschützer in den Railcity-Bahnhöfen im Einsatz. «Das ermöglicht uns, flexibel auf Rückmeldungen aus den Gemeinden zu reagieren. Sollte die Sicherheit an einem Bahnhof gefährdet sein, erhöhen wir die Patrouillentätigkeit situativ.»
Jugendbeauftragte macht Hot-Spots ausfindig
Auf dem Gebiet der Zuger Gemeinde Rotkreuz, wo sich der jüngste Übergriff ereignet hat, reagierte man mit ähnlichen Massnahmen. Dort wurde die Polizeipräsenz bereits zu einem früheren Zeitpunkt erhöht. «Deswegen konnten wir am vergangenen Freitag die mutmasslichen Täter rasch fassen», betont Sandor Horvath, Informationsbeauftragter der Zuger Polizei.
Hilfreich war dabei die Mitarbeit der Jugendbeauftragten, die seit mehreren Jahren für die Zuger Polizei tätig ist. «Sie ist eng mit der Jugendszene vernetzt und hilft mit ihren guten Kontakten bei der effizienten Aufklärung von Übergriffen, in die Jugendliche verwickelt sind», erklärt Horvath. Aufgrund ihrer Arbeit könne auch gezielt gehandelt werden, denn «wir wissen, wo die Schwerpunkte liegen und können sofort reagieren.»
Tina Fassbind, 20minuten.ch

























